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The Theatre Bizarre

The Theatre Bizarre

Ein Film von Douglas Buck, Buddy Giovinazzo, David Gregory, Karim Hussain, Jeremy Kasten, Tom Savini, Richard Stanley

Die Horror-Anthologie „The Theatre Bizarre“ ist ein Herzblut-Projekt von sieben Genre-Besessenen.

Auf die Beine gestemmt durch die Independent-Company Severin Films von Produzent und Regisseur David Gregory („Plague Town“), vereint die Sammlung von sechs Kurzschockern sowie einem Rahmensegment solche Kultgrößen wie Buddy Giovinazzo („Combat Shock“), Richard Stanley („Dust Devil“) oder Make-Up-Profi Tom Savini („Maniac“) unter einem vielversprechenden Banner.

Zwischen pechschwarzem Humor, mystischen Elementen und sogar bitter-tragischen Noten präsentiert sich „The Theatre Bizarre“, der sein Grundkonzept lose an das groteske Programm des Pariser Théâtre du Grand Guignol, welches das moderne Horror- und Splatterkino maßgeblich mitgeprägt hat, anlehnt, als unwiderstehliche Mixtur des Grauens, als ein eigenwilliges und letzten Endes doch bemerkenswert harmonisches Spiel unterschiedlichster Stile und Themen.
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Die von Jeremy Kasten („The Wizard of Gore“) inszenierte Rahmenhandlung Theatre Guignol bildet den Auftakt zu einer wilden Kurzgeschichten-Achterbahnfahrt, wie man sie in dieser Form seit George A. Romeros „Creepshow“ (1982) wohl nicht mehr auf der großen Leinwand erleben durfte.
Eine junge Frau (Virginia Newcomb) verirrt sich eines Nachts in ein scheinbar verlassenes Theater, in welchem urplötzlich eine menschengroße Puppe (dargestellt von Udo Kier, „Schamlos“) auf mysteriöse Weise zum Leben erwacht und ihr einige unglaubliche Geschichten erzählt.
Geschichten, die im Verlauf einen offensichtlichen Effekt, sowohl auf den Erzähler, wie auch auf seine aufmerksame Zuhörerin, haben...

Richard Stanleys wundersame, atmosphärische Clark Ashton Smith-Adaption The Mother Of Toads entführt das Publikum zunächst in die französischen Pyrenäen.
Das amerikanische Pärchen Karina (Victoria Maurette) und Martin (Shane Woodward) hat sich diese traumartige Welt als Urlaubsziel ausgesucht.
Martin ist Anthropologie-Student und findet sich nach einem Gespräch mit der Einheimischen Mere Antoinette (Lucio Fulci-Muse Catriona MacColl, „Die Geisterstadt der Zombies“), die nach eigener Auskunft eine Kopie des sagenumwogenen Necronomicons besitzen soll, in ihrem unheimlichen Bann wieder, der schon bald das Unheil über ihn und seine Angebetete bringt...

Dem visuell stark dem italienischen Genre-Kino der Siebziger zugewandten, übersinnlichen Grusel schließt sich mit Buddy Giovinazzos I Love You ein Horrorbeitrag an, wie er bodenständiger kaum sein könnte.
Angesiedelt in einem Berliner Apartment, entbrennt ein erbittertes Beziehungsdrama zwischen dem abgewrackten, alkoholabhängigen Axel (André Hennicke, „Antikörper“) und seiner attraktiven Gattin Mo (Suzan Anbeh, „Die Tür“), welche ihn nach ihrer langjährigen Affäre mit einem gemeinsamen Freund schließlich zu verlassen droht.
Axel fleht sie an, während eines letzten Gespräches wenigstens reinen Wein einzuschenken.
Und Mos Worte sind brutaler, schmerzhafter und präziser als jedes Messer, welches später noch zum Einsatz kommt...

Auch das sich anschließende, von Tom Savini umgesetzte, Segment Wet Dreams rückt den Kampf der Geschlechter in den Mittelpunkt – wenn auch im Rahmen eines ungleich effektlastigeren, surrealeren Szenarios.
Donnie (James Gill) führt eine alles andere als glückliche Ehe mit seiner Frau Carla (Debbie Rochon), die ihre unangenehmen „Höhepunkte“ in seinen reichlichen skurrilen Albträumen findet, in welchen auch schonmal scherenartige Mutationen dem Geschlechtsakt ein vorzeitiges Ende bereiten.
Der junge Mann bittet deshalb seinen Psychiater Dr. Maurey (Sex Machine Tom Savini höchstpersönlich) um Rat – in Anbetracht von Donnies Seitensprüngen womöglich eher ein fataler Fehler...

