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Deep Red

Deep Red

Ein Film von Dario Argento

Auf einem Kongress von Parapsychologen entdeckt das Medium Helga Ullmann (Macha Méril) eine Person, die einen Mord begangen hat. Sie kann den Täter jedoch nicht identifizieren, dieser fühlt sich allerdings erkannt. Zur gleichen Zeit befindet sich der amerikanische Musiker Marcus Daly (David Hemmings) in der Stadt. Als er bei einem nächtlichen Spaziergang auf seinen betrunkenen Freund Carlo (Gabriele Lava) trifft, wird er Zeuge des Mordes an Helga Ullmann. Als er in die Wohnung stürmt um die Frau zu retten, ist der Mörder bereits entkommen und Helga tot. Zusammen mit der kecken Journalistin Gianna Brezzi (Daria Nicolodi) nimmt er die Ermittlungen auf - und ist sich sicher, dass er etwas wichtiges gesehen hat, ohne es jedoch beschreiben zu können...

Nachdem sein Film "Cat o'nine tails" trotz aller Kritikpunkte doch recht guten Anklang beim Publikum fand, vollendete Dario Argento seine Tier-Trilogie mit dem Giallo "Four flies on grey velvet" (4 mosche di velluto grigio), diesmal ohne Beteiligung von deutschen Produktionsfirmen und damit ohne das Label der Edgar-Wallace-Reihe. Glaubt man den Kritiken muss der Film ein sehr guter Giallo sein, was ich aber nicht beurteilen kann, da ich den Film bislang nicht sehen konnte. Es gibt weltweit keine legale DVD, angeblich sogar deshalb, weil es keine Kinorolle des Films mehr gibt. Da Dario Argento schon bei dem Dreh zu "Cat o'nine tails" vermeiden wollte, auf die Rolle als Giallo-Regisseur festgelegt zu werden, drehte er n
ach "Four flies..." einen ganz anderen Film - die Komödie "The Five Days of Milan" (Le Cinque giornate /dt. Die Halunken) mit dem italienischen Komödienstar Adriano Celentano. Der Dreh zu diesem Film war für Argento aus vielerlei Gründen ein albtraumhaftes Erlebnis, mehr dazu in einer anderen Rezension hier, falls einmal eine DVD mit engl. Untertiteln erscheinen sollte. Jedenfalls entschied er sich nach dieser Katastrophe zu seinen Wurzeln zurück zu kehren: dem Giallo.
Deep RedDeep RedDeep Red
Argento verbarrikadierte sich in einem alten Haus seiner Eltern in der Nähe von Rom und begann damit, an einem neuen Drehbuch zu schreiben. Es gab dort kein Telefon und Argento wollte von keinem seiner Freunde ohne vorherige Ankündigung besucht werden. Er blieb ganz für sich isoliert mit seinen Gedanken und ließ ihnen freien Lauf. Bernadino Zapponi, ein langjähriger Autor für Frederico Fellini, unterstützte ihn dabei. Besonders beeindruckt war Argento von Zapponis Script zu "Toby Dammit", der Fellini-Episode von der Edgar Allan Poe Anthologie "Spirits of the Dead" (Histoire extraordinaires). Interessanterweise drehte Dario Argento später selbst eine Geschichte nach Edgar Allan Poe für einen Episodenfilm, zusammen mit seinem Kollegen George A. Romero den er noch von "Dawn of the Dead" kannte. Zapponis Unterstützung merkt man dem Film vor allem daran an, dass er nicht so zerfahren wirkt wie andere Argento Filme manchmal. Zusammen schufen sie ein oberflächlich recht simples Drehbuch zu einem Giallo, der jedoch unter dieser Oberfläche vielerlei Motive verarbeitet, vom Kampf der Geschlechter, über Homosexualität bis hin zu Architekturstudien.

Heraus kam ein Film, der von vielen als Dario Argentos Meisterwerk und als vielleicht der beste Giallo angesehen wird. In "Deep Red" besinnt sich wie sein Regisseur selbst auf seine Wurzeln und führt Motive ein, die in früheren Arbeiten schon angedeutet wurden und in Zukunft das Gesamtwerk Argentos immer wieder durchziehen und mitbestimmen würden. Natürlich baut Argento hier wieder das Motiv der subliminalen Wahrnehmung ein, diesmal jedoch indem er den Zuschauer direkt in den Film versetzt und in zeitweise wirklich in die Rolle David Hemmings versetzt. Wo die Auflösung von "The Bird with the crystal plumage" (L'Uccello dalle piume di cristallo) für den Zuschauer schwer zu erahnen ist, und die subliminale Wahrnehmung dort nur den Hauptcharakter betrifft, schafft es Dario Argento bei Deep Red durch sehr geschickte Kameraführung den Zuschauer daran wirklich teilnehmen zu lassen. Auch er glaubt, etwas gesehen zu haben, kann es jedoch nicht exakt benennen - hier kommt auch schon der Fluch des Heimkinos: man sollte tunlichst vermeiden zurückzuspulen, wenn man gemeint hat, etwas verpasst zu haben. Denn sonst funktioniert der Film nur schwerlich so, wie er funktionieren soll. Ein weiteres wichtiges Motiv ist die kreisförmige Reise in die Vergangenheit: Ganz nach Freud liegt die Ursache für das Verbrechen in der Vergangenheit (in einer tollen Sequenz unterbricht Argento gleich mal die Anfangscredits und zeigt dem völlig verdutzten Zuschauer erstmal einen Mord), und dorthin muss man reisen um des Rätsels Lösung zu finden. Und doch kommt man am Ende wieder dort heraus wo man begann, am Anfang der Geschichte. Dies wurde auch bei "Bird..." eingeführt, wie vieles aber erst bei "Deep Red" zur Vollendung gebracht.

