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Survival of the Dead

Survival of the Dead

Ein Film von George A. Romero

Zombies, Zombies, überall Zombies: in George A. Romeros (momentan) finalem Zombiefilm „Survival of the Dead“ ist die Welt noch immer vor die Hunde gegangen, und die wandelnden Toten regieren die Erde. Sarge Crockett von der Nationalgarde (oder sowas) entscheidet sich mit ein paar Kollegen, die chaotische Miliz zu verlassen und sich gemeinsam in der Apokalypse durchzuschlagen. Der Ausbruch der Zombieplage ist schon lange genug her, dass sich die Menschheit halbwegs arrangiert hat: es laufen bereits erste Zombieshows im Fernsehen bzw. Internet (das anscheinend noch funktioniert), und auch auf der Insel Plum bei Delaware arbeitet man an Lösungen. Die O'Flynn Familie will die Zombies erschießen, während ihre ewigen Feinde der Muldoon-Familie die Zombies als Tiere halten will um zu versuchen, ihnen Tierfleisch schmackhaft zu machen. In diesem Konflikt wird Patrick O'Flynn von der Insel verbannt. Er rekrutiert Sarge Crockett und seine Bande, um sich „seine“ Insel zurückzuholen...

Zum ersten Mal in seiner lose zusammenhängenden Reihe nutzt Romero eine bereits eingeführte Figur als neuen Hauptcharakter: Sarge Crockett und seine Gang hatten bereits einen Kurzauftritt im Vorgänger „Diary of the Dead“, in dem sie als fiese Unsympathen die Jugendlichen in ihrem Van überfielen und ausraubten – your heroes, ladies and gentlemen! Es gelingt Romero allerdings auch, die Drecksäcke in einem leicht freundlicherem L
icht zu zeigen, da er ihre Motive erklärt und es in Romeros Welten sowieso häufig wenig echte Helden gibt. Überhaupt ist die Charakterisierung der Figuren auch in „Survival of the Dead“ recht dünn, aber die Schauspieler sind insgesamt solide genug, dass das nicht wirklich negativ auffällt. Diese Bande von Gaunern bewegt sich in einer Welt, der sie nicht als besonders gemeine Fieslinge herausstechen – was natürlich dem „Kunstgriff“ des Drehbuchs zu verdanken ist, dass die Gruppe alsbald auf ein paar „Jäger“ treffen, die aus purer Lust am Sadismus einige abgetrennte Zombieköpfe – noch am „Leben“ – auf Holzstöcken aufgespießt zu Dekozwecken aufbewahren (was – ein allgemeines Problem des Films – mittels ziemlich gruseligen CGI-Effekten realisiert wurde). Selbst die beiden Konfliktparteien der Muldoons und O'Flynns sind wie gewohnt nicht einfach in Gut und Böse unterteilbar, so dass sich Crocketts Gang halbwegs natürlich in diese Welt einfügt.

Schon bald wir klar: erneut gewinnt Romero seinem grundlegenden Zombieszenario neue Aspekte ab und lässt die Zombies nur als Plage im Hintergrund agieren. Eines kann man über seine Reihe sicherlich sagen: er drehte nicht immer wieder den praktisch gleichen Film, sondern beleuchtete unterschiedliche Aspekte der menschlichen Gesellschaft und nutzte auch gerne unterschiedliche Genres vor dem Zombiehintergrund. Die Geschichte zweier Familien, die sich seit (amerikanischen) Urzeiten hassen, verbunden mit der Breitbild-Fotografie der ländlichen Inseln verankert „Survival of the Dead“ natürlich in den amerikanischen Gründermythen des Wilden Westens – ja, George Romero bedient sich bei seinem bisher letzten Film der Mythologie von Western-Filmen, und verbindet sie mit seinem bekannten Zombie-Motiv. Schon allein die Idee zweier rivalisierender Clans, Dispute über Farmland, Familien und Führungsrolle erinnert mit den Eindringlingen von Außen (seien es nun die Zombies oder Crocketts Bande) an Westernklassiker wie etwa „Für eine Handvoll Dollar“ und dessen Varianten, auch wenn dessen Handlung des dauernden Gegenbetruges nie ausgearbeitet wird. Doch selten stellte Romero seine Zombies so weit in den Hintergrund, wie er es in „Survival...“ tut. Sie sind über lange Strecken nicht viel mehr als Dekoration oder eben Vieh – was sicherlich auch Romero weiß, wenn seine Zombies an der Kette liegen oder tatsächlich in ehemaligen Stallungen untergebracht werden.