Das Herzstück von „The Theatre Bizarre“ bildet wohl zweifellos Douglas Bucks folgender The Accident, der auf melancholische Weise vom ersten echten Kontakt eines Kindes mit dem Thema „Tod“ erzählt.
Ein kleines Mädchen (Mélodie Simard) fährt mit seiner Mutter (Lena Kleine) über eine kurvige Gebirgsstraße.
Ein Motorradfahrer überholt sie und liegt schließlich wenige Kilometer weiter, infolge eines Zusammenpralls mit einem Hirsch, tot am Boden, während das Tier noch qualvoll gegen sein Ableben kämpft und erst von einem weiteren Anwesenden erlöst wird.
The Accident schildert eine mögliche Auseinandersetzung mit einem solchen Ereignis und nimmt als gänzlich humorlose, aber poetisch-schöne Episode eine klare Sonderstellung im Kreise der kompromisslosen Schrecken ein.
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Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann Karim Hussain („Subconscious Cruelty“) widmet sich in seinem rauen Vision Stains einer diabolisch-abgründigen Idee.
Eine Schriftstellerin (Kaniehtiio Horn, „Wild Hunt“) findet heraus, dass sie durch das Injizieren der Augenflüssigkeit von einer gerade sterbenden Person noch einmal an deren Leben teilhaben kann.
Sie durchstreift daraufhin die Straßen, „hilft“ Junkies beim Finden eines schnelleren Todes und nimmt sich im Gegenzug das, was sie begehrt.
Als Botschafterin all derer, die dort still vor sich dahinsterben, als das sieht sie sich. Eine Künstlerin, die sogar das elende Leben ihrer Opfer teilt.
Bis sie ihre Neugierde letztlich einen Schritt zu weit an den finsteren Abhang treibt...

Die finale Episode des Films steuert David Gregory bei.
Sweets ist eine poppig bunte Horrorkomödie im Tales From The Crypt-Miniformat, die die maßlosen Gelüste des Lebens aufs Korn nimmt und im Zentrum erneut einen Beziehungskonflikt beschreibt.
Liebe geht durch den Magen und Greg (Guilford Adams) liebt Estelle (Lindsay Goranson). Aber Estelle liebt Greg so sehr, dass sie die Beziehung auf den gemeinsamen Bergspitzen von Süssigkeiten nicht fortsetzen kann.
Eine bizarre Orgie soll die Lösung des Problems mit sich bringen...

Das „The Theatre Bizarre“-Projekt ist eine ambitionierte Zusammenkunft visionärer Komponisten, Regisseure und Kameramänner, die deutlich spürbar ohne die ernüchternden Auflagen eines Hollywood-Studios über die Bühne gegangen ist.
Ein festgelegtes Budget für jeden Beteiligten und eine Spieldauer pro Segment zwischen zwölf und zwanzig Minuten sind die einzigen Spielregeln gewesen, an die es sich zu halten galt.
Mit (fast) völliger Freiheit konnten nun alte Hasen wie Richard Stanley oder Buddy Giovinazzo zeigen, zu welchem Kraftakt sie auch in Kurzform noch im Stande sind.

Es tut einfach nur gut, das Mythen-schwangere Unheil Stanleys direkt neben dem realen Eheschrecken Giovinazzos oder auch völlig außer Rand und Band geratenem Fun-Splatter der Marke Sweets zu sehen, ohne dass sich diese verschiedenen Ausrichtungen zu irgendeinem Zeitpunkt je im Wege stehen würden.
Im Gegenteil: Die unterschiedlichen Interpretationen des Begriffes „Horror“ ergänzen sich auf äußerst reizvolle Art und werden obendrein von der bereits genannten Rahmenstory zusammengehalten und gegen Ende auf einen gemeinsamen Punkt gebracht.
Wir alle sind Bestandteile von Geschichten.

Vor allem auch auf audiovisueller Ebene weiss der Film in höchstem Maße zu überzeugen.
Jedes Segment verfügt über seinen eigenen Stil, der natürlich in erster Linie vom jeweiligen Regisseur geprägt ist, aber auch durch das dezente Zusammenspiel innerhalb der Kreativformation (Karim Hussain steuerte neben seinem eigenen Output auch die Aufnahmen zu The Mother Of Toads und The Accident bei, während Richard Stanleys Hauskomponist Simon Boswell zusätzlich zu The Mother Of Toads auch Vision Stains vertonte und sich Douglas Buck für den Schnitt bei Wet Dreams, Vision Stains und Sweets verantwortlich gezeichnet hat) eine gewisse Dynamik erhält.