Allerdings fügt "Deep Red" auch neue Dinge hinzu. Am auffälligsten ist mit Sicherheit die Darstellung von Gewalt. Die Gewalt erreicht in "Deep Red" einen Härtegrad, den man aus den vorhergehenden Filmen in dieser Form nicht kannte. Dies beginnt schon mit der Ermordung Helga Ullmanns mithilfe eines Fleischerbeils und steigert sich im Verlauf des Films weiter. Dabei suhlen Argento und sein Kameramann Luigi Kuveiller jedoch nie in selbstzweckhaftem Splatter sondern stilisieren die Gewaltszenen und lassen sie wie kleine Filme im Film wirken. Von Gewaltverharmlosung kann nicht die Rede sein, da die Morde wirklich hart anzusehen sind und auch im gesamten Werk Argentos die Auswirkungen von Gewalt schon in früher Kindheit verdeutlicht werden. Ironischerweise führte eben jener Luigi Kuveiller auch die Kamera in Lucio Fulcis ultrahartem Giallo "The New York Ripper" (Lo Squartatore di New York), bei dem die Gewalt sehr selbstzweckhaft rüberkommt. Überhaupt ist "Deep Red" ein sehr pessimistischer Film, eigentlich jede Person ist hier ein potentieller Gewalttäter, selbst kleine Mädchen quälen hier schon Eidechsen zu Tode. Neben diesen Gewaltstudien zeigt Argento hier auch wieder seine Begeisterung für Kunst und Architektur. Letztere zeigt sich vor allem in der ausgedehnten Sequenz in der David Hemmings ein altes Haus besucht. Argento nimmt sich ausladend viel Zeit um die Erkundung zu zeigen und präsentiert das labyrinthartige Haus aus fast jedem möglichen Winkel. Dabei zelebriert er gerade zu den Jugendstil. Auch viele Einflüsse moderner Kunst zeigen sich in dem ganzen Film. So wird das berühmte Bild "Nighthawks" von Edward Hopper im Film nachgebaut, und gerade die durch das Bild kommunizierte Isoliertheit der Figuren ist ein Thema des Films. Und allein durch die Kamera von Kuveiller und die Bildkomposition wirkt der Film wie ein Kunstwerk, mit Rot als der dominierenden Farbe analog zum Filmtitel. Insgesamt ist "Deep Red" ein künstlerisch hochwertiger Giallo, der zwar nicht gerade vor Lebendigkeit sprüht, aber gerade aus dieser Stilisiertheit seine Kraft zieht.

Einen großen Anteil an der Brillanz des Films hat sicherlich der famose Soundtrack. Die Credits listen Giorgio Gaslini und GOBLIN auf. Zuerst wurde Gaslini damit beauftragt, die musikalische Untermalung für den Film zu erstellen. Er war vorher unter anderem für die Soundtracks zu "The Five Days of Milan" und für die TV-Serie "Door into Darkness" verantwortlich, kannte Dario Argento also schon. Er war bereits von Anfang an nicht die erste Wahl, Argento wollte eigentlich eine richtige Band, im speziellen Deep Purple, haben, nachdem er bereits bei "Four Flies..." schon mit Morricone Probleme hatte. Nichtsdestotrotz begann Gaslini mit den Arbeiten an der Musik und präsentierte Argento während den Dreharbeiten das Ergebnis. Argento hatte für sich den Film im Kopf bereits vertont und hatte eine bestimmte Vorstellung vom Soundtrack. Gaslinis Arbeit traf diese Stimmung des Films und des Regisseurs überhaupt nicht. Dario Argento: "Gaslini didn't seem to understand the new spirit of the film and the soundtrack he presented me was awful." Er fragte bei Pink Floyd an, doch diese lehnten ab. Schließlich hörte er sich bei römischen Bands um, bis ihm eines Tages ein Demo von GOBLIN in die Hände kam - er war begeistert. GOBLIN war eine Band die man am ehesten dem Progressive Rock zuordnen kann. Bekanntestes Mitglied war Claudio Simonetti, der auch den Soundtrack zur Argento-Schnittfassung von Dawn of the Dead schrieb. Genau dieser Soundtrack unterstreicht das Geschehen des Films in ganz hervorragender Weise. Es gibt eingängige Lieder, die von teilweise sehr dissonanten Melodien kontrastiert werden. Der Soundtrack wurde zu einem großen Erfolg und ist wirklich sehr zu empfehlen. Aus rechtlichen Gründen konnte die Nennung Gaslinis aus den Credits jedoch nicht gestrichen werden, was vor allem GOBLIN extrem störte.
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Die männliche Hauptrolle wird von David Hemmings gespielt. Seine bekannteste Rolle dürfte die des Thomas in Michelangelo Antonionis "Blowup" von 1966 sein, ein Film, der ein ganz ähnliches Thema der visuellen Wahrnehmung behandelt. Argento selbst war von dem Film begeistert und gibt ihn auch als Inspirationsquelle für "Deep Red" an. Hemmings war zu Drehbeginn übergewichtig, doch Argento brachte ihn dazu abzunehmen, da nur der Film "larger than life" sein sollte, nicht jedoch sein Hauptdarsteller. Hemmings überzeugt in der Rolle von Marc Daly und zeigt in manchen Szenen auch sein leicht komödiantisches Talent. Ende 2003 starb er jedoch viel zu früh, obwohl er selbst zu diesem Zeitpunkt noch gut im Geschäft war. Er spielte unter anderem in "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen", "Gangs of New York", "Spy Game", "Equilibrium" und "Gladiator". "Deep Red" war sein 42. Film, ingesamt spielte er in 99 Produktionen in 50 Jahren mit, und war darüber hinaus auch als Regisseur tätig.

