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Die Simpsons - Der Film

Die Simpsons - Der Film

Ein Film von David Silverman

von Asokan Nirmalarajah

Wie es sich für ein selbstreflexives, postmodernes Popkultur-Phänomen gehört, stellt auch die populärste und langlebigste TV-Zeichentrickfamilie in ihrem ersten Leinwandabenteuer The Simpsons Movie (2007) die offenkundigste aller Fragen gleich an den Zuschauer: warum soll man das Kino für etwas beehren, was man bereits auf dem heimischen Bildschirm in leichter zu verdauenden, da kleineren Happen zu sehen bekommen hat? Die Frage bleibt der Simpsons-Film letztlich schuldig, da er trotz formatgerecht aufwendiger Produktion und jahrelanger Entstehungszeit auch nicht mehr als eine aufgeblasene, wenn auch kontinuierlich unterhaltsame Episode einer mittlerweile zur zweifelhaften Institution verkommenen Serie ist, die ihren kreativen Zenit schon um die Jahrtausendwende überschritten hatte, und heute mehr vom Kredit ihrer ersten zehn famosen Staffeln zehrt, als ihrem Ruf als qualitativ beständiges, innovatives, intelligentes, und vor allem heute noch kulturgeschichtlich relevantes Phänomen gerecht zu werden.


Die Simpsons – Der Film ist in erster Linie ein Geschenk an die treuen Anhänger, also all diejenigen, die in den letzten acht Jahren trotz erheblicher qualitativer Unbeständigkeit der Serie treu geblieben sind, und über denselben, klassischen Simpsons-Gag auch zu Anfang des Films noch l
achen können: der alte Milliardär Montgomery Burns ist so schwach, daß er nicht mal eine Zahnbürste mit Zahncreme zu halten vermag, der indische Kwik-E-Markt-Betreiber Apu fährt fort, längst abgelaufene Lebensmittel zu verkaufen, und die Zeichentrickmaus Itchy besorgt der Trickkatze Scratchy wieder mal einen spektakulären (diesmal tricktechnisch potenzierten) Tod. Doch laut der verläßlichen Faustregel, daß auch die schlechteste Simpsons-Episode mindestens eine tödliche Lachsalve im Lauf hat, vermag auch der Film mit seinem ersten animierten Star-Gastauftritt grandios zu punkten.

Die Simpsons - Der FilmDie Simpsons - Der FilmDie Simpsons - Der Film
Und der Sympathisant der Serie, der aufgrund der ermüdenden Repetition bekannter Scherze und des Verlusts der auf Charakter-Komik ruhenden und weniger an dem seit langem schon präsenten (und von noch surrealeren Ablegern wie „Family Guy“ und „American Dad!“ bereits bis zur Schmerzesgrenze kopierten) irreal-brutalen Slapstick-Klamauk (des immer zentraler geschalteten Homer) entlanggeschriebenen Geschichten innerhalb der Serie ernüchtert sein mag, wird im weiteren Verlauf des Films gar des öfteren positiv überrascht werden. Denn hatte man angesichts der zusehends absurderen, aber enttäuschend sinnleeren TV-Staffeln geglaubt, die einst größtenteils famos konzipierten Figuren (die als ewig junge Trick-Menschen zudem selten die Möglichkeit einer charakterlichen Entwicklung haben) hätten ihren originären Reiz längst eingebüßt, so vermag die erste (und angesichts des zu erwartenden Kassenerfolgs sicherlich nicht letzte) Simpsons-Verfilmung doch an die emotionale Kraft der ersten Staffeln und den Wahnwitz der besten Staffeln anzuknüpfen, ohne den beliebten Klamauk darunter leiden zu lassen.


Für Simpsons-Novizen ist dieser Film, ganz anders als die meisten Filmadaptionen populärer Zeichentrick-Serien, allerdings nicht gedacht. Eine gewisse Vertrautheit mit den Figuren wird durchaus vorausgesetzt, wenn auch die Universalität und das dadurch große Identitätspotential dieser dysfunktionalen Familie aus dem kleinen US-Ort Springfield stets gegeben sind. Und wenn auch viele der humoristisch gefärbten meta- und intertextuellen Anspielungen des Films für Neulinge nicht immer ganz nachvollziehbar sein dürften, so kann sich doch jeder in dieser klassischen Familienkonstellation wiederfinden: Vater Homer, Mutter Marge, und die Kinder Bart, Lisa und Säugling Maggie sind wie die meisten Springfield-Bewohner voller Makel und voller Talente. Diese gewohnt ereignisreiche Kino-Episode spannt den schwindelerregend weiten Bogen von sinnvollem und unnützem Klimaschutz über die elementare Bindung zwischen einem Vater und seinem Sohn, die Schönheit und die Gefahren Alaskas, politischen Machtmißbrauch und die weisen Brüsten alter Indianerfrauen bis hin zu der erotischen Anziehungskraft eines Schweins.