In Primärfarben getauchter Italo-Horror mit H.P. Lovecraft-Anleihen (The Mother Of Toads), triste und deprimierende Grautöne (The Accident) und dreckig-grieselige Bilder (Vision Stains), wie man sie aus so manchem 80's-Schocker kennt, halten für den Fan einen bunten Blumenstrauß bereit.
Schwierig wird es nun, eine Lieblingsepisode aus diesem herauszuziehen – gelungen sind sie auf ihre individuelle Weise allesamt.

Während The Mother Of Toads, Wet Dreams und Sweets teilweise sehr blutrünstige, aber ansonsten „leichtverdaulichere“ Kost für die weniger zartbesaiteten Zuschauer bereithalten, fahren I Love You, The Accident und Vision Stains vergleichsweise schwere emotionale Geschütze in dem filmischen Wechselbad auf.
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Mir persönlich haben wohl die lang erhoffte Rückkehr Stanleys und Douglas Bucks mitreißender Genre-Außenseiter am besten gefallen...dicht gefolgt von sämtlichen übrigen Beiträgen.

Eine Rezension von Bastian G.
(15. Oktober 2011)
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Daten zum Film
The Theatre Bizarre USA, Frankreich, Kanada 2011
(The Theatre Bizarre)
Regie Douglas Buck, Buddy Giovinazzo, David Gregory, Karim Hussain, Jeremy Kasten, Tom Savini, Richard Stanley Drehbuch Zach Chassler, Richard Stanley, Scarlett Amaris, Emiliano Ranzani, Buddy Giovinazzo, John Esposito, Douglas Buck, Karim Hussain, David Gregory
Produktion Severin Films, Metaluna Productions, Nightscape Entertainment, Quota Productions Kamera David M. Brewer, Karim Hussain, Michael Kotschi, Eduardo Fierro, John Honoré
Darsteller Udo Kier, Virginia Newcomb, Amanda Marquardt, Amelia M. Gotham, Catriona MacColl, Shane Woodward, Victoria Maurette, André Hennicke, Suzan Anbeh, Harvey Friedman, Debbie Rochon, Tom Savini, James Gill, Jodii Christianson, Lena Kleine, Mélodie Simard, Jean-Paul Rivière, Bruno Decary, Lynn Lowry, Kaniehtiio Horn, Cynthia Wu-Maheux, Imogen Haworth, Rachelle Glait, Lindsay Goranson, Guilford Adams, Jessica Remmers, Elissa Dowling, Jeff Dylan Graham, Erin Marie Hogan
Länge 114 min. FSK voraussichtlich ab 18 Jahren
http://www.facebook.com/thetheatrebizarre
Filmmusik Eric Liam Powell ("Theatre Guignol"), Simon Boswell ("The Mother Of Toads" & "Vision Stains"), Susan DiBona ("I Love You"), Bobb Freund ("Wet Dreams"), Pierre Marchand ("The Accident"), Mark Raskin ("Sweets")
Der Film wurde im Rahmen des "18. Internationalen Filmfestes Oldenburgs" in der englischen OV und in Anwesenheit der Regisseure Douglas Buck, Buddy Giovinazzo und Richard Stanley vorgeführt!
Kommentare zu dieser Kritik
Bartel sagte am 15.10.2011 um 11:25 Uhr

Sehr geehrter Herr Glodd,
in welcher festlichen Aktivität war es Ihnen möglich diese Perle zu sichten? Wurden Sie etwa Zeuge der legendären "Ohnmachtsanfälle" auf der Deutschlandpremiere? In freudiger Erwartung Ihrer baldigen Antwort... Ihr Bartel
Bastian TEAM sagte am 15.10.2011 um 11:33 Uhr

Guten Tag!
Leider war ich Beisitzer der Vorstellung VOR den berüchtigten Ohnmachtsanfällen ;-) Und leider war während dieser Vorstellung die Projektion alles andere als adäquat, weswegen sogar die Regisseure zwischendurch zum Vorführer rausgeflitzt sind.
Aber das ändert ja nichts am Ergebnis.
Bartel sagte am 15.10.2011 um 11:34 Uhr

Über DIESE Vorstellung habe ich auch gelesen....na ja...auch irgendwie legendär...optisch gesehen...
Bastian TEAM sagte am 15.10.2011 um 11:45 Uhr

Legendär peinlich vielleicht für das betreffende Kino. Wenn man Digital-Projektionen nicht hinbekommt, sollte man am besten auf diese verzichten...oder den Schmu nicht unbedingt in Anwesenheit von Ehrengästen runterspulen...

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