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Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Ein Film von Gary Trousdale, Kirk Wise

„Thank God I lost my sense of taste years ago.”

Was verbindet man mit dem Namen Disney? Kindgerechte, abendfüllende Zeichentrick-Unterhaltung in tricktechnischer Perfektion, Gesang und mitreißende Geschichten, die auch noch nach Jahrzehnten begeistern. Walt Disney bürgte bis zu seinem Tod persönlich für dieses Qualitätskonzept, welches anschließend von dem Mauskonzern in seinem (mutmaßlichen) Interesse bis heute fortgeführt wurde. Zurecht verwundert mag man nun hinsichtlich „ATLANTIS - DAS GEHEIMNIS DER VERLORENEN STADT“ sein, der irgendwie nicht in dieses Schema passen will. Denn das 40. abendfüllende „Disney-Meisterwerk“ ist anders. Erfrischend anders.


Erzählt wird die Geschichte des jungen Wissenschaftlers Milo (im Original gesprochen von Michael J. Fox), der seit Jahren der festen Überzeugung ist, dass der Mythos um die versunkene Stadt Atlantis nicht nur eine bloße Legende ist. Natürlich glaubt Milo niemand, der jedoch nicht aufhört, seinem Traum nachzueifern. Unerwartete Unterstützung erhält er dabei von einem reichen älteren Mann, der ihm eine Atlantis-Expedition anbietet. Zwar verwundert Milo das Interesse etwas, doch letztlich obsiegt das Verlangen, endlich aller Welt beweisen zu können, dass Atlantis wirklich existiert. So steht der junge Wissenschaftler schon bald einem wahrhaft gigantischen U-Boot (das wohl nicht von ungefähr an Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ erinnert) und einer bunt zusammen
gewürfelten Truppe von Crewmitgliedern gegenüber. Und damit beginnt das Abenteuer, in dessen Verlauf (man ahnte es natürlich als Zuschauer voraus) tatsächlich die versunkene Stadt entdeckt wird, so dass auch die letzten Unüberzeugten ihre Zweifel verlieren müssten. Eher haben bis hierher jedoch auf der ereignisreichen und spektakulären Tauchfahrt fast alle Crewmitglieder ihr Leben verloren, und somit sollte man ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr erwarten, einen typischen Disney-Film zu sehen. Denn wie Milo und die übriggebliebene Crew herausfinden, konnte sich nach einer lange zurückliegenden Katastrophe unter der Führung des atlantischen Königs und dessen Tochter Kida ein kleiner Rest der damals unglaublichen Kultur retten, um fortan ein Leben tief unter dem Meer zu fristen. Unheil droht, als der atlantische König kurz vor seinem Ableben Milo und Kida erklärt, dass nur sie beide in der Lage sind, den Schlüssel für die überlebenswichtige Energiequelle zu finden, um die nahende vollständige Zerstörung Atlantis’ abzuwenden. Dummerweise erweisen sich nun vermeintliche Freunde als Feinde, zeigen eigentlich Verbündete ihr wahres kaltes Gesicht, so dass eine Action-geladene, überaus spannende Jagd bevorsteht. Ist der endgültige Untergang von Atlantis noch zu verhindern?


Schon die kurze Inhaltsangabe verdeutlicht, dass in diesem Disney-Film einiges anders ist. Abgesehen von der gewohnt souverän erzählten Geschichte erweist sich dieses Abenteuer als Disneys wohl bisher mutigster (noch per Hand animierter) Spielfilm, wird doch mit alten Traditionen in ungewohnter Weise gebrochen und ein gänzlich neuer Weg eingeschlagen. So kommt dieser Film der „Meisterwerk“-Reihe komplett ohne den üblichen Gesang aus und konzentriert sich teilweise fast schon zu versteift auf die spannende Geschichte um Mythen, Geheimnisse und Abenteuer. Als Hommage auf die großen, alten Abenteuer-Filme des Kinos ist dies nur willkommen. In Hinblick auf das, was man eigentlich von einem Zeichentrickfilm aus dem Hause der Maus erwartet, büßt das Fantasy-Abenteuer aber leider gehörig vom alten Charme ein. Diese per Hand zum Leben erweckte Version des von Platon vor 2500 Jahren niedergeschriebenen Mythos um die versunkene Stadt präsentiert fast im Akkord eine Action-Szene nach der anderen, die beinahe ohne Abstriche auch perfekt in heutige Hollywood-Blockbuster passen würden, während im weiteren Verlauf handgezeichnete Effekte mit feinsten Digitaleffekten zu einem visuell bestechenden Augenschmaus verschmelzen, der in manchen Szenen für große Augen sorgt.