Daria Nicolodi ist für die leicht humoristischen Einlagen des Films zuständig. Sie spielt die Reporterin als sehr emanzipierte und starke junge Frau und besiegt sogar den männlichen Hauptdarsteller im Armdrücken. Sie war zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt und begann ihre Filmkarriere erst. "Deep Red" war ihre fünfte Produktion, sie spielte später unter anderem noch in Mario Bavas letztem Film "Schock" mit. Nicolodi ist eine von Argentos Lieblingsschauspielerinnen, sie spielte nicht nur in "Deep Red" sondern auch in "Inferno", "Tenebre", "Phenomena", "Opera" sowie Argentos neuestem Film "La terza Madre". Doch zwischen Argento und Nicolodi blieb es nicht bei dieser fruchtbaren professionellen Beziehung: die beiden waren lange Zeit ein Paar, auch wenn sie nie heirateten, auch wenn das häufig behauptet wird. Schon im Jahr 1975 wurde die gemeinsame Tochter Asia Argento geboren, Halbschwester von Fiore Argento. Im Gegensatz zu Fiore beschäftigt sich Asia viel mehr mit Kino, sowohl als Schauspielerin, als auch als Regisseurin.

Diese Kritik basiert auf zwei verschiedenen DVDs. Einerseits gibt es im Ausland seit längerem die amerikanische Anchor Bay DVD. Diese ist ungekürzt, enthält mehrere Interviews und Biographien. Das Bild und Ton sind für die Entstehungszeit tadellos (der Film ist stellenweise untertitelt, da es keine komplette englische Tonspur gab). Sie ist auch im Doppelpack mit "Tenebre" im Rahmen der Dario Argento Collection erhältlich. Die zweite DVD die hierzu benutzt wurde ist die deutsche Ultimate Collector's Edition von Dragon. In einem sehr schönen Digipack befindet sich der Film auf einer DVD (die früher fehlenden Szenen wurden professionel nachsynchronisiert!), sowie eine exklusiv produziertes 120 Minuten Interview mit Dario Argento auf einer zweiten DVD. Desweiteren findet sich hier noch eine 105 Minuten lange Featurette mit Luigi Cozzi. Als zwei besondere Schmankerl gibt es ein schönes und ausführliches Booklet von Robert Zion, sowie den tollen Soundtrack von GOBLIN auf CD! Von dieser tollen Box gibt es 3000 Stück, die auch durchnummeriert sind. Die Box sollte trotz dieser Limitierung noch recht problemlos erhältlich sein und bekommt eine absolute Kaufempfehlung.

Fazit: Mit "Deep Red" erreichte Dario Argento den Höhepunkt seines Schaffens. In den Folgejahren wurde alles was er anfasste zu Meilensteine - darunter der Eurocut von "Dawn of the Dead" und natürlich seine eigenen Folgefilme von "Suspiria" über "Inferno" bis "Opera". "Deep Red" ist ein Meisterwerk und sollte auch von Leuten, die sonst nicht unbedingt Horrorfilme schauen gesehen werden. Allein die Stilisierung hebt den Film aus dem exploitativen Niveau anderer Gialli dieser Zeit in die Tradition des europäischen Arthouse-Kinos.

Eine Rezension von David Kugler
(27. Juni 2007)
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Daten zum Film
Deep Red Italien 1975
(Profondo Rosso)
Regie Dario Argento Drehbuch Dario Argento
Produktion Seda Spettacoli
Darsteller David Hemmings, Daria Nicolodi, Gabriele Lavia, Nicoletta Elmi
Länge 126:37 FSK ungeprüft
Filmmusik GOBLIN
Kommentare zu dieser Kritik
Bastian TEAM sagte am 04.07.2007 um 13:50 Uhr

Diesen Film kann man tatsächlich als perfekt bezeichnen. Es ist kein stumpfer Horrorschinken, in dem munter drauf los gemeuchelt wird, sondern schon eher ein künstlerisch anspruchsvoller Thriller mit einigen recht drastischen Mordszenen.
Auch sein Alter merkt man "Deep Red" nicht wirklich an (schon klar dass einige Szenen mit der heutigen Technik anders wirken würden).
Dies ist wohlmöglich der beste Horror(?)film überhaupt, der beste Argento auf jeden Fall (knapp vor "Suspiria")!
Schon erstaunlich zu sehen, wieviele andere Werke ("Halloween", "Saw"...) davon beeinflusst worden sind!
Genzel TEAM sagte am 04.07.2007 um 15:58 Uhr

Gloddi: Woran würdest du den Einfluss von DEEP RED auf HALLOWEEN denn genau festmachen? (Das meine ich nicht in dem Sinne, daß ich der Aussage widerspreche, sondern daß ich dich um detailliertere Informationen bitte.)
Florian TEAM sagte am 04.07.2007 um 19:42 Uhr

Mir fallen da auch ein paar Parallelen auf:

1. Der "maskierte" Killer mit übermenschlichen Kräften (das ist allerdings nicht spezifisch Argento, sondern bereits bei Mario Bava zu finden).
2. Die Ego-Perspektiven des Mörders, der Zuseher sieht durch die Augen des Killers (vgl. die Eingangssequenz von "Halloween"). Allerdings verwendet Argento dieses Stilmittel auch hier nicht zum ersten Mal.
3. Die langsame, quälend ruhige Kameraführung, ein allgegenwärtiger Killer (man muss oft allerdings schon sehr genau hinsehen, siehe die Szene mit dem Spiegel in der Bildergallerie), und natürlich die minimalistische, bedrohliche Filmmusik.

