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Harry Brown

Harry Brown

Ein Film von Daniel Barber

Der ehemalige Soldat Harry Brown (Michael Caine) findet sich gerade erst in seinem Leben als Witwer zurecht, als er einen weiteren Schicksalsschlag erdulden muss: Sein bester Freund wird Opfer einer brutalen Attacke einer Gruppe Jugendlicher, die die gesamte Nachbarschaft schon längere Zeiten schikaniert. Als die Justiz und die Polizei versagt, entscheidet sich Harry, nach vielen Jahren nochmal zu töten.

Eins steht außer Frage: Ein Selbstjustizfilm kommt kaum drum herum, das Bild einer vermoderten Gesellschaft zu zeichnen, denn unter normalen Umständen dürften Männer wie Harry Brown oder vor ihm Paul Kersey in Ein Mann sieht rot nicht gezwungen sein zur Waffe zu greifen. Rechtschaffene Menschen, die aus ihrem zivilisierten Alltag gerissen werden und sich aufgrund der Ohnmacht der Justiz und der schieren Unmenschlichkeit der Schurken gezwungen sehen, zur Waffe zu greifen und das Recht in die eigene Hand zu nehmen. Harry Brown tut dies widerwillig, doch mit entschiedener Konsequenz - kein Wunder, gibt sich der Film doch alle Mühe, die Jugendlichen Missetäter als die personifizierte Verrohung der Gesellschaft auftreten zu lassen. Diesen Rowdys ist nur noch mit Gewalt beizukommen - in seiner unverblümt reaktionären Attitüde macht "Harry Brown" durchaus einen anachronistischen Eindruck und führt zurück in eine Zeit, in der ein Charles Bronson noch ausgereicht hat, um eine ganze Metropole von ihrem Schmutz zu bereinigen.

Ein wichtiger Unterschie
d existiert dann doch: Harry ist Rentner, was einerseits natürlich die Diskrepanz zu seinen jugendlichen Gegnern hervor hebt und den Generationskonflikt damit deutlich heraus stanzt. Andererseits verleiht es dem Film ein gänzlich anderes Tempo, als man es vom aktionsreichen und sehr oft schnell ablaufenden Genre kennt. Der Film nimmt sich Zeit, um uns mit dem grauen Alltag der Hauptfigur bekannt zu machen und Michael Caine die Möglichkeit zu geben, aus einem nicht sonderlich markanten Charakter eine respektable Altersleitung heraus zu kitzeln, die vielfach und völlig aus der Luft gegriffen mit Eastwoods Abschiedsvorstellung in Gran Torino verglichen wurde. Schon das Anliegen des Films ist ein ungleich kleineres, geht es hier doch wirklich um schnörkellos entwickelte Revenge-Action im Rentner-Tempo. Tatsächlich ist die erste Hälfte die wesentlich stärkere und nachhaltigere, überzeugt sie in ihrer kargen Gestaltung doch vorzüglich. Reißerisch und mitunter unfreiwillig komisch sind dann allerdings die Zuspitzungen, die eine kleine Clique gewalttätiger Jugendlicher zum Schrecken einer halben Stadt verklären und einen wie immer machtlosen Justizapparat zur lapidaren aber ausreichenden Rechtfertigung niederster Vigilanten-Instinkte aufbringen.

Zwar feiert der Film recht unreflektiert die Handlungen seines Protagonisten, dem auch schon mal ein vermeintlich cooler Oneliner entfleuchen darf, dessen Befriedigung hält sich letzten Endes aber auch noch in Grenzen, als er ungestraft davon kommen darf und durch den endlich vom Abschaum befreiten Park spazieren darf. Nur geht er eben keiner Zukunft mehr entgegen, von der er noch viel zu erwarten hätte.

Ascot Elite präsentiert den Film auf einer schönen DVD, an der es qualitativ nichts zu beanstanden gibt, und die mit einem Audiokommentar mit einem trocken-abgeklärten Michael Caine, einigen Interviews und anderem Schnickschnack ausreichend gefüllt ist und damit über den Film hinaus informative Unterhaltung bietet.

Eine Rezension von Marco Siedelmann
(16. Dezember 2010)
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Daten zum Film
Harry Brown Großbritannien 2009
(Harry Brown)
Regie Daniel Barber Drehbuch Gary Young
Produktion Matthew Brown, Matthew Vaughn, Kris Thykier Kamera Martin Ruhe
Darsteller Michael Caine
Länge 103 Minuten FSK ab 16
Filmmusik Ruth Barrett, Martin Phipps
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