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Dealer Connection - Die Straße des Heroins

Dealer Connection - Die Straße des Heroins

Ein Film von Enzo G. Castellari

Endlich ist wieder Poliziesco-Time bei Mann beisst Film! Wir erinnern uns, das ist eine Sparte des italienischen Genrekinos, welche leider nicht so international bekannt wurde, wie etwa der Italo-Western, dessen Weiterentwicklung die italienischen Polizeifilme eigentlich darstellen. Sicherlich, etliche Streifen gibt es auf deutsch und auch im internationalen Markt, doch kaum einem unbedarften Zuschauer schlackern bei der Nennung von Der Vernichter und Konsorten die Ohren – im Gegensatz zu Spiel mir das Lied vom Tod. Und das, obwohl die Mechanismen doch sogar einigermaßen vergleichbar sind, nur eben in die neue Zeit transportiert wurden! Aber genug der Vorrede, schauen wir uns doch mal ein ganz besonderes Schmankerl an: Dealer Connection aus dem Hause Enzo G. Castellari, dem unbedarften Zuschauer am ehesten über eine Querverbindung von Tarantinos Inglourious Basterds bekannt, da er dafür die quasi Vorlage lieferte; auch der Spätwestern Keoma geht auf sein Konto. Dazu noch David Hemmings und Fabio Testi in den Hauptrollen, die sich von einem Score aus der Feder GOBLINs (Argentos Hausband) vorantreiben lassen! Was soll da schon schiefgehen?

Gehen tuts erstmal um einen Ring von Rauschgifthä
ndlern und den dazugehörigen Ermittlungen der internationalen Polizei. Schon in den ersten fünf Minuten bestreift Castellaris Film verschiedene Terrains in Rom, New York, Hongkong und Kolumbien, ohne dem Zuschauer dabei zu erklären was die ganze Chose eigentlich so wirklich soll. Doch egal, Leading Man Fabio Testi in der Rolle des...Fabio...stromert von Drogendeal zu Drogendeal, darf dabei grimmig schauen und wird letzten Endes von Interpol um Inspektor Hamilton (David Hemmings) geschnappt. Doch beide spielen ein doppeltes Spiel: sie kennen sich, sind befreundet und arbeiten zusammen; Fabio ist undercover im Einsatz, um an den großen Hintermann des Drogenrings zu kommen. Dann ist die erste Stunde eigentlich auch schon wieder vorbei, und die letzte halbe Stunde bricht an. Ein einziger großer Showdown, eine Hetzjagd auf Fabio Testi von verschiedenen Häschern, eine Stunt- und Schießeisenshow, bis letztlich der Abspann läuft, und man etwa so klug wie vorher ist...
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Sehr verworren das Ganze. In der Tat, Castellari gelingt es kaum, Struktur in die Geschichte des Films zu bringen. Man hetzt von Schauplatz zu Schauplatz, von Darsteller zu Darsteller, ja selbst von Dealer zu Dealer. Dass Testi Polizist ist, riecht man schon am Anfang 5 Meter gegen den Wind (daher auch kein Spoiler), von daher kann sich hier auch kaum Spannung aufbauen. Castellari unterliegt hier einfach dem Scale seiner Geschichte, was er aber auch ziemlich schnell bemerkt und den ganzen überflüssigen Kram der ersten fünf Minuten (!) möglichst bald über Bord wirft. Doch trotzdem gelingt es dem Film im ersten Drittel kaum, den Zuschauer wirklich in seinen Bann zu ziehen; zu undurchsichtig die Geschichte, zu sparsam die Action, zu zerstreut das Ganze. Dafür ist das Flair der 70er Jahre ganz gut getroffen. Was da an Frisuren und Klamotten rumläuft ist wirklich sehenswert. Gerade das Outfit von Fabio Testi, eine hautenge Jeans, eine offene Jeansjacke und dazu Cowboystiefel und eine zerschlissene Kappe – herrlich! David Hemmings dagegen geht in seinem biederen Cord-Anzug unter. Natürlich ist er der bessere Schauspieler, aber allzuviel weiß weder er noch das Drehbuch mit seiner Rolle anzufangen, nicht zuletzt mangels Screentime und tatsächlichen Aufgaben. Mal abgesehen von einer wahnwitzigen Szene, als er verletzt und im Dienst von einer Mofafahrerin mitgenommen wird, und sich an ihrer Brust festhält!

Überhaupt schiebt Castellari einen relativ sinnbefreiten Moment der Kategorie „What-the-Fuck?“ nach dem anderen ein. Nicht nur der Busengrapscher sorgt für Aufmerksamkeit, auch eine Lesbenszene die das Wort „selbstzweckhaft“ neu definieren dürfte, sorgt für erstaunte Zurkenntnisnahme. Dazu noch Fixen in Großaufnahme, Kausalketten wie Marihuana → Heroin → Drogenstrich → Tod in der Gosse, beschert dem Zuschauer allgemein Heiterkeit und sorgt mit Kloableckenden Junkies für die Extraportion italienischer Exploitationsoße. Dann aber, in der letzten Stunde zieht der Film mächtig an! Vergessen wir das Drehbuch, vergessen wir die Charaktere, lassen wir alles über Bord fallen und zelebrieren einen halbstündigen Actionshowdown mit Klettereinlagen, Schießereien, Verfolgungsjagden zu Fuß und motorisiert, und nicht zuletzt eine Jagd mit einmotorigen Flugzeugen, die in Stunts endet, die ich in diesem Film niemals erwartet hätte. Aus abgenudelten Schauplätzen wie Lagerhallen und Baustellen kann Castellari dann zwar auch nicht viel rausholen, aber die weiteren Szenen in der Burgruine und dem U-Bahnhof (?) sind umso besser.

Alles in allem also kein Brüller. Geschichte taugt nix, Langeweile stellt sich auch mal ein, aber die Action ist dafür klasse. Dazu ein netter Cast, ein toller Soundtrack von GOBLIN und eben der Wahnwitz, den man bei Castellari ja immer suchen kann, und fertig ist ein leidlich unterhaltsamer, aber in der letzten halben Stunde temporeicher Actionkrimi italienischer Bauart. Irgendwas zwischen drei und vier Sternen. Ich geb ihm einfach mal drei Sterne, denn so richtig getaugt hat er mir nicht. Bestimmt auch, weil man kaum Kausalitäten zwischen den Handlungen der Helden und dem Verlauf des Filmes erkennen konnte. Achja, die Chose war bei der deutschen Kinoaufführung sogar ab 12 freigegeben! Ein weiterer „What the Fuck?“ Moment, für den good ol' Enzo aber diesmal nicht viel kann.

Eine Rezension von David Kugler
(05. Oktober 2009)
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Daten zum Film
Dealer Connection - Die Straße des Heroins Italien 1977
(La via della droga)
Regie Enzo G. Castellari Drehbuch Massimo De Rita, Galliano Juso
Produktion Cinemaster S.r.l. Kamera Giovanni Bergamini
Darsteller David Hemmings, Fabio Testi, Sherry Buchanan, Wolfango Soldati, Joshua Sinclair
Länge 88:51 FSK
Filmmusik GOBLIN
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