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von Andy Fetscher




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Deadpool 2

Deadpool 2

Ein Film von David Leitch


DAS MERKWÜRDIGE VERHALTEN GESCHLECHTSREIFER ANTIHELDEN ZUR SEQUEL-ZEIT


„That´s just lazy writing!“


Kennen Sie das? Diese selbstverliebten Kritikerschnösel, die jeden noch so kurzen Moment in ihrem armseligen Leben dafür benutzen, lieblos hingerotzte Halbwahrheiten als pures Gold anzupreisen, um sich im Angesicht ihres erbärmlichen Spiegelbildes selbst textlich zu befriedigen? Ja? Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir auch. Eine bewundernswerte Art, sein Leben zu leben, nicht? Und daher schreibe ich die Kritik zu meinem neuen Film mit dem reißerischen, aber ungemein einfallsreichen Titel „DEADPOOL 2“ auch wieder selbst. Denn zum Tippen braucht es nicht unbedingt immer zwei Hände. Oh ja...


Also, mein Name ist Wade Winston Wilson. Zumindest in den Momenten ohne Maske. Trage ich diese, werde ich allerdings zum Alptraum, der die Nacht durchknattert. Oder so ähnlich. Denn ich bin Deadpool, Antiheld aus Überzeugung, namentlich angelehnt an den beliebten gleichlautenden Zeitvertreib aus einschlägigen Kneipen (nicht zur Nachahmung empfohlen, Anm. der Redaktion). Aber das wissen Sie wahrscheinlich eh schon, Sie Klugscheißer, da Sie sich ja hier gerade über die Fortsetzung meines immens erfolgreichen Erstlings informieren. Wenn nicht: mein unaufrichtiges Beileid, aber die Nebenwirkungen bei kürzlich durchgeführten Gehirntransplantationen sollen ja mitunter merkwürdige Früchte tragen, sagt man
. Genau, erwidere ich. Jedenfalls bin ich so toll, dass ich mich selbst heiraten würde, wenn ich mich nur trauen würde. Ha Ha. Danke. Und so hat es sich bereits in der Zukunft herumgesprochen, dass ich super sein werde (gehabt zu sein müssen), weshalb mein liebster Zeitreisender (Josh Brolin, der von Thanos eine [Blau-]Pause brauchte) alle Cable bemüht, um ins Jetzt zurückzuspringen, weil er dort auf die ungesittete Tour zukünftigen Stunk zu verhindern gedenkt. Den es dann ja nie gab, äh, gibt, ich meine geben tut. Oh Mann, gut, dass das Drehbuch nur drei Seiten lang war (inklusive Deckblatt), denn wer soll sich das denn bitte alles merken können? Vor allem die Sache mit dem liebreizenden Vorzeige-Kind, das so gerne mit dem Feuer...


Halt, Stopp. Welpenschutz. Glauben Sie allen Ernstes, dass ich nun den wendungsreichen Plot meines in jeder Hinsicht herausragenden Films „DEADPOOL 2 - THE SPLINTER SOLDIER“ für einen – wenn auch nur kurzen – Moment der Selbstaufgeilung preisgebe? Nee, Kollege Dummbatz. Dies überlasse ich lieber professionelleren Filmseiten, die für ihre feine, journalistische Arbeit entsprechend fürstlich entlohnt werden. Gehen Sie lieber in meinen Film und machen mich reich. Ich meine reicher. An ... Erfahrung (hier bitte ein diabolisches Lachen einfügen). Denn dieser Film für die ganze Familie (wenn man denn eine hat) ist wirklich, wirklich gelungen. Er zeigt, wie hart man manchmal für seine Überzeugungen sein muss ... Was? Oh ja, richtig: arbeiten muss, meinte ich natürlich. Ich bin aber auch ein Schlawiner. Doch Sarkasmus und Witz müssen dieser Film-Tage, die für mich im Grunde arg bescheiden ausfallen, einfach sein, wie Sie mit Ihren eigenen Glupschern sehen werden. In epischen Breitwandaufnahmen in 2D. Untermalt vom ersten nicht jugendfreien Score der Filmgeschichte. Und mit der besten Geschichte angereichert, die ein geldgeiles Franchise-Sequel wie dieses verdient... Ups, ich habe Franchise gesagt.


