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Reeker

Reeker

Ein Film von Dave Payne

Mit der Originalität ist das ja so eine Sache: Sie ist in unserem in der Romantik verhafteten Wunsch, jedes Werk müsse etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes sein, hoffnungslos überschätzt. Andererseits mag man ja nicht hundertfach die selbe Geschichte erzählt bekommen. "There are no new stories," hat mir Autor Marc Nieson beigebracht. "All you can do is take a story and make it your own". Hier liegt der Knackpunkt: Die Muster sind bekannt, die Erzählungen folgen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden den gleichen Regeln. Wonach wir Ausschau halten, ist ein Detail, ein frischer Ansatz, eine persönliche Note - etwas, das vom Erzähler eingebracht wird, um die Geschichte wieder erzählenswert zu machen.

Was genau hat die obige Überlegung mit REEKER zu tun? Nun, REEKER - ein Horrorfilm aus dem Jahr 2005 - ist ein adrenalintreibender Horrorfilm mit eigener Note, der sandwichartig zwischen einem unoriginellen Anfang und einem ebensolchen Schluß steckt. Man kann ja nicht immer alles haben.

Ein merkwürdiges Monster treibt sich durch die kalifornische Wüste und schnappt sich noch vor dem Vorspann eine ganze Familie samt Hund, die mit ihrem Wagen kurz am Rand der endlosen Straße anhält. Ein guter Schockmoment, danach ein paar Bluteffekte, die schon völlig over-the-top sind, und dann erstmal die Anfangscredits. Dann lernen wir fünf College-Studenten ke
nnen, die auf dem Weg zu einem Rave durch das Wüstengebiet fahren. Nach kurzem Herumgeblödel landen sie bei einem verlassenen Motel, wo ihr Sprit ausgeht. Die Telefone funktionieren nicht. Die fünf sitzen fest.

Es ist natürlich Pflicht, seine kleine Gruppe von Figuren irgendwo in die Isolation zu schicken und kurz und bündig zu erklären, warum sie nicht weg können. Das kennen wir alles schon, und es regt uns auch nicht sonderlich auf. Und - welch unglaubliche Überraschung! - freilich taucht das im "Vorspann" vorgestellte Monster auf und macht Jagd auf die Gestrandeten.

ReekerReekerReeker
Und plötzlich beginnt die Story, den Zuseher zu fesseln. Das Monster bleibt zunächst unsichtbar - nur ein atemberaubender Gestank, der die Luft zum Flimmern bringt, kündigt es an. Einige Mystery-Elemente geben Rätsel auf: Wieso gibt es keinen Radio- und Fernsehempfang mehr? Hat vielleicht eine Katastrophe das Land heimgesucht? Ein älterer Mann kommt am Motel vorbeigefahren und sucht seine Frau - und redet davon, daß er Tote sieht. Und wieso taucht dauernd der blutverschmierte Dealer auf, dem einer unserer Helden sein Ecstasy geklaut hat, und verschwindet im nächsten Moment spurlos?

Weil sich das mordende Monster durch seinen Gestank ankündigt, spielt der Film eine Zeitlang gekonnt damit, was wir nicht sehen oder was die Figuren nicht sehen. Einer der fünf Studenten ist blind - und stolpert in einen Raum, in dem eine sterbende Frau Worte in einen Tisch ritzt. Weil er sie nicht gesehen hat, bleibt ihre Anwesenheit für uns als Zuseher im Kopf, aber der blinde Student nimmt sie natürlich nicht wahr. Umgekehrt sehen wir Schatten über einen der Studenten huschen, oder wir sehen ein Notsignal, dem eine Figur den Rücken zukehrt. Das Spiel mit der Wahrnehmung und die rätselhaften Geschehnisse ziehen die Schrauben ordentlich an.

Nach und nach sehen wir das Monster - einen Teil davon in einer grausamen, langwierigen Todessequenz, dann immer mehr im Katz- und Maus-Spiel mit den anderen Studenten. Natürlich wird die Bedrohung greifbarer und somit weniger beängstigend - irgendwann sieht man nur noch einen schwarzbemantelten Gasmasken-Kinderschreck mit elektrischem Bohrer, und der Terror wird überschaubarer. Weil das Timing sitzt und Regisseur Dave Meyers gekonnt mit Schocks und Überraschungen jongliert, bleibt REEKER auch in dieser Phase noch spannend. Nicht zuletzt, weil wir uns von der Auflösung natürlich auch die Klärung der Mystery-Parts versprechen.

