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Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3D

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3D

Ein Film von Eric Brevig

„Haven't you ever seen a dinosaur before?”
„Not with skin on it!”



Auch wenn "Slumdog Millionär" als modernes Märchen zum Hit der Award-Saison wird und sich der deutsche Kinogänger dank "Der Vorleser" auf heimisches Literaturgut besinnt, bleibt das Genre des Unterhaltungskinos attraktiv wie eh und je – ein Umstand, dessen sich wohl auch Eric Brevig bewusst war, als er sich einer hierfür klassischen Vorlage annahm.


Der französische Schriftsteller Jules Verne gilt vor allem wegen einer Handvoll seiner populärsten Werke, unter ihnen „20.000 Meilen unter dem Meer“, „Von der Erde zum Mond“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, als einer der bedeutendsten Pioniere der Science-Fiction-Literatur. Und das, obwohl diese Erzählungen nur einen Bruchteil seines Gesamtwerkes ausmachen. Doch die Art und Weise, auf welche er Phantasie mit wissenschaftlichen Tatsachen verband und zu abenteuerlichen Reiseberichten formte, faszinierte schon früh ein breites Publikum und prädestinierte jene literarischen Vorlagen geradezu für das Fortleben auf der Leinwand. In der Geschichte des Films haben diese und andere Romane bereits in unzähligen Varianten das Licht der Kinowelt erblickt. Und was oftmals als „visionär“ und „seiner Zeit voraus“ beschrieben wurde, ist nun mit der ne
uesten Adaption eines seiner berühmtesten Abenteuer in zweierlei Hinsicht endgültig im 21. Jahrhundert angekommen.


„What are you doing?”
„I am Googling at 30 thousand feet.”
„Are you supposed to be doing that?”
„Welcome to the 21st century.”



Zunächst einmal wäre da der Zeitpunkt, zu dem sich die nun erzählte Reise zum Mittelpunkt unserer Erde diesmal zuträgt. Im Hier und Jetzt begegnen wir Professor Trevor Anderson (Brendan Fraser, "Die Mumie" [1999], "Tintenherz" [2008]), einem Bostoner Vulkanologen, der sich plötzlich mit dem – für ihn – überraschenden Besuch seines Neffen Sean (John Hutcherson, "Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum" [1995]) konfrontiert sieht. Seans Mutter liefert ihn – zunächst sehr zum Missfallen des 13jährigen – für zehn Tage bei seinem Onkel ab, während dieser sich erst einmal nach jahrelanger Abstinenz an die ungewohnte Aufgabe eines männlichen Verbilds gewöhnen muss. Seans eigentliche Bezugsperson, sein Vater, ist vor zehn Jahren verschollen, und erst allmählich realisiert der Jugendliche, dass Trevor wohl als einziger in der Lage ist, etwas über seinen verschwundenen älteren Bruder und Seans nie richtig kennengelernten Vater zu erzählen. Etwas Aufschluss gibt ein Kästchen, das Seans Vater gehörte, und in dem sich unter anderem der Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” von Jules Verne befindet. Ein Durchblättern desselben fördert merkwürdige Notizen zutage, die den Verdacht nahelegen, dass in Vernes Geschichte mehr Wahrheit zu stecken scheint, als man vielleicht vermuten könnte. Befand sich Trevors Bruder etwa auf den Spuren des Romans und ist dabei spurlos verschwunden? Island soll den Aufzeichnungen zufolge die Wahrheit beherbergen, weshalb sich Trevor und Sean kurzerhand dorthin begeben. Unerwartete Unterstützung erhalten die beiden von der jungen Bergführerin Hannah Ásgeirsson (Anita Briem, "Jagd im Eis" [2006]), der Tochter eines mittlerweile verstorbenen Vulkanologen-Kollegen Trevors. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise ins Unbekannte, an einen Ort fern ab unserer Vorstellungskraft, voller Schönheit, aber auch unzähliger todbringender Gefahren...


