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Mutants

Mutants

Ein Film von David Morlet

Sacre Bleu!


Hätte man das mal geahnt. Jetzt sitzt der Rezensent vor seinem Rechner und versucht, sich einige weise Worte über einen Film aus den Fingern zu saugen, über den es tatsächlich so gar nichts Weises zu berichten gibt. Jener hört auf den schwungvollen Namen „Mutants“ und ist eine französische Produktion, in der es inhaltlich – einige werden es sich vielleicht schon zusammengereimt haben – um fiese und blutgierige Mutanten geht.

Es handelt es sich hier um ein Werk, welches eigentlich schützend versiegelt in das Genzelsche Trashlabor überführt werden müsste, um dort strengsten wissenschaftlichen Tests unterzogen zu werden. Leider ist es dem Verfasser dieser Zeilen nicht gelungen, in den Besitz des mehr als zweifelhaften Materials zu gelangen, weshalb dieser nun allein die Bürde der Berichterstattung auf sich nehmen muss. Bier auf. Prost.
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Es ist mal wieder Endzeitstimmung angesagt. Abgesehen davon, dass einige einleitende Zeilen den Zuschauern bereits vor der ersten Einstellung unheilvoll mitteilen, dass es recht schlimm um die Menschen steht, da eine sehr unschöne Krankheit diese in hässliche und sabbernde Zombies – Entschuldigung: Mutanten – verwandelt, werden einem im weiteren Verlauf auch nicht gerade sympathische Schauplätze präsentiert, wenn die anfangs eingeführten Protagonisten - ein Sanitäter, eine Ärztin, eine Soldatin und ein angeknabberter Patient - im Rettungswagen durch eine trostlose und verschneite Berggegend kurven. Bereits nach kurzer Zeit wird der angeknabberte Mutantenanwärter von der Soldatin erschossen, und da waren´s nur noch drei. Bei einem shoot-out während eines kleinen Zwischenstops bei einem heruntergekommenen Gebäude wird dann noch die Soldatin und ein zufällig Anwesender aus der weiteren Handlung gestrichen – leider erwischt eine Kugel dabei auch den Sanitäter, den wir ab jetzt bei seinem Film-Namen (Marco) nennen, da er neben der Ärztin (Sonia), mit welcher er natürlich eine Beziehung führt, zwangsläufig zu einer Hauptfigur des Streifens mutiert. Mutieren tut er allerdings ab besagtem Moment auch so richtig (also ganz im Sinne des Titels), da er nämlich auch irgendwie mit der hundsgemeinen Infektionen in Berührung gekommen ist, und mit Sonia nun in einem verlassenen Bauwerk verzweifelt auf Hilfe von Seiten des Militärs wartet.

Um nach einer gefühlt endlosen Langenweile mal etwas mehr Butter bei die Fische (oder Spannung in den Streifen) zu kriegen, verfolgt Marco in immer ekeligeren Stadien seiner Verwandlung Sonia grunzend durch die Gänge oder tut andere unappetitliche Sachen, wie sich z.B. die Zähne auszurupfen (es gibt ja durchaus Leute, die diesen Streifen mit Cronenbergs „Die Fliege“ vergleichen…). Damit der Adrenalinpegel schließlich doch noch so stark ansteigt, dass das Publikum im Dämmerzustand die Augenlider ein letztes Mal mit aller Macht hochzuziehen versucht und der offensichtlich völlig gethrillte director of photography während der nun kommenden Szenen kaum noch seine Kamera gerade halten kann, führt der Newcomer-Regisseur David Morlet eine weitere Gruppe von ganz bösen, strunzdummen Gestalten ein, die Sonia und Marco in ihrem Unterschlupf überfallen und ihren Wagen entwenden wollen.
Dass später außerdem noch einige Mutanten zu der netten Runde stoßen und diese ordentlich dezimieren, sollte niemanden ernsthaft überraschen…
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Im Prinzip sollte aus der Inhaltsangabe schon hervorgehen, dass man „Mutants“ nicht wirklich empfehlen kann. Das liegt zum Einen vor allem an der ausgelutschten Zombie/Mutanten-Story, die dabei so lustlos und langweilig runtergekurbelt worden ist, dass man bereits nach wenigen Minuten den ersten Blick auf die Uhr wagt. Zum Anderen nervt die ach-so-mitreißende, unterschwellige Liebesgeschichte zwischen Sonia und ihrem frischgebackenen Mutantenlover eher, als dass man sie dem Film als interessanten Aspekt zugute halten müsste.
Auch die Schauspieler agieren durch die Bank völlig lustlos und selbst Splatterfans bekommen hier nicht wirklich etwas geboten, was den Eintritt für sie rechtfertigen könnte.

Dass die Wackelaufnahmen oftmals den Eindruck erwecken, als hätte der Kameramann einige Schnäpse über den Durst gehabt, ist ja oben schon angedeutet worden – und um es jetzt nochmal deutlicher zu sagen: Die Kameraarbeit ist bis auf ein paar atmosphärische Außenaufnahmen absolut katastrophal geraten…wem schon beim „Blair Witch Projekt“ schlecht oder schwummerig vor Augen geworden ist, sollte prophylaktisch besser eine leere Popcorntüte mit in den Saal nehmen, oder schlauerweise gleich auf den Film verzichten.

„Mutants“ stellt definitiv den bisherigen Tiefpunkt der französischen Horrorwelle um Meisterwerke wie „Inside“ oder „Martyrs“ dar und funktioniert bestenfalls als unfreiwillig komischer „28 days later“-Klon ohne nennenswerte Höhepunkte.
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Finger weg...oder den Möchtegern-emotionalen Trash wenigstens mit Humor nehmen!