Die Auflösung kommt, und sie mag nicht sonderlich originell sein, aber sie ist immerhin clever eingefädelt. Und trotzdem enttäuscht sie: Unter der Erkenntnis der Erklärung betrachtet war der Ort, der gezeigt wurde, eigentlich wenig interessant. Und genaugenommen hatte nichts von dem, was wir gesehen haben, eine tiefere Bedeutung. Es wird nicht einmal impliziert, daß der Ausgang ein anderer hätte sein können, wenn die Figuren anders gehandelt hätten. Da es aber nicht um Schicksal geht, bleibt das Gefühl, eineinhalb Stunden müßigen Zeitvertreib angesehen zu haben. Natürlich machen die einzelnen Elemente jetzt Sinn - aber es war alles nur Klang und Wut, völlig bedeutungslos.

Schade. Dazwischen funktioniert REEKER als blutiger, packender Horrorstreifen - dank pfiffiger Regie und guten Darstellern bleibt die Geschichte stets interessant. Vielleicht hätte weniger vermeintliche Originalität zum Schluß der Geschichte eine viel eigenere Note gegeben?

Eine Rezension von Christian Genzel
(03. März 2007)
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Daten zum Film
Reeker USA 2005
(Reeker)
Regie Dave Payne Drehbuch Dave Payne
Produktion The Institution / Primal Pictures
Darsteller Devon Gummersall, Derek Richardson, Tina Illman, Scott Whyte, Arielle Kebbel, Michael Ironside, Eric Mabius
Länge 87 FSK 16
Kommentare zu dieser Kritik
sagte am 05.03.2007 um 13:44 Uhr

Fand den Film eigentlich echt nicht schlecht. Es hatte auf jeden Fall irgendwie für mich ein bißchen was "Neues".
Fand ihn teilweise auch spannend was mir selten bei solchen Filmen passiert. Aber dieser Schluss..., schade. Da hab ich mir gewünscht, dass ich kurz vorm Ende eingeschlafen wäre oder so, denn dann wäre der Film eigentlich ganz gut gewesen.
Damocles TEAM sagte am 25.01.2008 um 21:59 Uhr

Ich hab den Film vor einiger Zeit vom örtlichem Media-Markt-Wühltisch für nen Fünfer mitgenommen und mir jetzt endlich mal gegeben.

Joa.

Die deutsche Synchro ist leider recht künstlich, aber der Film taugt.
Der Mysterypart ist ordentlich spannend inszeniert, zwar lehrbuchmäßig und ohne echte Eigenständigkeit, aber mich persönlich kann sowas immer wieder fesseln. Die Figuren sind zwar die üblichen Abziehbilder, Trip wünscht man sowieso einen möglichst grausamen Tod, aber der blinde Teenager ist eine nette Abwechslung, und die Schauspieler sind doch allesamt sympathisch.

Womit der Film aber dann sicherlich punkten kann ist die absolut professionelle Optik, die straffe Regie die die Spannungschraube ordentlich anzieht und natürlich nicht zuletzt die herben Gore-Effekte. Angenehm krude, schön splattrig und durchaus fantasievoll wird hier mal wieder der menschliche Körper verstümmelt und die FSK16 weit weit gedehnt. Das Gremium hat da wohl mal wieder gepennt.

Leider wirds gegen Ende etwas schwächer, der Film wandelt sich irgendwann zum Teenieslasher, der zwar nie schlecht wird, aber leider die Klasse der ersten Hälfte nicht erreicht. Ich persönlich mag ja man-in-suits, daher kann ich mit dem Monster gut leben, aber die Auflösung des Geschehens ist dann doch leicht enttäuschend. Eigentlich gibts den Film nur, um die letzten 5 Minuten zu verstehen, ohne die hätte der Film auch gut funktioniert. Überhaupt ist die Entscheidung die Exposition ans Ende zu schieben zwar nicht schlecht - aber auch nicht neu - dafür aber recht unelegant erzählt.

Trotzdem sehenswerter DVD-Horrorfilm, spottbillig zu haben und durchaus unterstützenswert. Irgendwo zwischen 4 und 5 Sternen, aber 5 macht optisch mehr her ;)

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