Würde sagen, Carpenter wurde vom italienischen Horror- bzw. Giallofilm, wie ihn Argento und Bava nachhaltig prägten, stark beeinflusst. An einem einzelnen Werk lässt sich das allerdings schwer ausmachen.
Genzel TEAM sagte am 04.07.2007 um 21:53 Uhr

Lieber Florian - interessante Parallelen, aber ich glaube nicht, daß Carpenter von Argento im Speziellen oder vom italienischen Film im Allgemeinen stark beeinflusst wurde. Ich will dabei nicht ausschließen, daß er einige der Werke gesehen hat (von ihm geäußertes Lob findet sich ja auf der Bava-DVD-Box zu DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT), aber Carpenters Stil wurde vom klassischen amerikanischen Kino geformt.

Zunächst mal habe ich in meinen ganzen Carpenter-Studien ihn nicht ein einziges Mal über einen italienischen Regisseur reden hören, dafür oft und ausführlich über die amerikanischen Regisseure, die ihn geprägt haben - allen voran Howard Hawks. Auch über John Ford und Alfred Hitchcock spricht Carpenter oft, und seine Filme sind voller Referenzen auf die Filme dieser Regisseure. Hawks und Ford haben stilistisch die größten Spuren bei ihm hinterlassen - das Westernelement, das sein Gesamtwerk durchzieht, oder das Hawkssche Team und die Idee des Professionalismus. Die Verbeugung vor Hawks und Hitchcock findet sich auch in HALLOWEEN: Psychiater Sam Loomis ist nach einer Figur aus PSYCHO benannt, Sheriff Brackett nach Hawks-Drehbuchautor Leigh Brackett.

Nicht der POV ist das Besondere an der HALLOWEEN-Eröffnungssequenz, sondern der Einsatz der Steadicam und die kontinuierliche, vermeintlich ungeschnittene Einstellung. Laut Kameramann Dean Cundey und Carpenter selbst ist die Sequenz eine Hommage an Orson Welles' TOUCH OF EVIL; nachdem wir aber schon bei Hitchcock sind (bzw. der Film selber den Verweis liefert), denken wir auch an ROPE (COCKTAIL FÜR EINE LEICHE).

Argentos Bildgestaltung ist meistens bewußt artifiziell - die aus einem Gemälde nachgestellte Bar in DEEP RED beispielweise. Oder der sich öffnende Vorhang am Anfang. Carpenters Bilder sind viel seltener derart stilisiert. Daß der Mörder in DEEP RED quasi im Bild versteckt ist, ist wohl eher im Zuge von Argentos Auseinandersetzung mit BLOW-UP zu verstehen, mit dem er sich als Kritiker lange auseinandergesetzt hat, und zu dem DEEP RED nicht nur durch die Besetzung von David Hemmings Parallelen aufweist.

Die Musik von Goblin mag mitunter minimalistisch erscheinen, aber sie vereint Elemente von Prog-Rock und Jazz und ist harmonisch und rhythmisch weitaus komplexer als Carpenters Kompositionen. Auch die Arrangements sind vielschichtiger (Mischung akustische/elektrische/elektronische Instrumente). Carpenter kann nach eigener Aussage auch keine Noten lesen und schreiben. Er improvisiert die Themen auf dem Keyboard, oft in drei "Schichten".
Bastian TEAM sagte am 05.07.2007 um 00:22 Uhr

@Genzel: Also ich wollte damit nicht sagen dass Carpenter von "Deep Red" geklaut hat, sondern nur dass er von dem Film beeinflusst worden ist.
Wie Florian schon gesagt hat, erinnert zunächst die Ich-Perspektive an "Halloween" und auch die Musik hat vom Aufbau für mich eine gewisse Ähnlichkeit (natürlich unterscheidet sie sich auch in vielen Punkten)!
Beweisen kann ich Argentos Einfluss auf Carpenter natürlich nicht, aber man hat das schon von manchen Quellen gehört. Außerdem wird der Name "Profondo Rosso" auch explizit in Carpenters Beitrag zur "Masters Of Horror"-Reihe genannt...ein Seitenhieb vielleicht?!
Auch bei "Saw" ist mir eine Szene ganz besonders aufgefallen, aber die möchte ich hier nicht nennen um die Überraschung nicht zu verderben.
Genzel TEAM sagte am 05.07.2007 um 00:57 Uhr

Von Klauen war ja hier auch nie die Rede. Aber wenn sich der Einfluss nicht nachweisen läßt, dann liegt das vielleicht daran, daß keiner da ist. Denn Carpenters Einflüsse lassen sich ja eindeutig zeigen - durch namentlichen Referenzen, diverse Interviews, Bildkompositionen, Leitmotive, und so weiter, und das nicht nur an einer Stelle, sondern als roter Faden durch sein gesamtes Werk (selbst in den Auftragsarbeiten und den vermeintlich "untypischen" Projekten). Die von Florian genannten Parallelen mögen ja auch durchaus existieren, aber daraus alleine läßt sich keine Beeinflussung ableiten - sondern eben nur eine Parallele.