Vernes Romanklassiker spielt somit in "DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE 3D" genaugenommen „nur“ eine kleine untergeordnete Nebenrolle, so dass jedem Zuschauer von Anfang an klar sein sollte, dass die neueste Verfilmung neben der Verwendung von einigen wenigen Motiven im Grunde nur noch den Titel mit dem Literaturklassiker gemein hat. Willkommen im 21. Jahrhundert, das dem Film nicht nur das Fundament für die Neuinterpretation spendiert, sondern auch noch als zweites Bonbon modernste, filmtechnische Neuerungen bereithält, die Filmemachern in aller Welt völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Brauchten Filmschaffende früher noch zwei Projektoren, um ihre Vorstellung von dreidimensionalen Abenteuern in die Tat umzusetzen (also in etwa einen für das linke und den anderen für das rechte Auge), lässt sich all dies mit dem sogenannten RealD Cinema-Verfahren heutzutage mit nur einem einzigen Projektor bewerkstelligen. Wird man sich nun noch der Tatsache gewahr, dass Regisseur Brevig schon mehrere Male als Visual-Effects-Supervisor bei George Lucas’ Effektschmiede Industrial Light and Magic an den tricktechnischen Hebeln saß ("Peter Pan" [2003], "The Village" [2004]), lässt sich eigentlich schon erahnen, was genau hier entstehen sollte: pures eye-candy, umgesetzt in Form des weltweit ersten Live-Action-Films, der komplett in RealD Cinema gedreht und produziert wurde.

Natürlich wurde der Film auch in 2D veröffentlicht, schließlich ist bisher leider nur ein kleiner Prozentsatz aller Lichtspielhäuser mit der entsprechenden Technik ausgestattet; die der Rezension zu Grunde liegende 3D-Fassung mit ihren auf die Zuschauer losgelassenen fleischfressenden Pflanzen, Fischen und unfreundlichen Sauriern hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: sie muss gar nicht erst versuchen, das Publikum krampfhaft mit der doch eher schwachen Geschichte bei Laune zu halten. Denn die (dreidimensionalen) Bilder entschuldigen so manches. Zwar sind die Schauspielerleistungen insgesamt recht solide, doch wo nicht viel Rohmaterial vorhanden ist, kann nun einmal auch nichts groß ausgearbeitet werden. Daher bleiben folgerichtig die Figuren deutlich eindimensionaler, als es das Bildspektakel auf den ersten Blick vermuten lässt. Dennoch: auch wenn der Versuch, den fehlenden Eigengeschmack des Grundgerichts wettzumachen, etwas überwürzt erscheint, ist das Endresultat doch zumindest sehr wirkungsvoll im Stillen der Abenteuerlust. Ein filmischer Augenschmaus eben, der sättigt, aber leider auch etwas dick aufträgt.


"DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE 3D" ist 3D-Unterhaltungskino in Reinkultur – actionreich, rasant, kurzweilig. Wer dies im Hinterkopf behält, wird nicht enttäuscht werden. Vorausgesetzt, man genießt den Film auch in der Form, in der er eigentlich für die Leinwand produziert wurde: in 3D. Wer also die Möglichkeit hat, ein digitales 3D-Kino in näherer Umgebung besuchen zu können, sollte dieses unbedingt einem „normalen“ Filmtheater vorziehen. Andernfalls müssen wir uns nämlich wie Trevor, Sean und Hannah über ein scheinbar bodenloses Loch beugen und einem Stern der Gesamtwertung hinterher schauen, wie er im Dunkel des schwarzen Nichts verschwindet. Ohne Halt, rasend schnell, überhaupt nicht plastisch. Und wenn er nicht schon längst gelandet ist, dann fällt er wohl immer noch.

Eine Rezension von Nicole Goldstein und Stefan Rackow
(19. März 2009)
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Daten zum Film
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3D USA 2008
(Journey to the Center of the Earth 3D)
Regie Eric Brevig Drehbuch Michael D. Weiss, Jennifer Flackett, Mark Levin
Produktion Cale Boyter, Michael Disco, Brendan Fraser, W. Mark McNair, Alex Schwartz, Evan Turner, Tripp Vinson (New Line Cinema / Walden Media) Kamera Chuck Shuman
Darsteller Brendan Fraser, Josh Hutcherson, Anita Briem, Blauer fluoreszierender Vogel
Länge ca. 93 Min. FSK 12
http://www.journey3dmovie.com/
Filmmusik Andrew Lockington
Angelehnt an Motive aus „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” (1864) von Jules Verne
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