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Ein Haufen verwegener Hunde

Ein Haufen verwegener Hunde

Ein Film von Enzo G. Castellari

Eine Gruppe von amerikanischen Deserteuren und Verbrechern soll im 2. Weltkrieg von der amerikanischen Militärpolizei zu einem Gericht überstellt werden. Der bunte Haufen von verwegenen Hunden wird aber schon nach kurzer Zeit von einem deutschen Jagdflugzeug angegriffen. In dem Chaos kann sich ein kleiner Trupp der Gefangenen befreien und beschließt, sich gemeinsam in die Schweiz durchzuschlagen. Dabei stoßen sie im kriegsgebeutelten Europa aber auf allerlei Widrigkeiten, bis sie schließlich mit einem Elitekommando verwechselt werden, und einen Auftrag erhalten: Die Entführung eines Zuges mit einer V2-Rakete steht nun auf der Tagesordnung...

Die Italiener drehten in den seligen 70ern nicht nur unzählige Western, zahlreiche Gialli und viele Horrorfilme, sondern eben auch Kriegsfilme. Das Kriegsfilmgenre war tatsächlich ein boomender Zweig, viele Streifen entstanden in meist jugoslawischen Wäldern mit bekannten aber abgewrackten Altstars. Wie man das nicht macht, hat ja der gute Umberto Lenzi bereits mehrfach gezeigt, Kollege Genzel hat diese Filme ja hier schon gewürdigt. Häufig wurden kantige Männer in Kleingefechte geschickt, durch den Einsatz von völlig inkoherentem Stock-Footage wurden Schlachten simuliert - mit zweifelhaftem Erfolg. Der vorliegende Film geht da einen anderen Weg. Im Endeffekt ist "Ein Haufen verwegener Hunde" doch eigentlich fast ein Western im zweiten Weltkrieg. Die Mechanismen sind ähnlich, eine Gruppe von Banditen möchte sich über eine G
renze absetzen und somit dem Zugriff des Gesetzes entgehen. Regisseur Enzo G. Castellari legte ja auch den tollen Western "Keoma" mit Franco Nero vor, der Mann hat also Erfahrung auf diesem Gebiet. "Ein Haufen verwegener Hunde" gefiel dann auch Tarantino so gut, dass er ein Remake angekündigt hat. Bleibt zu hoffen, dass das nicht passiert, denn ein Remake hat der Film eigentlich ganz und gar nicht nötig.
Ein Haufen verwegener HundeEin Haufen verwegener HundeEin Haufen verwegener Hunde
"Ein Haufen verwegener Hunde" beginnt in einer amerikanischen Basis, in der die Gefangenen verladen werden. Bedenkt man, dass der Film ziemlich wenig Budget zur Verfügung hatte, überrascht die Szene dann doch. Es gibt einen Panoramashot, der etliche Fahrzeuge zeigt, auch im weiteren Film gibt es noch ein paar beeindruckende Massenszenen. Die Production Values des Films sind dann doch überraschend hoch, es gibt neben den großen Szenen auch noch sehr viel Action, massig verschiedene Schauplätze und viel Abwechslung. Natürlich ist nicht alles echt, viel wird mit geschickter Kameraarbeit, Modellen und künstlichen Hintergründen getrickst, doch die Illusion passt und die Trickeffekte sind sehr versiert, wie man das aus solchen Produktionen eigentlich weniger gewohnt ist. Einhergehend mit dem niedirigen Budget ist der Film natürlich politisch derbe inkorrekt. Nicht nur, dass die "Helden" tatsächliche Verbrecher sind, sie handeln auch die ganze Flucht über absolut fragwürdig und unmoralisch. Da werden Tote beklaut, nackte Frauen begafft und auch untereinander ist man wenig zimperlich. Die deutsche Synchro unterstützt diese Schmierigkeit noch gelungen, und lässt die handelnden Personen den Charakter von Fred Williamson entweder mit Neger oder Bongo anreden. Wobei ihn das Bongo nicht wirklich zu stören scheint...

Inhaltlich erfährt der Film eine Zweiteilung. Festhalten kann man, dass die erste Hälfte schlicht und ergreifend genial ist. Castellari zeigt hier den Krieg mal wieder als Abenteuerspielplatz für erwachsene Männer und verharmlost damit das Geschehen natürlich. Aber das fällt überhaupt nicht negativ auf, da das Tempo ständig hoch ist, die Sprüche sitzen, und eine leichte und beschwingte Atmosphäre herrscht, so dass der Krieg an sich fast schon abstrakt wirkt. Die vorgestellten Charaktere sorgen hier für einiges an Witz, auch die eingestreuten "ernsten" Passagen fallen nicht wirklich negativ auf. So hat einer der Gauner Probleme mit dem Schlachtenlärm und bricht im Kampf zusammen, was dann schon an Antikriegsfilme erinnert, aber das geht eigentlich im Dauerfeuer aus Mundwerken und Gewehren ziemlich unter. Die Jungs erleben dann natürlich allerlei Abenteuer, und es gibt logischerweise eine selbstzweckhafte Nacktszene von vielen hübschen Damen. Ganz herrlich sind auch noch kleine Details, wenn z.B. die Gruppe ein Haus erreicht, man die Tür auftritt und erstmal blind mit dem Maschinengewehr ins Dunkle hineinfeuert. Das sorgt in seiner Easy-Going-Attitüde doch für einiges an Spaß. Zu sagen ist noch, dass der Film in Deutschland um gut 20 Minuten geschnitten war, und daher die DVD viele Passagen in italienisch mit deutschen Untertiteln enthält. Aber das macht nochmal viel mehr Spaß, da in diesen untertitetelten Passagen häufig deutsch gesprochen wird, mit üblen Grammatikfehlern und Akzenten. Gute Laune garantiert!