Groß wegen der tricktechnischen Brillanz? Wohl eher nicht, da diese Tatsache mit dem Namen Disney schon seit Jahren Hand in Hand geht und von daher zum guten Ton gehört. Nein, es ist der Umstand, dass die Regisseure Gary Trousdale und Kirk Wise („Die Schöne und das Biest“ [1991]) eben gerade nicht die erwartete Familienpackung präsentieren, die man zwangsläufig und billigerweise mit Disney assoziiert. Zwar werden auch hier wie in den früheren Werken wichtige Themen wie Zusammenhalt, das Festhalten an Träumen und der Glaube an das Gute im Menschen aufgegriffen, allerdings in wenig kindgerechter Form und für die hierzulande gegebene Freigabe ab 6 Jahren teilweise fast schon zu ernst. Die philosophischen Fragen, die der Film in seinem ruhigen Momenten aufwirft, können nämlich wohl die wenigsten Kleinen begreifen. Zudem wartet dieses 40. abendfüllende Zeichentrickabenteuer mit einigen harten gewalttätigen (!) Szenen und etlichen Toten (!) auf, was der Action-orientierten Geschichte Rechnung trägt und ungewohnt fremd erscheint.


Doch es wäre verfehlt, dieses Zeichentrickabenteuer lediglich darauf zu reduzieren, dass es nicht in das übliche Schema passt und von daher schlecht ist. Das ist es beileibe nicht! Tricktechnisch eindrucksvoll entfaltet sich vor unseren Augen eine abenteuerliche, teilweise atemberaubend schöne, neue Welt voller Spannung und Abenteuern, ganz so, als wollten die Verantwortlichen zum 100. Geburtstag des großen Walt Disney noch einmal zeigen, dass sie auch anders können. Wer den mit dem Übermaß an Action einhergehenden fehlenden Charme verschmerzen kann, wird belohnt mit dem mutigsten Film aus dem Maus-Konzern, der sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Doch alleine der längst verschollen geglaubte Mut des Mauskonzerns, eingefahrene Gleise zu verlassen und sich auf bisher unbefahrenes Gelände zu wagen, gehört honoriert, denn jeder Zuschauer wird durch „ATLANTIS - DAS GEHEIMNIS DER VERLORENEN STADT“ zwangsläufig in die Lage versetzt, für 90 Minuten selbst die Rolle des Entdeckers, wie sie Milo innehat, einzunehmen. Nur ist es nicht primär der Mythos um Atlantis, den wir beim Sehen erforschen, sondern vielmehr ein weltberühmter anderer, der einer Legende zum 100. Geburtstag ein faszinierendes Geschenk bereitete und uns damit bewies, dass doch noch die ein oder andere Überraschung tief verborgen auf ihre Entdeckung wartet.

Eine Rezension von Stefan Rackow
(26. August 2007)
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Daten zum Film
Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt USA 2001
(Atlantis: The Lost Empire)
Regie Gary Trousdale, Kirk Wise Drehbuch Tab Murphy & David Reynolds Story Tab Murphy, Gary Trousdale, Kirk Wise, Bryce Zabel, Jackie Zabel
Produktion Don Hahn
Darsteller Corey Burton, Don Novello, John Mahoney, Claudia Christian, David Ogden Stiers, Phil Morris, Jim Varney, James Garner, Jacqueline Obradors, Leonard Nimoy, Cree Summer, Michael J. Fox, Florence Stanley
Länge 95 Minuten FSK ab 6 Jahren
http://www.disney.de/DisneyKinofilme/atlantisde/
Filmmusik James Newton Howard
Originale / deutsche Sprecher Michael J. Fox / Stefan Kampwirth (Milo), Cree Summer / Maria Schrader (Kida), Leonard Nimoy / Hans Teuscher (König von Atlantis), Jacqueline Obradors / Alisa Palmer (Anna), James Garner / Reiner Schöne (Rourke) u.a.
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