Wie schon oben erläutert, ist das Bezeichnende am HALLOWEEN-Anfang nicht allein die subjektive Ich-Perspektive, sondern die ununterbrochene Einstellung, mit der wir der Figur folgen. In Robert Cumbows Carpenter-Buch erklärt Carpenter selbst, wie die Ich-Perspektive schon in den Fünfzigern ein Baustein jedes Monsterfilms war (auch spätere Filme verwenden dieses Element gerne, z.B. der Anfang von DER WEISSE HAI, in der wir das Opfer von unten aus der Sicht des Hais sehen). Laut Carpenter und Cundey bezieht sich der Shot auf einen völlig anderen Film, nicht auf Argento. Es gibt schlichtweg keinen Grund, anzunehmen, daß Carpenter sich hier bewußt auf DEEP RED beziehen würde, aber viele Gründe, Referenzen zu anderen Filmen und Filmemachern wahrzunehmen.

An den DEEP-RED-Verweis in CIGARETTE BURNS erinnere ich mich auf Anhieb nicht, aber ich streite ja auch nicht ab, daß Carpenter den Film gesehen haben kann. CIGARETTE BURNS ist allerdings auch nicht von Carpenter geschrieben, und da er bislang sonst auch nirgendwo über Argento geredet hat, stammt die Referenz vielleicht von den Autoren, nicht von ihm. Oder sie stammt von ihm, findet dann aber fast 30 Jahre nach dem zur Debatte stehenden Film statt, dessen Einflüsse ja nachweislich ganz anderer Natur sind.

Mich würden die Quellen interessieren, in denen Verbindungen zwischen Carpenter und Argento aufgezeigt werden? Gibt es da ernsthafte kritische Auseinandersetzungen?
Bastian TEAM sagte am 05.07.2007 um 16:30 Uhr

Ok, letzter Anlauf: Ich finde, gerade die Anfangssequenz von "Halloween", wo Michael seine Schwester mit dem Messer ersticht, erinnert ZU SEHR an die Morde in "Deep Red", als dass ich es als Zufall gelten lassen würde - vor allem da "Deep Red" einge Jahre zuvor entstanden ist.
Ich bin mir recht sicher dass ich diesbezüglich etwas in der Zeitschrift "Moviestar" gelesen habe, da ich meine Magazine aber nicht archiviere, kann ich dir nicht Konkretes vorlegen...und ich denke nicht dass es für dich als "ernsthafte Auseinandersetzung" zählt. Nur fühle ich mich nicht genötigt unbedingt ein Fachbuch über den Regisseur in die Hand zu nehmen, um mich über dessen Einflüsse zu informieren. Es steht sogar auf der DVD-Box (Dragon) dass Carpenter "Deep Red" als "einen der Schlüsselfilme des modernen Horrorkinos" ansieht! Ich denke nicht dass er den Film nach "Halloween" gesehen hat, aber wie soll ich das beweisen - hast du seine Telefonnummer?;-)

Außerdem habe ich "Deep Red" nicht als seinen Haupteinfluss genannt, es sind nur wenige Einstellungen und die Musik...und das auch NUR BEI "HALLOWEEN"!

Zum Thema "Carpenter ist nicht vom itallienischen Kino beeinflusst", habe ich hier noch was im Netz gefunden - leider ohne Erwähnung Argentos, dafür mit Literaturhinweis:

"Der Giallo und insbesonders die Arbeiten von Bava werden als Vorläufer des amerikanischen Slasherfilm gesehen. So bestätigten einige Regisseure wie John Carpenter (Halloween) und Sean S. Cunningham (Freitag der 13.) in Interviews eine direkte Verbindung ihrer Filme mit denen von Bava."

(http://www.was-heisst.de/search=Giallo)

Das wars erstmal mit mir zu dem Thema, wenn ich noch weitere Artikel finde, werde ich sie hier anfügen.
Bastian TEAM sagte am 05.07.2007 um 16:32 Uhr

Wie sieht eigentlich deine eigene Wertung zu "Deep Red" aus?
Genzel TEAM sagte am 05.07.2007 um 17:02 Uhr

Warum willst du denn unbedingt zeigen, daß Carpenter von Argento beeinflusst wurde, auch wenn es dafür keine nachweisbaren Anzeichen gibt? Wieso können Carpenter und Argento nicht als spannende und einflussreiche Filmemacher alleine stehen, ohne daß der eine der anderen beeinflusst hat? Wie schon gesagt, können Parallelen durchaus existieren - die existieren dann im Werk, aber nicht notwendigerweise beim Verfasser des Werkes. Es nimmt Argentos Status nichts weg, wenn ein anderer Filmemacher nicht von ihm beeinflusst wurde.

Was exakt an der Anfangssequenz von HALLOWEEN erinnert dich denn an DEEP RED? Welche Elemente? Die bloße Ich-Perspektive ist zuwenig, um eine Verbindung herzustellen - denn die gab es schon Dekaden zuvor in Hülle und Fülle. Übrigens sollte prinzipiell der Einfluss italienischen Genrekinos auf das amerikanische nicht überschätzt werden: Viele der Filme starteten erst später in Amerika, oder nur mit sehr geringer Anzahl von Kopien, und in verstümmelten und teils schlecht synchronisierten Fassungen. Die kritische Auseinandersetzung mit vielen dieser Filmen fand erst viel später statt.

