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Sein oder Nichtsein

Sein oder Nichtsein

Ein Film von Ernst Lubitsch

Über Ernst Lubitsch ist schon viel gesagt worden. Seine Werke werden in jedem Filmkanon genannt, sein Name garantiert Komödien auf höchstem Niveau, unübertroffen in geistreichem Wortwitz und atemlosem Tempo. Sein wohl umstrittenster Film ist “Sein oder Nichtsein” – eine geniale Nazi-Parodie, die ihrer Zeit einfach um Längen voraus war.

Warschau kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges: Das berühmte Schauspieler-Ehepaar Josef und Maria Tura (Jack Benny und Carole Lombard) feiern große Erfolge auf der Bühne mit Shakespeares Hamlet. Er ist der ewig eifersüchtige Ehemann, sie die fortwährende Verführung. Gerade will der junge Verehrer Stanislav (Robert Stack) Maria dazu überreden, sich von ihrem Mann zu trennen – da bricht der zweite Weltkrieg über Polen herein. Stanislav wird als Flieger in England eingezogen. Durch Zufall erfährt er dort, dass ein Spion auf dem Weg nach Warschau ist. Niemals darf dieser im Quartier der Gestapo eintreffen! Stanislav wird nach Warschau eingeschleust, um die Katastrophe zu verhindern. Sein erster Weg führt zu Maria und ihrem eifersüchtigen Ehemann.
Ab hier nimmt die Handlung ein Tempo an, das in der Filmgeschichte wohl unerreicht bleibt. Jede Szene bringt eine überraschende Wendung und die Dialoge überschlagen sich vor Witz und Einfallsreichtum. Um dem Zuschauer nicht das Vergnügen zu nehmen, soll nur so viel verraten werden: Maria Tura mobilisiert ihren Mann und alle Theaterkollegen, um den Spion und die gesamte Nazischaft a
n der Nase herumzuführen. Josef vermasselt in seiner Eifersucht fast das Vorhaben und die heraufbeschworenen Schwierigkeiten können nur mit Geistesgegenwart und Raffinesse gemeistert werden. Obgleich die Polen als intelligent und tatkräftig dargestellt sind, wurde “Sein oder Nichtsein” seinerzeit vielfach kritisiert: zum einen würde man sich über Polen lustig machen, zum anderen ginge es um Krieg – ein viel zu ernstes Thema als es parodisieren zu dürfen.

Sein oder NichtseinSein oder NichtseinSein oder Nichtsein
Ernst Lubitsch wurde 1892 als Sohn wohlhabender Eltern in Berlin geboren. Er konnte große Erfolge als Schauspieler und Regisseur verbuchen, bevor er Anfang der 20er Jahre nach Hollywood ging und zum Meister der Gesellschaftskomödie emporstieg. Seine Arbeit als Regisseur war aus produktionswirtschaftlicher Sicht äußerst effizient. Er hielt sich eng ans Drehbuch, so dass das Filmmaterial gezielt eingesetzt wurde. Gleichzeitig ließ er den Schauspielern nur wenig kreativen Spielraum.
Lubitsch war einer der wenigen Regisseure, die mit dem technischen Fortschritt (nämlich dem Übergang vom Stumm- zum Tonfilm und der Entwicklung des Farbfilms) sehr gut umgehen konnten.
Zu seinen berühmtesten Werken zählen “Trouble In Paradise” (1932, sein eigener Lieblingsfilm), “Ninotchka” (1939) mit einer bezaubernden Greta Garbo und “Heaven Can Wait” (1943, doppelt Oscar-nominiert). Ernst Lubitsch erhielt 1947 den Ehren-Oscar und starb im gleichen Jahr in Los Angeles an einem Herzinfarkt während seiner Arbeit an “That Lady In Ermine”.

Lubitsch musste in Hollywood vor dem Hintergrund des Hays Code drehen: einer strengen Selbstzensur der amerikanischen Filmindustrie, die die Darstellung von Sex, Ehebruch, Illegalität und Verbrechen verbannte. Lubitsch wusste sich jedoch zu helfen. Er wurde berühmt für zwei immer wiederkehrende Merkmale seiner Filme: Manieren und Türen. Seine Akteure sind stets aus gutem Hause und höchst kultiviert. Selbst bei schwindendem Wohlstand erhalten sie noch den Schein von Stil und Würde aufrecht. Sie zeigen sich niemals anzüglich oder vulgär. Gleichsam spielt sich in Lubitschs Werken viel hinter verschlossenen Türen ab. Obwohl seine Filme von Dialogen durchzogen sind, wird die eigentliche Handlung nicht gezeigt. Sie spielt sich einzig und allein im Kopf des Zuschauers ab. Das Markenzeichen von Lubitschs Komödien ist so unverkennbar und einzigartig, dass es als “Lubitsch-Touch” in die Filmgeschichte eingegangen ist.

Eine Rezension von Jeannette Armborst
(26. März 2007)
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Daten zum Film
Sein oder Nichtsein USA 1942
(To Be Or Not To Be)
Regie Ernst Lubitsch Drehbuch
Produktion
Darsteller Jack Benny, Carole Lombard, Robert Stack
Länge ca. 93 Min. FSK freigegeben ab 12 Jahren
Kommentare zu dieser Kritik
Zombie-mower TEAM sagte am 26.03.2007 um 23:52 Uhr

ich kenn die wirklich witzige Version von 1983 mit Mel Brooks in der Hauptrolle. Und die ist zum Brüllen komisch.
Vor allem die Szenen, in denen Brooks alias Bronski theatralisch den Ernst der Lage zu überspielen versucht.
Auch grandios war in dieser Version die Hitler-Parodie. Einfach köstlich.
Ist der Vergleich zu dem 41 Jahre zuvor gedrehten Original vertretbar?

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