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Die Tribute von Panem - Catching Fire

Die Tribute von Panem - Catching Fire

Ein Film von Francis Lawrence


„This is the revolution, and you are the mockingjay.“


Das dreiteilige Jugendbuch-Phänomen „Die Tribute von Panem“ („The Hunger Games“), dessen erste Filmadaption weltweit für volle Kinosäle und -kassen sorgte, geht in die zweite Runde. Ob der Zuschauer wohl auch dieses Mal Feuer fängt?


Nachdem sie im vorigen Teil zusammen mit ihrem Mitstreiter Peeta Mellark (Josh Hutcherson) erfolgreich als Sieger aus den brutalen Hungerspielen hervorgegangen ist, glaubt Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), dem Grauen endgültig entkommen zu sein. Doch dem Kapitol, das angesichts neuerlicher Entwicklungen innerhalb der Bevölkerung seine Macht mehr und mehr schwinden sieht, ist die rebellische Katniss mit ihrer nicht zu verhehlenden Negativeinstellung zum System nach wie vor ein Dorn im Auge, weshalb es die ehemaligen Gewinner der letzten Jahre kurzerhand noch einmal in einen Kampf um Leben und Tod in die Arena schickt. Und dieses Mal darf es wirklich nur einen Sieger geben...


Die Tribute von Panem - The Hunger Games“ [2011] stimmte vor allem die Fans der Buchvorlage glücklich, bekamen diese doch mit dem untypischen Blockbuster eine recht vorlagengetreue Verfilmung ihres Lieblingsbuchs geliefert, die mit ihrer hektischen Wackelkamera-Ästhetik eine furios-dynamische Atmosphäre kreierte, der man sich nicht so recht entziehen ko
nnte. Dass die Gegner dieser Inszenierungspraxis auch hier wieder auf die Barrikaden gingen und die in ihrer Schonungslosigkeit grundehrliche wie verstörende Dystopie teils nur auf ihre streitbare Kameraführung reduzierten, war abzusehen, konnte aber den Siegeszug des abseits aller vorgebrachter Kritik immer noch überdurchschnittlich gut gelungenen Blockbusters nicht verhindern. Gerade das nuancierte Spiel der mittlerweile oscar-prämierten Jennifer Lawrence („Silver Linings [2012]) wusste nachhaltig zu begeistern, schaffte sie es doch, die Romanfigur mit ordentlich Charakter und Tiefe auszustaffieren. So kämpfte und trauerte Lawrence in unser Beisein und wurde schnell zur Siegerin der Herzen, da sie die nicht einfache Rolle der im Buch aus der Ich-Perspektive erzählenden Kämpferin mit voller Leidenschaft vereinnahmte.


So fiebert man zu Beginn des aktuellen Films direkt wieder mit, wenn Katniss mit inneren Dämonen zu kämpfen hat, die sie seit dem Sieg in der Arena heimsuchen. Das Leiden bekommt wieder einmal ein menschliches Gesicht, ohne allzu plakativ auf die Emotionen des Zuschauers zu lauern. Spätestens als die Vorjahressieger darüber informiert werden, dass sie sich in den Quarter Quells zusammen mit weiteren Gewinnern der Vergangenheit wieder bis aufs Blut bekämpfen müssen, wird klar: Ein Sieg zählt nichts in dieser Welt, die von machthungrigen Obrigkeiten regiert und gelenkt wird. Mehr noch: Manch einer wird von ihnen gar zu einer Lebenslüge gezwungen, obschon das Herz dagegen mehr als nur einmal rebelliert. Wer kann es Katniss also verdenken, dass sie mit eher gemischten Gefühlen und einem unaussprechlichen Hass auf das Kapitol in den Ring steigt? Ihre Augen sprechen aus, was der Mund nicht sagen und der Kopf in dieser Welt nicht denken darf: Der eigentliche Kampf gilt dem grausamen Regime als solchem. Koste es, was es wolle.

Die Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching Fire

Mehr noch als im Vorgängerfilm wird diese gesellschaftskritische Sichtweise genauso wie im Buch unaufhörlich auf die blutrote Spitze getrieben. Regisseur Francis Lawrence („I Am Legend“ [2007]) scheut sich dabei nicht, den Kampf in der Form abzubilden, wie er auch tatsächlich ist: hart, kompromisslos und brutal. Die Brutalität wird jedoch nicht etwa durch übermäßig blutige Bilder transportiert, sondern schwebt eher als Damoklesschwert über der Arena, die – getreu den Regeln der Hungerspiele folgend – für nur einen Teilnehmer Leben und für alle anderen hingegen den sicheren Tod bedeuten wird. Das wirklich Brutale ist die Ausweglosigkeit des widerlichen Geschehens, das die Teilnehmer zunächst dazu zwingt, miteinander Allianzen einzugehen, nur um sich am Ende dann wieder als Feind gegenüberzustehen. Niemals effekthascherisch, sondern immer mit dem kritischen Blick einer verstörend-erschreckenden Dystopie ausgestattet, macht Lawrence da weiter, wo Teil 1 seinerzeit aufgehört hat, legt jedoch noch eine ganze Schippe drauf.