MOVIESTAR zähle ich tatsächlich nicht als ernsthafte kritische Auseinandersetzung (das Heft ist eher eine Werbebroschüre mit Katalogcharakter), aber natürlich mag es sein, daß sie Parallelen ziehen, die auch vorhanden sind. Zwischen allen möglichen Werken lassen sich Parallelen finden. Das ist auch interessant, diese zu finden und zu ziehen, und kann für eine ernsthafte kritische Auseinandersetzung relevant sein. Aber eine Parallele und eine Beeinflussung sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Ein wichtiges Argument, warum diese Beeinflussung nicht existiert, lieferst du selber: Du siehst sie in keinem anderen Carpenter-Film, sondern nur in HALLOWEEN, und dort auch nur in wenigen Einstellungen (welche?) und der Musik. Nun ist Carpenters Gesamtwerk aber stilistisch sehr in sich geschlossen, will heissen: seine stilistischen Elemente, seine Leitmotive, seine thematischen Interessen lassen sich in jedem seiner Filme finden. Zudem ist er sehr transparent, was die Regisseure angeht, die ihn beeinflusst haben: Er nennt sie in zahlreichen Interviews und baut namentliche Referenzen zu ihnen in seine Filme ein. Warum also sollte für diese eine Sequenz eine Beeinflussung bestehen, die sich nirgendwo anders bei ihm finden läßt, die er auch nirgendwo nennt, und für die er einen völlig anderen Film als Inspirationsquelle angibt?

Interessantes Zitat, das du gefunden hast - aber leider nennt es uns nicht das Interview, in dem Carpenter über Bava redet. Nun ist es halt so, daß ich schon Dutzende von Interviews mit Carpenter studiert habe, und nicht in einem einzigen davon redet er über italienische Regisseure. Wenn du das Interview auftreiben kannst, wäre ich dir dankbar. Aber wie gesagt, ich bezweifle nicht, daß er die Filme gesehen hat, und vielleicht hat er sie auch vor HALLOWEEN gesehen, aber auch das zeigt keine Beeinflussung, wenn sie nicht anhand seines Werks eindeutig festgemacht werden kann: Es bleibt eine konstruierte Spekulation. Carpenter hat auch die Tarantino-Filme gesehen und liebt sie, und trotzdem zeigt er sich nicht von ihnen beeinflußt.

Ach ja, du hast nach meiner Wertung zu DEEP RED gefragt: Ich würde dem Film 5 Sterne geben.
Florian TEAM sagte am 05.07.2007 um 17:22 Uhr

Ist ja nun eigentlich ohnehin egal, ob und wer wen bewusst oder unbewusst beeinflusst hat. Die Parallelen, die ich erwähnt habe können auch bloßer Zufall sein, Tatsache ist allerdings schon, dass beide Regisseure durch eine sehr markante Regiearbeit ins Auge fallen.
Meine Beobachtungen sind natürlich rein spekulativ und sind nicht durch Sekundärliteratur belegbar. Vielleicht lassen sich die scheinbaren Parallelen auch dadurch erklären, dass beide Regisseure wissen, wie man einen Film atmosphärisch und dicht erzählt und was stilistisch gut funktioniert.

Inhaltlich ist das Boogeyman-Thema ohnehin nichts neues, das existiert seit es Horror- und Gruselgeschichten gibt und sowohl Bava als auch Argento und Carpenter spielen mit dem Motiv des vermummten Mörders, wenn auch sich bei Bava und Argento der Killer am Ende als bloßer Mensch erweist und Carpenters Michael Myers vielmehr eine übermenschliche, metaphysische Verkörperung des Bösen darstellt.

"Deep Red" zu bewerten fällt mir sehr schwer. Das Drehbuch gibt natürlich nicht soviel her, andererseits ist er in Punkto Machart, Spannung, Individualität und Atmosphäre ein Musterbeispiel des italienischen Giallo. Die Story würde ich deshalb als befriedigend bis mangelhaft bewerten (das Drehbuch eines Argento Films sollte man besser nicht zerpflücken, gute Scripts waren bzw. sind nur selten seine Stärke), auf einer rein emotionalen Ebene finde ich hingegen hervorragend.
Bastian TEAM sagte am 05.07.2007 um 17:27 Uhr

AAAAAARRRRRRRRGGGGGGGHHHHHHHHH!!!!! Ich will doch gar nicht beweisen dass CARPENTER von ARGENTO beeinflusst worden ist, sondern ich sage nur dass HALLOWEEN Einflüsse von DEEP RED aufweist - und ja, ich spreche NUR von der Musik und wenigen Szenen wie der Anfangssequenz!! Ja, es gab schon Filme zuvor, die mit der Ich-Perspektive arbeiten (z.B. auch "Die 9schwänzige Katze"), aber es geht hier um den SEHR ähnlichen Aufbau des Geschehens...ich kenne keinen älteren Film, der diese Perspektive IN DIESER FORM zuvor genutzt hat!

Und wie kommst du darauf dass ich Carpenter nicht als eigenständigen Regisseur stehen lasse? Ich habe hier eher das Gefühl dass bei dir eine gewisse Abneigung gegen das Italo-Kino vorherrscht - die (von Carpenter selbst genannte) Beeinflussung durch Howard Hawks scheint dich ja nicht so sehr zu stören...die würde nach deiner Sichtweise aber auch Carpenters Eigenständigkeit in Frage stellen!!

Ich würde mich selbst als großen Carpenter-Fan bezeichnen und "Halloween" & "The Fog" waren die ersten Horrorfilme, die ich gesehen habe. Mit einer Abneigung gegen ihn hat das also alles nichts zu tun.

