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Warcraft: The Beginning

Warcraft: The Beginning

Ein Film von Duncan Jones

Adaptionen beliebter Videospiele sind immer schon ein reichlich verzwicktes Unterfangen gewesen, sind es doch zwei Parteien, die zusammengebracht und zufriedengestellt werden möchten. Zum einen ist man darauf bedacht, das jeweilige Game-Universum einem Publikum schmackhaft zu machen, welches bisher möglicherweise keinerlei Kontakt mit diesem hatte. Gleichzeitig aber pocht dort ebenso der Respekt vor der (wahrscheinlich) ausgeprägten Anhängerschaft des jeweiligen Games, welche nicht miterleben möchte, wie ihre visuell-basierende Kostbarkeit, in die unzählige Stunden investiert wurde, auf der großen Leinwand durch die Mühlen der Traumfabrik zu einem glanzlosen Industrieprodukt verdammt wird. Die Vergangenheit jedenfalls hat bewiesen, dass Computerspiele besser in dem Medium verbleiben sollten, in dem sie heimisch ist, denn ob „Resident Evil“, „Tomb Raider“, „Far Cry“ oder „Doom – Der Film“ - allesamt waren sie regelrechte Rohrkrepierer, die den prominenten Vorlagen und deren Fandom einen noch lange schmerzenden Schlag in die Magengrube verpasst haben. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Und nun, angesichts des Kinostarts von „Warcraft: The Beginning“, wäre es doch endlich mal wieder an der Zeit, ein zufriedenstellendes Werk der Marke „Silent Hill“, eine dieser ominösen Ausnahmen,
zu Gesicht zu bekommen. Immerhin hatte man mit dem David-Bowie-Spross Duncan Jones („Moon“) einen Filmemacher gefunden, der nicht nur über das nötige Talent verfügt, sondern auch einem feurigen Impetus, sich der gigantisch anmutenden Materie rundum „World of Warcraft“ anzunehmen. Basierend auf dem Echtzeit-Strategiespiel „Warcraft: Orcs & Humans“ aus dem Jahre 1994, hat man die Zeiger erst einmal, wie könnte es anders sein, auf Null gesetzt. Alles beginnt in der Welt von Draenor, der Heimat der Orks. Da sich diese Welt inzwischen als unwirtlich herausgestellt hat, machen sich die Orks unter der dämonischen Regentschaft des Magiers Guldan auf in Richtig Azeroth, um dort mit aller Gewalt ihr neues Heim zu errichten. Das Konfliktpotenzial ist also schnell erwartbar, denn in Azeroth trifft man auf eine Vielzahl an Völkern, darunter Menschen und Zwerge, die vom groben Betragen der orkischen Invasoren nicht unbedingt begeistert sind.

Das klingt nicht nur generisch – das ist generisch. Mit welcher Chuzpe „Warcraft: The Beginning“ aber vorgeht, um seine Geschichte aufzurollen, ist schon respektabel, denn anders als Blockbuster, die einem ähnlichen produktionsökonomischen Standard unterliegen, macht „Warcraft: The Beginning“ tatsächlich keinerlei Hehl daraus, reinrassigen Fan-Service aufzubereiten. Wer sein Herz also schon an die Warcraft-Lore verloren hat und ein angelesenes respektive angespieltes Verständnis für das Ausmaß an Stämmen, Orden, Ethnien und Lokalitäten besitzt, dem dürfte Duncan Jones hier ein hochbudgetiertes Labsaal für das persönliche Seelenbefinden geschaffen haben. Ganz zum Leidwesen jener, die als unbeleckte Quereinsteiger in diesen Kosmos einsteigen und zusehends den Eindruck gewinnen, dass man hier nicht erwünscht ist. Für die nämlich ist das zweistündige Fantasy-Abenteuer nicht nur ein Wust aus seltsam inkohärent anmutenden Versatzstücken, sondern vor allem ein träger Marsch durch den (technisch zweifelsohne beeindruckenden) Pixelbrei. Nun stellt sich aber die Frage, ob man Duncan Jones für diesen Mut bejubeln oder für die erzählerische Rücksichtslosigkeit verfluchen soll?

Warcraft: The BeginningWarcraft: The BeginningWarcraft: The Beginning

In jedem Fall gestaltet sich „Warcraft: The Beginning“ als erwartungsfrohes Prestigeprojekt, weil auf seinen Schultern nicht nur der Anspruch lastet, ein originäres Franchise für das Kino aus dem Boden zu stampfen, sondern auch, der Vorlage gerecht zu werden und deutlich zu machen, dass sich hier über mehrere Episoden nicht nur der alttestamentarische Kampf zwischen Licht und Dunkelheit abspielen wird. Dass sich das Narrativ aber genau an dieser müden Dialektik abmüht, zeigt ziemlich genau auf, warum „Warcraft: The Beginning“ keinerlei eskapistische respektive immersive Impulse auf den Zuschauer übertragen kann und Duncan Jones auf Dauer überraschend freudenleer operieren lässt. Das Worldbuilding erscheint abgehetzt, die Charaktere sind zu eindimensional, ihre Positionen immer stabil und erschütterungsfrei und die Krisenherde, die sich auch intern im Ork-Aufmarsch breitmachen, nur ein weitestgehend hilflos umgesetzter Ausdruck dahingehend, die ethnografische Diversität des Originals nicht vollkommen brachliegen zu lassen. Punkten kann tatsächlich nur das Motion-Capture-Verfahren, welches Schauspieler wie Toby Kebbell oder Daniel Wu zu kraftstrotzend-lebensechten Orkkolossen transformiert. Ein bescheidener Trost, in seiner Hochwertigkeit aber nicht von der Hand zu weisen.

Cover & Szenenbilder: © Universal Pictures 2016

Eine Rezension von Pascal Reis
(10. Juni 2016)
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Daten zum Film
Warcraft: The Beginning USA 2016
(Warcraft)
Regie Duncan Jones Drehbuch Charles Leavitt, Duncan Jones
Produktion Legendary Pictures, Blizzard Entertainment, Atlas Entertainment Kamera Simon Duggan
Darsteller Toby Kebbell, Travis Fimmel, Paula Patton, Ben Foster, Dominic Cooper
Länge 123 Minuten FSK ab 12 Jahren
Filmmusik Ramin Djawadi
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