Eine Rezension von Bastian G.
(28. August 2009)
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Daten zum Film
Mutants Frankreich 2009
(Mutants)
Regie David Morlet Drehbuch Louis-Paul Desanges & David Morlet
Produktion Sombrero Productions, Cofinova 4, Canal+, CinéCinéma, TPS Star Kamera Nicolas Massart
Darsteller Hélène de Fougerolles, Francis Renaud, Dida Diafat, Marie-Sohna Conde, Nicolas Briançon, Luz Mandon, Driss Ramdi, Grégory Givernaud
Länge 95 min. FSK ab 18 Jahren
http://www.ctvint.fr/pages/fiche.asp?id=3561
Der Film ist im Rahmen des "Fantasy-Filmfests 2009" in der französischen OV mit englischen Untertiteln vorgeführt worden. Die deutsche DVD ist ab dem 08.01.2010 im Handel erhältlich.
Kommentare zu dieser Kritik
Micha Barbarez sagte am 28.08.2009 um 09:28 Uhr

Also dieser Verriss überrascht mich wirklich sehr. Wir waren gestern auf dem FFF in Köln und haben dort den Film gesehen und waren ganz begeistert von dem Film. Gut, Zugegeben, ich neige dazu, Filme auf dem Festival tendenziell immer etwas besser zu finden als sie wohl objektiv sind ( muss an der Festivalstimmung liegen, oder so), ABER, der Film hatte viel Positives. Zu Recht wird der Vergleich mit Cronnenberg genannt. Die Mutation von Marco sehe ich schon als kleine Hommage an die Fliege. Der Ekelfaktor ist in diesen Szenen jedenfalls gleich hoch und intensiv. In der tragischen Tiefe kommt die Darstellung zwar nicht an den grandios aufspielenden "Seth Brundle" Jeff Goldblum heran, aber es reicht schon noch, um einen etwas zu berühren. Auch die Liebesgeschichte fand ich nicht aufgesetzt. Die Hauptdarstellerin ist Sanitäterin, was durchaus erklärt, wieso sie leidensfähiger ist und länger zu ihrem Marco hält als es wohl die meisten Partner getan hätten ( Man denke nur an Chris Pines Charakter im thematisch verwandten, doch deutlich ruhigeren "Carriers" der wesentlich schneller Abstand von seiner infizierten Partnerin nimmt). Der Vergleich mit 28 Days later ( den ich auch sehr gut fand) ,drängte sich mir auch auf. Die Kameraarbeit war mir auch etwas zu wirr, aber das scheint bei den "modernen" Filmen ja oft unvermeidbar zu sein ( mir ist auch immer noch schlecht von " Splinter") und soll wol Dynamik vortäuschen. Der dreckig-bläuliche und realistische Look des Films sowie die ordentlichen, offensichtlich handgemachten Make up Effekte
haben mir gut gefallen. Beim Rausgehen wurden die Stimmkarten für die Wahl des besten Regiedebuts abgegeben und ich habe etliche 1 er Noten im Körbchen gesehen.
moviemessi sagte am 07.02.2010 um 02:26 Uhr

Auf die Story werde ich hier nicht nochmal genau eingehen, die ist ja schon oben sehr gut beschrieben. Also. Zuerst muss man seinen Blickwinkel auf "Mutants" etwas differizierter sehen, da er leider für viele Horror/Splatter?(wird auf der Rückseite der DVD behauptet)/Zombie-Film-Fans ganz schnell in der Schublade für unzählige mittelmäßige Genrevertreter landet.
Das liegt vor allem daran dass der Markt momentan derartig überschwemmt ist,sodass die paar wirklich starken Vertreter bedauerlicherweise in der Masse untergehen.
Allerdings gehen bei "Mutants" die Meinungen sehr weit auseinander, von: "wow, den würd ich nochmal schauen", bis:"in der Zeit hätte ich bestimmt tausend andere Dinge machen können die mehr Sinn hätten",: Love it or Hate it.Dazwischen befindet sich kaum etwas.
Wer es am Anfang schafft sich mit ein bischen Fantasie in den inneren Konflikt Sonias gegenüber ihren Lover Marco einzufühlen und im Kopf den nicht sehr gut weitergeführten Zwiespalt in ihr,weiter zu spinnen, was halt nicht jeden gelingt, kann eigentlich 95min souveränes Kino erleben.Man spürt die Unerfahrenheit David Morlets, wie er erfolglos Klischees nachläuft die in der Vergangenheit funktionierten, aber mittlererweile einfach schon ihren Zenit überschritten haben.Er scheitert einfach daran seinen Figuren eine gewisse Tiefe zu verleihen und so schnurstracks ins Belanglose abdriftet.
Positiv erwähnen muss man allerdings die Maske, die entgegen des Trends alles zu "vercomputerisieren" noch handgemacht und meiner Meinung auch sehr gut gelungen ist.
Alles in allem ist "Mutants" ein mittelmäßiger Vertreter des Genres, der leider viel Potenzial verschenkt hat.
Seichte Gemüter, die auf Tiefgründigkeit verzichten und sich an blutiger Mutantenschnetzelei erfreuen können, sollten sich vielleicht doch ein Exemplar aus der Videothek holen.
Ich persönlich bin sehr enttäuscht, da ich nach der Ankündigung doch höhere Erwartungen hatte.
loveissuicde sagte am 07.02.2010 um 10:35 Uhr

"...Love it or Hate it.Dazwischen befindet sich kaum etwas."


Schreibts und gibt danach eine mittlere Bewertung ab ;-)

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