Was dazu führt, dass sich der Film noch mehr als sonst auf seine menschlichen Figuren verlassen muss; was sich als Problem herausstellt, da Romero – der natürlich auch das Drehbuch geschrieben hat – öfters mal die Pferde durchgehen (pun intended). Der Auftakt ist stark und atmosphärisch, leidet jedoch wie andere Teile des Films an erschreckend schwachem CGI-Geschmodder. Wenn jedoch Crocketts Kollegin Tomboy mit einer Szene eingeführt wird, in der sie sich auf dem Beifahrersitz des Jeeps der Truppe selbst befriedigt, ist man schon kurz vorm Abschalten. Boy, ein junger Streuner der sich der Truppe anschließt, bekommt eine Sondernominierung als „besonders nervig“, und wenn sich Romero an seinem üblichen skurrilen Humor versucht, verzettelt er sich umso leichter – zum Beispiel, wenn eine eigentlich spannende Szene mit unseren „Helden“, die sich unter Beschuss Zombies erwehren müssen, einen Moment enthält, in dem eine Wand per Granate gesprengt wird, und die Schützen dahinter ala Looney Tunes mit verrußten Gesichtern stehen, ruiniert das für mich doch die Szene etwas. Auch wirkt es manchmal so, als habe Romero einige Ideen gehabt, die über „Bilder“ jedoch nicht hinausgehen, und daher Erklärungen benötigen, die sotrymäßig aus dem Nirgendwo kommen – so reitet O'Flynns zombifizierte Tochter auf einem Pferd über die Insel bis in alle Ewigkeit, nur um dann zur Zwillingsschwester degradiert zu werden, was vorher nie erwähnt wurde.

Allerdings: mit der tollen Kameraarbeit präsentiert uns „Survival of the Dead“ elegische Bilder eines Westerns in bunten Herbstwäldern, was den Film deutlich teurer aussehen lässt, als er wirklich war. Romeros rivalisierende Familien haben legitime Motive und die zu Beginn scheinbar offensichtliche Unterteilung in Gut und Böse wird schnell aufgelöst. Romero schafft es erneut, atmosphärische Momente zu zeigen, die seine Vision der Zombieapokalypse – selbst wenn man diesen Film nicht mag – zumindest in einzelnen Bildern im Gedächtnis zu halten. Da liefert ein Postbotenzombie immer und immer wieder den gleichen Brief aus, ein untoter Holzfäller scheitert bis in alle Ewigkeit an einem Holzblock und seiner kaputten Axt, und bei aller Trashnähe ist die reitende Zombiefrau doch eine eindrückliche Idee. Und Romeros finales Bild des Western-Showdowns bis zur Unendlichkeit ist ein kleiner Geniestreich.

Somit bleibt quasi das zu sagen, was ich schon über „Diary of the Dead“ schrieb: ein durchschnittlicher Romero-Zombiefilm ist mir immer noch deutlich lieber als ein durchschnittlicher Zombiefilm eines anderen Regisseurs. „Survival of the Dead“ ist manchmal nur schwer zu ertragen (im negativen Sinne), präsentiert aber immer wieder Momente, die begeistern können im Gedächtnis bleiben. Es wäre zu wünschen, wenn Romero mit etwas mehr Budget mal wieder eine richtigen Hit landen könnte.

Eine Rezension von David Kugler
(28. August 2013)
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Daten zum Film
Survival of the Dead USA 2009
(Survival of the Dead)
Regie George A. Romero Drehbuch George A. Romero
Produktion Devonshire Productions Kamera Adam Swica
Darsteller Alan Van Sprang, Kenneth Welsh, Kathleen Munroe, Devon Bostick, Richard Fitzpatrick
Länge 86:03 Min. FSK 18
Filmmusik Robert Carli
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