Genzel TEAM sagte am 05.07.2007 um 18:03 Uhr

Lieber Gloddi - ich glaube, wir mißverstehen uns. Ein Einfluss ist nichts Schlechtes. Jeder Kreativschaffende ist von irgendwem beeinflußt. Wenn Carpenter nie im Leben einen Film gesehen hätte, wäre er vermutlich nicht auf den Gedanken gekommen, selber einen zu machen. Ich würde es als nichts Negatives sehen, wenn Carpenter von Argento beeinflußt wäre, aber der Einfluß ist eben schlichtweg nicht vorhanden, da nicht nachweisbar. Ebensowenig ist es schlecht oder gut, daß er von Hawks beeinflußt wurde - der Einfluß ist aber vorhanden und nachweisbar. Es geht mir nicht um eine Beurteilung des Einflusses, sondern um die bloße Feststellung desselbigen. Wir reden hier in keiner Form von "Eigenständigkeit". Die spreche ich weder Argento noch Carpenter ab, aber Eigenständigkeit ist und war hier bislang nicht das Thema.

Keine Ahnung, warum du mir deshalb eine Abneigung gegen das gesamte italienische Kino unterstellen willst, nur weil ich deiner DEEP-RED-beeinflusst-HALLOWEEN-These argumentativ die Luft herauslasse. Genausowenig unterstelle ich dir eine Abneigung gegen Carpenter. Das einzige, worüber wir hier reden, ist die Frage, ob Carpenter sich von Argento hat inspirieren lassen oder nicht, ohne diese Inspiration positiv oder negativ zu bewerten. Von Wertung war hier nie die Rede. Vielleicht rührt daher das Mißverständnis: Du glaubst, daß ich darauf hinauswill, daß diese Beeinflussung etwas Schlechtes sei, und sie deshalb abstreite. Das ist falsch. Ich streite sie ab, weil sie nicht existiert und nicht nachweisbar ist, aber sollte sie existieren, wäre sie nichts Schlechtes.

Dein Satz "Ich will doch gar nicht beweisen dass CARPENTER von ARGENTO beeinflusst worden ist, sondern ich sage nur dass HALLOWEEN Einflüsse von DEEP RED aufweist" macht natürlich keinen Sinn, weil das eine ohne das andere nicht geht. HALLOWEEN ist keine eigenständig denkende Entität, sondern jemand hat den Film gemacht. Ebenso DEEP RED. Wenn du zeigen willst, daß das eine Einflüsse des anderen aufweist, dann willst du einen Einfluss nachweisen. Ist doch irgendwie logisch.

"In dieser Form" bedeutet was genau?
schlaubi TEAM sagte am 05.07.2007 um 18:41 Uhr

Hey Gloddi, wer wird denn gleich emotional werden?
Kollege Genzel diskutiert hier ganz sachlich und du unterstellst ihm da was. In der Salzburger Hauptbibliothek steht seine Magisterarbeit über John Carpenter. Mal abgesehen davon, dass ich alle 144 Seiten davon schwer gut finde und dass sie sein Professor sogar sehr gut findet, weist dass zumindest darauf hin, dass er sich intensiv mit Carpenter und dessen Werk auseinandergesetzt hat und dass immer noch tut. Was Carpenter betrifft, weiß er wovon er redet. Carpenter äußert sich zu fast allem und immer sehr offen. Er redet tatsächlich immer wieder über seine Einflüsse aus dem amerikanischen Kino, vorallem Western von Howard Hawks und nie über das italienische Kino und nie über Argento (ich hab noch kein Interview gehört, gesehen oder gelesen, wo er das getan hätte).
Aber der Argumentationskette folgend, mit der du Genzel eine Abneigung gegen das italienische Kino unterstellst, könnt man dir eine Abneigung gegenüber Carpenters eigenen Ideen unterstellen. Es liest sich zum Teil wie "kann nicht sein, dass sich ein Amerikaner das selbst ausgedacht hat, der muss von einem europäischen Künstler beeinflusst worden sein." Hab ich recht? Wahrscheinlich nicht. Ist meine Argumentation schlüssig? Auch nicht. Warum? Weil sie nur aus Ahnungen besteht, irgendwelchen Gefühlen, die beim Lesen aufkommen, die aber an nichts von dem was du schreibst festmachen kann.

Du beharrst allerdings darauf, dass Carpenter bei der Anfangssequentz von Argento beeinflusst wurde. Weil? Ja warum eigentlich? Weil es zu ähnlich ist als dass es Zufall sein könnte? Auch nur eine Ahnung, ein Gefühl, dass du beim Schauen hast. (Mal abgesehen davon, dass eine Beeinflussung, ja völlig wertfrei ist. Is ja nix böses dran. Kunst entsteht ja nie im luiftleeren Raum, sondern bezieht sich immer auf was, was schon da war).

Wie Kollege Genzel oben gesagt hat, es ist eine Parallele feststellbar, aber kein Einfluss. Ein Einfluss ist ja ein linearer Zusammenhang von A nach B. Eine Parallele nicht. Viele Menschen haben die gleichen Ideen unabhängig voneinander. Argento hats vor Carpenter gemacht und unzählige habens vor Argento gemacht.
Es geht ja nicht drum, wer von den beiden genialer ist oder der größere Künstler und auch nicht darum, ob du Carpenter Fan bist oder nicht.

