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Police Academy

Police Academy

Ein Film von Hugh Wilson

von Asokan Nirmalarajah

Kritiken zu Filmen, die sich selbst nicht ernst nehmen, laufen immer Gefahr sich selbst viel zu ernst zu nehmen, da die kritische Auseinandersetzung mit selbsterklärtem Trash oftmals daran scheitert, dass unser zwangsläufig bemüht wirkende Verweis auf den offensichtlichen Mangel an Qualität und Anspruch von vornherein unnütz ist. Denn es würde wohl niemand bestreiten, dass die sympathisch ulkigen Police Academy-Filme, die die Kinos der 80er Jahre mit ihrem bedeppert-naiven Charme beseelten, in der Tat nur geistige Einöden platter, kindischer, geschmackloser Slapstick-Komik sind, die keiner so recht mochte, wohl am wenigsten die ob des Erfolgs der Kinoserie verdutzten Kritiker, aber dennoch zahlreich aufgesucht wurden. Was „Modern Talking“ für die Musik der 80er war, waren diese Filme für das Kino der 80er: eine heimliche Sünde aller.


Dabei begann alles so unscheinbar: die Drehbuchautoren Neal Israel und Pat Proft, die unter anderem an den Drehbüchern zu den Nackte Kanone- und Hot Shots-Reihen beteiligt waren, und Regiedebütant Hugh Wilson schneiderten sich ein Skript zusammen, das die sozialkritischen Polizeifilme der 70er und 80er Jahre parodierten sollte. Doch statt wie so oft Verweise zu populären Filmklassikern in die sinnfreie Handlung zu streuen, begnügten sie sich dam
it, eine Ansammlung sehr überzogener Klischee-Figuren in unvorteilhafte Slapstick-Szenen stolpern zu lassen, um so den alltäglichen Wahnsinn von Polizeirekruten einzufangen. Dieses sparsam zu realisierbare Konzept brachte dann auch immer genug Geld an der Kasse ein, so dass von 1984 bis 1989 jährlich eine weitere Episode über die Chaos-Cops herauskam, auch nachdem Steve Guttenberg als einziger größere Star mit dem vierten Teil ausschied. Heute zählen wir sieben Teile, die von Mal zu Mal liebloser wurden und in dem gänzlich unsympathischen Mission to Moscow (1994) mündeten.

Police AcademyPolice AcademyPolice Academy
Das Original von 1984 beginnt mit dem für Entsetzten sorgenden Gesetzesbeschluss der neu eingeschworenen Bürgermeisterin, nach dem keine richtige Selektion mehr bei der Zulassung zur städtischen Polizeiakademie notwendig ist. So darf also jeder Mann, jede Frau, kurz: jeder Vollidiot sich zur Ausbildung zum Gesetzeshüter melden. Somit ist dieser erste Jahrgang auch voller Versager, Schwerenöter, Komiker und Fanatiker. Entsprechend entrüstet hierüber zeigt sich Chief Hurst (George R. Robertson), der hinter dem Rücken des eher unbekümmerten und naiven Commandant Lassard (George Gaynes), der die Akademie leitet, mit dem erzstrengen Ausbilder Lt. Harris (G.W. Bailey) ein Abkommen schließt, nach dem Harris befördert wird, wenn er es schafft, mit unlauteren Mitteln das neue Programm der Regierung zu sabotieren. Doch da hat Harris nicht mit dem höchst eigenwilligen Potpourri an neuen, eifrigen Kadetten gerechnet, vor allem nicht mit dem Individualisten Carey Mahoney (Steve Guttenberg), dem Sohn eines Polizisten, der aufgrund seines Egos keine Arbeit halten kann, und zur Ausbildung zum Polizisten gezwungen wird. Dessen gewitzter Freund Larvell Jones (Michael Winslow) ist ein Stimmenakrobat, Geräuschimitator und Ex-Kleinganove. Im gleichen Jahrgang finden sich auch sexy Karen (Kim Cattrall), die waffenbesessene Dirty Harry-Parodie Tackleberry (David Graf), der bebrillte Pedant Fackler (Bruce Mahler), die hysterische Hooks (Marion Ramsey) mit der schrecklich schrillen Stimme und der hünenhafte Hightower (Bubba Smith). Allesamt durchlaufen die Ausbildung, die von Mahoneys Streichen an Harris oft genug gestört werden, bis es ernst wird: Straßenunruhen werden zum Volksaufstand und die Rekruten haben ihren ersten, riskanten Einsatz gegen Plünderer und Schläger...