Die Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching Fire

Leider ist diese Schippe vor allem mit größeren Bildern und imposanteren Effekten gefüllt, nicht aber mit noch mehr Dynamik und Einfallsreichtum, als der erste Teil sie beispielsweise noch bereitgehalten hat. Die gelecktere Hochglanzoptik, die vor allem auf das höhere Budget und bessere Effektfirmen zurückzuführen ist, will sich nicht so recht mit der pessimistisch-verstörenden Aussage des Themas vertragen. Es kommt nicht oft vor, doch ein wenig vermisst man die im Vorgänger gehassliebte Wackelkamera (nebst wenig hochauflösenden Bildern) schon, die zwar nicht immer für Überblick gesorgt, dem martialischen Treiben aber eine nicht zu leugnende Intensität beschert hat. Im Jahr 2013 sind wackelige Nahaufnahmen nun vollends breitwandfüllenden Panoramen und den handelsüblich-begeisternden Effekte-Shots gewichen. Was ohne Frage super aussieht. Doch das optisch beeindruckende Spektakel steht hier und da im krassen Widerspruch zu der zweifellos vorhandenen emotionalen Ebene des Films, die angesichts der Schauwerte mehr als einmal in den Hintergrund gedrängt wird. Oder um es anders auszudrücken: Die in den unterschiedlichen Distrikten präsentierte dreckig-triste Farbgebung hätte ruhig in die Arena hinübergerettet werden dürfen. So jedoch gräbt der offensichtlich gewollte Kontrast – Leben in Tristesse, Sterben in farbenfroher Pracht – dem Film und seiner nicht einfachen Thematik zur zweiten Hälfte hin ein wenig das Wasser ab. Kritik, so verwirrend wie schade.

Die Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching FireDie Tribute von Panem - Catching Fire

Trotz alledem bleibt "DIE TRIBUTE VON PANEM - CATCHING FIRE" ein überdurchschnittliches und von tollen Schauspielern getragenes Blockbuster-Vergnügen, das sicherlich emotional mitnimmt und berührt. Vordergründig fallen aber vor allem die opulenten Schauwerte des Films auf und wiederholt ins Gewicht, was ihn im Ergebnis massenkompatibler erscheinen lässt, als er es tatsächlich sein möchte. Tief im Innern ist die toll inszenierte, spannende und überraschend tiefgründige Buchadaption nämlich der bisher beste Beitrag im noch jungen Panem-Universum, in ihrer jetzigen Form jedoch ein wenig vergleichbar mit einem Fotografen, der weiter Bilder von einem herrlich farbenfrohen Garten schießt, während hinter ihm, irgendwo in der Ferne, bereits die Welt untergeht. Den Bildern ist dies egal, denn sie kennen nun einmal kein Donnergrollen.


Cover & Szenenbilder: © 2014 STUDIOCANAL GmbH


Eine Rezension von Stefan Rackow
(29. März 2014)
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Daten zum Film
Die Tribute von Panem - Catching Fire USA 2013
(The Hunger Games: Catching Fire)
Regie Francis Lawrence Drehbuch Simon Beaufoy, Michael Arndt
Produktion Color Force / Lionsgate Kamera Jo Willems
Darsteller Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Sam Claflin, Jena Malone, Jeffrey Wright, Philip Seymour Hoffman, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Lenny Kravitz, Willow Shields, Jack Quaid, Taylor St. Clair, Paula Malcomson, Patrick St. Esprit, Lynn Cohen, Toby Jones, Wilbur Fitzgerald, u.a.
Länge 140 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://www.tributevonpanem.de/
Filmmusik James Newton Howard
DVD- und Blu-ray-Start: 27.03.2014
Kommentare zu dieser Kritik
tobe78 sagte am 30.03.2014 um 13:47 Uhr

@Stefan Rackow: Hallo Stefan! Dein Review ist wirklich angenehm zu lesen. Es lässt meiner Meinung aber noch einige inhaltliche Schwächen des Films außer acht...

Da ein Kommentar dazu an dieser Stelle zu lang ausfallen würde,
gebe ich dir gerne einen Link zu meinem Review, das einige konträre Perspektiven zu deiner (nachvollziehbaren) Haltung zum Film eröffnet...

Link: http://blockbusterandmore.blog.de/2013/12/17/kritik-tribute-panem-catching-fire-17426604/

Man liest sich...
Und über einen Austausch zum Film würde ich mich gerne freuen...

LG!


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