Ich hab 1999 ein Drehbuch angefangen über Studenten, die Geld verdienen wollen und auf die Idee kommen, einen Pornofilm zu machen. Hab ich jedem erzählt davon, den ich getroffen habe. Ein paar Jahre später hat Michael Glawogger "Nacktschnecken" gemacht. Ich würd gern behaupten, ich hätt ihn beeinflusst. Wahrscheinlich haben wir aber beide nur die gleiche Idee gehabt.
Bastian TEAM sagte am 05.07.2007 um 20:06 Uhr

"Wieso können Carpenter und Argento nicht als spannende und einflussreiche Filmemacher alleine stehen, ohne daß der eine der anderen beeinflusst hat?" - Genau deswegen geht mir das ganze auf die Nüsse, das habe ich nämlich nie behauptet und die sogenannte Unterstellung war eben ein Gefühl von mir (das steht da auch so)! Außerdem hatte ich mit dem Thema bereits beim vorletzten Kommentar abgeschlossen, aber es sollte wohl nicht sein;-) Jetzt is gut damit.



clark_nova sagte am 09.07.2007 um 16:47 Uhr

@gloddi, irgendwie fällt es mir schwer dich hier wirklich ernst zu nehmen.
du stellst eine these auf und kannst dann nichts sagen was diese these irgendwie stützt. auf sachliche fragen hin kommt nichts nach. du schreibst immer nur was von einstellungen und sagst aber nicht mal, welche einstellungen du meinst und was sie so besonders macht. wahrscheinlich hast du genzels fragen dann irgendwie als pampige herausforderung gelesen. dabei sind das ganz nüchterne fragen in einer sachlichen debatte. dann widersprichst du dir dauernd selbrr und sagst irgendwo, das kann kein zufall sein, aber irgendwo anders sagst du dann, du behauptest ja eigentlich gar nichts, und zum schluss kneifst du, streitest alles ab und sagst dann noch, du wolltest ja soweiso nicht mehr diskutieren. warum hast dus dann noch gemacht?
wenn du als kritiker ernst genommen werden willst, dann musst du halt auch lernen, nicht einfach nur behauptungen aufzustellen, die du dann nicht belegen oder argumentieren kannst, und es schadet wohl auch nicht, sagen zu können, dass man sich in etwas geirrt hat.
Damocles TEAM sagte am 09.07.2007 um 18:06 Uhr

Ich finds ja schade, dass zum eigentlich Film nach dem ersten Kommentar nur noch sehr wenig kam.
Bastian TEAM sagte am 09.07.2007 um 23:58 Uhr

@clark_nova: Bitte lies nochmal gründlich meine Kommentare durch, ich habe da ganz genau geschrieben auf welche Einstellung ich mich beziehe - ich meinte im Wesentlichen die Anfangssequenz von "Halloween"! Das habe ich aber jetzt auch schon mehrfach angegeben. So, das wars für mich jetzt aber wirklich zu dem Thema.

@Damocles: Das finde ich auch sehr schade, dieser Film bietet eigentlich noch genügend anderen Gesprächsstoff.
Shikantaza sagte am 22.07.2011 um 00:14 Uhr

Ich kann kaum glauben das es bis HEUTE gedauert hat bis ich diesen Film sah - wie konnte ich vorher nur OHNE leben? ;oP

So wie alle (früheren) Argento-Filme empfinde ich "Deep Red" als Meisterwerk. Ich hab mich über 2 Stunden total gefreut, amüsiert und gefürchtet...So soll es sein...

Ich möchte noch anmerken das ich den Eindruck habe John Carpenter ist in Bezug auf die Musik bei "Halloween" nicht nur durch den Soundtrack von "Deep Red" beeinflusst worden sondern auch und vor allem durch "Suspiria".
Bartel sagte am 23.07.2011 um 18:02 Uhr

Bei dieser ganzen Referenzdebatte und dem "Wer wurde hier von wem und warum beeinfluss" Hick-Hack habt ihr doch glatt vergessen zu erwähnen das es seit kurzem vom britischen Überflieger-Label "ARROW VIDEO" eine brilliante DEEP RED Blu-Ray Veröffentlichung gibt (wie von so ziemlich jeden Argento Film den die Engländer im Repertoire haben...) Hier bekommt man in einem edlen Schuber wirklich die "volle Packung".
Bezüglich DEEP RED ist hier auf jeden Fall das Allerletzte Wort gesprochen worden zumal das Bild und die Farben (wenn auch teilweise etwas knallig...) absolut brilliant sind!
Eine unbedingte Empfehlung!
http://www.arrowfilms.co.uk/index.php?tle_id=475&art_id=44
Shikantaza sagte am 23.07.2011 um 19:53 Uhr

Ja die freudigen Stunden mit "Profondo Rosso" verdanke ich ebendieser tollen Veröffentlichung von Arrow Videos. Ich finde das Label großartig und die bisher mir bekannten Releases von kultigen (im klassischen Sinne des Wortes) Filmen sind so gut wie herausragend. Tolle Bonus-Material, Poster, Postkarten, Booklets mit Insider-Wissen, die Bildqualität schwankt allerdings von "super" bis (für Blu-Ray-Verhältnisse) "geht ja gar nicht". Im großen und ganzen aber saubere Arbeit! Mir ist allerdings - vor allem durch die Threads auf Mannbeissstfilm - das sehr viel von Bonusmaterial welches auf früheren (oft amerikanischen) Releases drauf war jetzt nicht dabei ist. Das ist wohl aus rechtlichen Gründen so, oder? Weiß da von euch jemand mehr drüber?

Hmmm...mein Beitrag ist jetzt ein bisschen Off-Topic geworden, aber ich wollte dann auch mal eine Lanze für Arrow Videos brechen ;o)

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