Sie werden sehen, dass in „DEADPOOL 2 - THE RETURN OF THE FIRST SCAVENGER“ wirklich an nichts gespart wurde, weil wir uns aufgrund des divenhaften Verhaltens eines gewissen Ryan Reynolds sowieso keine Specials leisten konnten. Doofes Pupsgesicht. Dafür ist das Ergebnis umso beachtlicher: Größer. Lauter. Und größer. Die Leinwand wird bersten, wenn ich den bösen Buben formschön die Visage poliere. Der eine Typ hinter der Kamera, der John Wicks Hund auf dem Gewissen hat, liebt das Brachiale genauso wie ich. Zu Beginn sind also alle hin (Doppeldeutigkeit in 3, 2, 1), und später wird`s meta. Nehmen Sie also gefälligst Platz im Zuschauerraum, damit ich jemanden habe, an den ich meine wohlfeilen Worte beim Durchbrechen der vierten Wand richten kann. Ich räume nachher auch wieder auf. Also Dopinder (Karan Soni), der heimliche Held aus der dritten Reihe (die zweite war schon voll). Apropos dritte Reihe: Wer heutzutage im Boxoffice-Alltag überleben will, braucht freilich ein Team von Rang und Namen. Rang war leider aus, also müssen die Namen beweisen, dass sie nicht nur Schall und Rauch sind: Colossus (feinfühlig wie eh und je, die Nulpe), Negasonic Teenage Warhead (da kriegt man ja einen Krampf beim Schreiben), Shatterstar (aus welchem Casting auch immer der eingeflogen ist), Bedlam (mir schwirrt der Kopf), Zeitgeist (trifft ihn), Domino (was ein Glück!) und Peter (nicht Parker, der hatte gerade Spinnenderes zu tun) – joa, kann sich, wenn schon nicht sehen, so doch zumindest hören lassen. Ha, nehmt das, Avengers! X-Force 4ever.


Ja, wir reden hier von einem Team-Film, einem großen 120-Minuten-Spektaktel, das so dermaßen ungeniert auf die Fresse gibt, dass die Zähne freiwillig aus der Gusche hüpfen. Kein Bein bleibt neben dem anderen, kein Kopf, der nicht in Super-Zeitlupe formvollendet über den blutgetränkten Asphalt dotzt... Hach ja, ich sagte ja bereits: „DEADPOOL 2 - DIVERSITY WAR“ ist ein Film für die ganze Familie. Scharfzüngig, obzön, ordinär und bisweilen frivol. So stelle ich mir die Ehe vor. Bis dass das Toast... und so. Himmlisch. Oh, äh, Sie haben echt bis hierher durchgehalten? Sie sind sich auch für nichts zu schade, oder? Bemitleidenswert, echt. Denn wie arm ist es, bitteschön, einem psychopathischen Ganzkörperanzugträger (Einsicht ist ein Weg zur Besserung) mehrere Absätze lang dabei zuzulesen, wie er sich selbst und seinen selbstreferenziellen Film in den höchsten Tönen lobt, während es wirklich Wichtigeres gäbe, das zu erledigen wäre? Ja, und plötzlich sind Sie ganz klein. Schämen Sie sich. Schämen. Sie. Sich. Denn dass „DEADPOOL 2 - THE LAST HORNY HORN“ mit mir in der von Ryan „Ich geh mit meiner grünen Laterne“ Reynolds verkörperten Hauptrolle einfach ein geiler Film ist und da weitermacht, wo die umgekehrte Sturzgeburt Teil 1 aufgehört hat, hätten Sie auch vorher wissen können. Tun Sie also Buße und lichtspielen Sie. Schleunigst. Am besten noch heute. Ab dafür, Kadett.


Fazit: Sie sind ja immer noch da...!


Nicht minder geil: „Deadpool 1 - The First Coming“ [2016]



Cover: © 2018 Twentieth Century Fox


Eine Rezension von Stefan Rackow
(17. Mai 2018)
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Daten zum Film
Deadpool 2 USA 2018
Regie David Leitch Drehbuch Rhett Reese & Paul Wernick & Ryan Reynolds
Produktion Marvel Entertainment / Twentieth Century Fox u.a. Kamera Jonathan Sela
Darsteller Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin, Julian Dennison, Zazie Beetz, Brianna Hildebrand, Karan Soni, Eddie Marsan, Leslie Uggams, T.J. Miller, Shioli Kutsuna, Lewis Tan, Terry Crews, Rob Delaney, Bill Skarsgård, u.a.
Länge 119 Minuten FSK ab 16 Jahren
https://deadpool.com/
Filmmusik Tyler Bates
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