Allerdings kann man hier dem Film auch so manches ankreiden. Das ganze Geschehen schwankt irgendwo zwischen Western und Roadmovie, und gerade diese Roadmovie-Elemente sorgen für Probleme. Es gibt in der ersten Stunde eigentlich keine wirkliche Handlung, die Gruppe will halt in die Schweiz, aber ansonsten zerfällt der Film in eine absolut beliebige Episodenhaftigkeit. Es wirkt fast so, als ob man ein paar witzige Einfälle zusammentrug, aber keine Lust hatte, ein echtes Drehbuch zu schreiben. Daher klappert man eben ein paar Szenarios ab, ohne wirklich einem roten Faden zu folgen. Auch die zweite Hälfte des Films, wenn die Gauner auf eine Gruppe von Widerstandskämfpern treffen, flacht etwas ab. Der Film wird dann zu einem relativ konventionellen Men-on-a-Mission-Movie, wie es im Fahrwasser von "Das dreckige Dutzend" sehr viele gab. Handwerklich ist das aber immer gut gemacht, aber die Besonderheit und der Spaßfaktor der ersten Hälfte fehlen einfach irgendwo. Positiv ist aber, und das können vielleicht nur italienische und asiatische Filme, dass sich Humor und bitterer Ernst häufig abwechseln, ohne dabei sich aneinander aufzureiben. Gerade gegen Ende des Films gibt es doch einige grimmige Szenen, die man so nicht erwartet hätte. Somit geht auch nach 30 Jahren die Freigabe ab 18 in meinen Augen sogar in Ordnung.
Ein Haufen verwegener HundeEin Haufen verwegener HundeEin Haufen verwegener Hunde
Bei der Besetzung gibt es durchaus einige Stars zu sehen. Bo Svenson spielte unter anderem den Buford Pusser in Walking Tall 2+3. Peter Hooten war unter anderem in "Texas Chainsaw Massacre 3" zu sehen, und stolperte auch durch andere italienische Kriegklopper. Fred Williamson ist wahrscheinlich der bekannteste im Cast und war unter anderem in "From Dusk till Dawn" dabei. Der Mann ist noch heute im Geschäft! Mit seiner Zigarre und dem einhändigen Bedienen der Maschinenpistole verdient er übrigens einen Coolheitspreis. Auch seine Stunts hat der gute Mann selbst gemacht, er springt unter anderem von einen Brücke auf einen fahrenden Zug! Ansonsten gibts noch Raimund Harmstorf zu sehen, der in "Der Seelöwe" spielte, und hier einen Deutschen namens Achim (im italienischen Original gleich mal Adolf) gibt. Debra Berger ist übrigens die Tochter von Helmut Berger.

Auf DVD liegt der Film aus dem Hause Koch vor. Die DVD steckt in einer Amaray, und umhüllt ist das ganze von einem Pappschuber. Das Cover ist ganz Koch-like mal wieder ausgesucht minimalistisch, aber schön anzuschauen und hat auch einen Glanzeffekt. Das Bild des Films ist überraschend klar, der Ton geht auch in Ordnung. Wie gesagt, es ist viel untertitelt, aber das ist mir persönlich lieber als eine Neusynchro. An Extras gibt es unter anderem eine recht lange, extra produzierte Doku zu dem Film, sowie ein Booklet des verehrten Kollegen Christian Kessler.

Fazit: "Ein Haufen verwegener Hunde" ist ein unglaublich unterhaltsames Kriegsabenteuer, das einerseits durch das gute Handwerk fesselt, andererseits aber durch die besonders gelungene erste Hälfte für einiges an Spaß beim Zuschauer sorgt. Manchmal zerfällt der Film zwar in lose Episoden, aber der Gesamteindruck ist sehr positiv. Ein Remake hat der Film sicherlich nicht nötig!

Eine Rezension von David Kugler
(02. März 2008)
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Daten zum Film
Ein Haufen verwegener Hunde Italien 1977
(Quel maledetto treno blindato)
Regie Enzo G. Castellari Drehbuch Sergio Grieco, Sandro Continenza, Franco Marotta
Produktion Films Concorde Kamera Giovanni Bergamini
Darsteller Bo Svenson, Fred Williamson, Michael Pergolani, Peter Hooten, Jackie Basehart, Michel Constantin, Debra Berger, Raimund Harmstorf, Ian Bannen
Länge 95:26 FSK 18
Filmmusik Francesco De Masi
Der Film ist auch bekannt unter dem englischen Titel "Inglorious Bastards".
Kommentare zu dieser Kritik
Damocles TEAM sagte am 03.10.2009 um 14:39 Uhr

Unglaublich! Da nimmt sich Enzo G. Castellari doch einfach die Tarantinosche Schreibweise "Basterds", etwas Geld, und dreht in Südamerika einen neuen Streifen, der nach billiger, italienischer Exploitationware aussieht - mit Darstellern in Clockwork Orange Kostümen!

Der Name? CARRIBEAN BASTERDS!
Der Trailer? Hier: http://www.youtube.com/watch?v=-A79-CgkLZs

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