Die Handlung dieser lockeren, sinnfreien Klamotte mit den plumpen, aber doch zuweilen echt witzigen Gags ist bis zum überzogenen Finale recht unterhaltsam, sofern man seinen Verstand für die Laufzeit ruhen lässt und sich auf den erfrischend blöden Humor des Films einlässt. Der bei Komödien dieser Art übliche episodische Charakter des Drehbuchs sorgt dafür, dass sich hier ein Gag an den nächsten reiht und somit selbst bei vielen humoristischen Rohrkrepierern man aus dem Schmunzeln oder dem Augenverdrehen nicht heraus kommt. Somit gereicht der Film seinem niederen Anspruch, alberne Unterhaltung abzuliefern. Den Verdienst daran teilen sich zweifellos auch die Darsteller, allesamt bis auf Guttenberg B-Mimen, die keiner vor dem Erfolg des Films kannte, und heute auch nur für ihre unverkennbaren Rollen in der Police Academy-Reihe kennen. Guttenberg spielt einmal mehr seine Paraderolle des Schlitzohrs mit sympathischem Dauergrinsen und jugendlichem Charme. Als Schauspieler mag er schon mal mehr gefordert worden sein (Diner, 1982, oder ein Jahr später in Cocoon, 1985), aber er ist hier der erklärte Star und entsprechend selbstsicher trägt er den Film. Die sehr attraktive, hier noch brünette Kim Cattrall, die später als Samantha Jones in der TV-Serie Sex and the City den späten Höhepunkt ihrer Karriere erlebte, ist hier nicht mehr als hübsche Staffage, aber wird aufgrund ihrer Fotogenität von dem überbordenden Komiker-Ensemble nicht geschluckt.

Police AcademyPolice AcademyPolice Academy
Michael Winslow begründete seine Komiker-Karriere mit seiner Gabe, alle möglichen Geräusche mit seinem unzähmbaren Mundwerk wiederzugeben. David Graf, der später als Charakterdarsteller auftrumpfen konnte (Citizen Ruth, 1996) ist herrlich verrückt als Waffennarr, und die aggressive Erotik der attraktiven Leslie Easterbrook als Mannsweib Callahan ist atemberaubend in ihrer Plumpheit. Auf den humorlosen Bubba Smith als Hightower und die nervtötende Marion Ramsey als Hooks hätte man verzichten können, aber G.W. Bailey ist wunderbar trottelig und George Gaynes herrlich schrullig. Die Inszenierung des späteren Auftragsregisseurs Hugh Wilson (Eve und der letzte Gentleman, 1999) ist recht flott und schön grob. Die Witze reichen von einst rüdem, aber heutzutage eher zahmem Fäkalhumor über clevere Dialogspitzen und chaotischem Slapstick bis hin zu sehr geschmacklosen, politisch unkorrekten Gags auf Kosten von Randgruppen wie Homosexuelle, Schwarze usw. All das trifft auch nicht immer das Ziel, aber immerhin lächelt man öfters als dass man sich über die doofen Figuren ärgert. So ist der erste Police Academy-Film noch halbwegs unterhaltsam und somit empfehlenswert. Dabei kommt zu Recht die Frage auf: könnte man dies auch über die erste, legendäre (?) Platte von „Modern Talking“ behaupten? Nicht wirklich, oder?

Eine Rezension von Asokan Nirmalarajah
(03. Juni 2007)
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Daten zum Film
Police Academy USA 1984
(Police Academy)
Regie Hugh Wilson Drehbuch Neal Israel, Pat Proft, Hugh Wilson
Produktion Warner Bros.
Darsteller Leslie Easterbrook, David Graf, George R. Robertson, Bubba Smith, George Gaynes, Michael Winslow, G.W. Bailey, Kim Cattrall, Steve Guttenberg, Bubba Smith
Länge 96 FSK 16
Filmmusik Robert Folk
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