Die Simpsons - Der FilmDie Simpsons - Der FilmDie Simpsons - Der Film
Mit einer Narration wartet The Simpsons Movie schon auf, doch narrative Kohärenz darf man hier nicht unbedingt erwarten. Logische, inhaltliche sowie charakterliche Ungereimtheiten fallen einem aber erst im nachhinein auf: während der knackigen anderthalb Stunden Laufzeit des Films ist man einfach zu beschäftigt damit, auch den kleinsten Gag des Films mitzubekommen: Schlag auf Schlag wechseln hier wie zu besten Zeiten der Serie kluger Wortwitz, physischer Klamauk, Situationskomik, zünftige Satire, Charakterkomik, sowie stets starke (allerdings immer auch virtuos gebrochene) tiefe Emotionalität und packende Melodramatik. Natürlich zündet hier nicht jeder Witz und die Abnutzungserscheinung bei den Charakteren und ihrer Welt besteht fort, da hier beides weder sonderlich erweitert, noch neu erfunden wird. Aber warum an solch mickrigen Schönheitsfehlern wie diesem sowie unnützen Nebenhandlungen wie der mit Lisas irischem Schwarm, herummäkeln, wenn der Film sein Tempo hält und uns konstant amüsiert. Mehr darf und kann man von den Simpsons heute nicht erwarten. Hätte dieser Film jedoch vor zehn, fünfzehn Jahren, wie ursprünglich geplant, das Licht der Leinwand erblickt, wäre der streitbar beste Gag – „Spider-Pig!“ – nur einer von vielen Höhepunkten gewesen…



Spider-Pig, Spider-Pig.
Does whatever a Spider-Pig does.
Can he swing
from a web?
No he can’t,
cause he’s a pig.
Look out!
He is the Spider-Pig!


Eine Rezension von Asokan Nirmalarajah
(26. Juli 2007)
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Daten zum Film
Die Simpsons - Der Film USA 2007
(The Simpsons Movie)
Regie David Silverman Drehbuch Matt Groening, James L. Brooks, Al Jean, David Mirkin, Ian Maxtone-Graham, Mike Reiss, George Meyer, Matt Selman, Mike Scully, Jon Vitti, John Swartzwelder
Produktion 20th Century Fox
Darsteller Dan Castellaneta, Julie Kavner, Harry Shearer, Nancy Cartwright, Yeardley Smith, Albert Brooks, Joe Mantegna, Tom Hanks
Länge 87 FSK 6
http://www.simpsonsmovie.com/
Filmmusik Hans Zimmer
Kommentare zu dieser Kritik
Stefan R. TEAM sagte am 12.08.2007 um 20:48 Uhr

Der erste Kinofilm der weltbekannten gelben Familie ist ein überaus gelungener Spaß, der zum einen durch eine durchweg tolle Inszenierung, zum anderen durch die schier endlose Gagdichte besticht. Die schön bescheuerte Geschichte ist genau der richtige Aufhänger für perfekt getimte Witze am laufenden Band, ohne allzu offensichtlich ins Alberne abzudriften. Ob nun der amerikanische Präsident Schwarzenegger heißt ("Oa Knocks?"), Homer Liebelei mit einem Schwein betreibt, oder Barts bestes Stück in einer denkwürdigen und grandios komischen Szene gezeigt wird - Die Simpsons sind sich für nichts zu schade und bescheren dem Zuschauer - neben dem obligatorischen Happy End - endlich wieder das, was viele gar nicht mehr vermutet hatten, nämlich richtig gute, witzige Unterhaltung!

Aufgepasst: es lohnt sich, während des Abspanns sitzen zu bleiben!
Zombie-mower TEAM sagte am 13.08.2007 um 00:11 Uhr

mir hat der Film gar nicht getaugt

Wahrscheinlich bin ich bereits zu alt, um den entsprechenden Enthusiasmus für den momentanen CGI-Hype aufzubringen, aber der animierten gelben Simpsons-Familie fehlt einfach jegliche Authentizität und emotionale Tiefe. Nämlich die, die man noch bei den gezeichneten TV-Serien erleben durfte.
Dieser technische Aspekt hat mir die Freude am Film durchwegs verdorben.

Ein weiterer Makel war für mich die fehlende Balance, die der Serien-Homer wie ein Seiltänzer vollführt hatte (nämlich die Gratwanderung zwischen alberndem, alles falsch machendem Trottel und liebevollem, gutherzigen Kerl).
Seine Neigung, in die Patsche zu geraten wurde im Film schon regelrecht exploitativ eingesetzt mit dem offensichtlichen Zweck, den Zuschauer durchweg bei Laune zu halten.

Während ich Homer in den Serien-folgen stets als den tragischen Helden indentifizierte, kam mir selbiger im Film bei den unermüdlichen Slapstikeinlagen als harmloser, bemitleidenswerter Idiot rüber.

Schade, dass "Simpsons The Movie" im Resultat eben an der gleichen Fehltaktik wie "Evan Allmighty" scheiterte:
schale, an Fülle explodierende Gags in aufpoliertem, teuerstem CGI-Gewand ohne Substanz und Sinn.
Asokan TEAM sagte am 13.08.2007 um 22:24 Uhr

In der formulierten Härte würde ich die CGI-fizierung der Simpsons nicht sehen, aber aus den Ausführungen von Zombie-power folgere ich, daß er die letzten Staffeln verschlafen hat - ich selbst habe sie nur dann und wann gesehen, da genau die emotionale Bindung und die Komponente, die Homer noch als sympathischen Deppen akzentuiert, der es letztlich doch gut meint, seit geraumer Zeit in der TV-Serie fehlt. Natürlich leben die besten Episoden, angefangen von der ersten (1989) bis etwa zur zehnten Staffel (1999), noch von dem durchgeknallten Humor in Verbindung mit der psychologischen und emotionalen Tiefe der Figuren. Daran versucht der Film zwar anzuknüpfen, vermag es aber nicht ganz zu schaffen. Am CGI selbst würde ich diesen Verlust allerdings nicht so penetrant festmachen.
Zombie-mower TEAM sagte am 13.08.2007 um 23:47 Uhr

na dann hab ich noch rechtzeitig aufgehört, das Leben der Simpsons im Fernsehen mitzuverfolgen
Stefan R. TEAM sagte am 13.09.2009 um 19:54 Uhr

Free-TV-Premiere heute um 20:15 Uhr auf ProSieben

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