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Superhero Movie

Superhero Movie

Ein Film von Craig Mazin

Filmen wird dann und wann gerne mal ein anderes Gewand als üblich zugebilligt. Wenn plötzlich der Kriegsfilm zum Lachsalvengewitter gerät oder ein Schmachtfetzen nicht die Herzen, sondern jene Eisscholle schmelzen lässt, an die Leo sich klammert, dann mutet das im ersten Augenblick seltsam an, zweifellos. Bekannte Genrevertreter in einem anderen Lichte zu sehen, ist immer befremdlich. Wenn es aber ebenfalls ein Film ist, der dies bewerkstelligt, könnte es ganz lustig werden. Zumindest sollte es diesen Effekt haben, wenn es sich bei dem Übeltäter um eine Parodie handelt, per definitionem die verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines Originals, die jedoch nicht zwingend abwertend gemeint sein muss, sondern durchaus eine Hommage darstellen kann, wenn sie die Bedeutung des Originals einfallsreich bestätigt. Das sind die einfachen Regeln des Spiels, die den Unterschied ausmachen zwischen Klamauk und (mehr oder minder) ernsthafter Herangehensweise. Jene Regeln, die in jüngster Vergangenheit leider mehr als nur einmal gebrochen wurden, um unter dem Deckmantel der Parodie infantile, obszöne und durch und durch vergessenswerte Machwerke zu produzieren, die den einst so guten Ruf dieses Genres gehörig in Misskredit gezogen haben. Es ist also durchaus Vorsicht angeraten, wenn sich in heutigen Zeiten eine neue (vermeintliche) Parodie ankündigt. Vor allem dann, wenn sich wie im vorliegenden Fall das Wort Movie im Titel tummelt. Mal sehen:

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br /> In „SUPERHERO MOVIE“ geht es, wie man unschwer erraten kann, um Selbstfindung, unerwiderte Liebe und tragische Familienschicksale. Und um einen Superhelden. Dieser ist zu Beginn des Films zwar noch gar nicht so super, sondern vielmehr ein unscheinbarer Highschool-Loser namens Rick Riker (Drake Bell). Der Biss einer genmanipulierten Libelle ändert dieses Leben jedoch grundlegend, da Rick plötzlich sagenhafte Superkräfte entwickelt. Und diese werden auch dringend gebraucht. Als nämlich kurz darauf ein heikles Experiment des Wissenschaftlers Lou Landers (Christopher McDonald) schrecklich fehlschlägt und diesen erwartungsgemäß zum putzigen Superbösewicht The Hourglass mutieren lässt (Handauflegen war nie tödlicher!), ist Not am Mann. So stellt sich unser frischgebackener Held, nunmehr auf den originellen Namen Dragonfly hörend, dem Kampf gegen das Böse, um die Menschheit zu retten und das Herz seines Schwarms Jill Johnson (Sara Paxton) für sich zu gewinnen. Denn schon Ricks kluger Onkel Albert wusste zu berichten: „With great power come great bitches.“ – Hat Kollege Spinnenmann da möglicherweise etwas Wichtiges falsch verstanden?


Eine Parodie auf Superheldenfilme zu drehen, ist an sich keine sonderlich schlechte Idee, denn die Vorlagen liefern eigentlich genügend Anknüpfungspunkte für zum Brüllen komische Gags. So sollte man zumindest meinen, doch die Realität sieht – auch wenn es allmählich langweilig wird – mal wieder gänzlich anders als erwartet aus. Fast scheint es, als seien die jüngsten Schnellschüsse aus dem Hause Seltzer/Friedberg (etwa „Date Movie“ oder „Fantastic Movie“) nicht spurlos an den Machern des einstigen Glanzlichtes „Die nackte Kanone“ vorübergegangen. Lebte die Kultkomödie noch von ihrem absurden Witz, der von Leslie Nielsen mit hoher Treffsicherheit, erheiternder Ernsthaftigkeit und fast immer richtigem Timing abgefeuert wurde, muss man bei „SUPERHERO MOVIE“ schon deutlich länger darauf warten, dass der schüchterne Witz rauskommt und sich zeigt. Nur um anschließend wieder enttäuscht zurückzukriechen, da ihn keiner bemerkt hat. Wirklich witzig ist hier nämlich eigentlich nur, wie uninspiriert auf einen halbwegs gelungenen Einfall zehn ungleich schlechtere folgen, Gaststars, deren Namen der Rezensent bereits vergessen hat, nonchalant verheizt werden und manchmal keiner der Verantwortlichen bemerkt, wann es genug ist. Da darf etwa eine rüstige Rentnerin nach einem üppigen Abendessen schon einmal genüsslich minutenlang flatulieren, und auch sonst behalten die Protagonisten nicht immer alles für sich. Das ihnen fehlende Durchhaltevermögen müssen zwangsläufig wir, die wir peinlich berührt zusehen, mit ebensolchem kompensieren. Auch wenn es mitunter wirklich schwerfällt. Wie gut, dass James Cameron bisher nur das 3D- und noch nicht das Geruchskino salonfähig gemacht hat. Darauf eine Dose Raumspray...


Dass sich inmitten des ganzen Miefs trotzdem noch so etwas wie eine richtige Geschichte – zumindest für Parodie-Verhältnisse – verbirgt, ist vielleicht die größte Überraschung in dieser ansonsten eher lahmen Klamotte. Zwar werden auch hier größtenteils nur treudoof die Stationen abgeklappert, die die evidente Inspiration „Spider-Man“ [2002] bereithält, so dass sich die parodistischen Elemente zumeist weniger in der erzählten Geschichte, als vielmehr in Frontalangriffen der Marke „mehrmals Kopf prellen“ (Haha) oder ähnlich reizenden Sternstunden des Humors wiederfinden. Doch muss man anmerken, dass sich Schauspieler und Pop-Rock-Sänger Drake Bell als Peter Parker-Verschnitt gar nicht mal schlecht macht, auch wenn sich seine Darbietung freilich nur im äußerst knapp bemessenen Rahmen des Möglichen bewegt. Zieht man nämlich den Abspann und gefühlte 10 Minuten entfallene Szenen ab, kommt „SUPERHERO MOVIE“ auf gerade einmal schlappe 68 Minuten Laufzeit. Definitiv zu wenig Zeit für zu viele Rohrkrepierer und Geschmacklosigkeiten, die selbst der kürzlich verstorbene (und eigentlich immer gern gesehene) Nielsen als notgeiler Onkel mit etlichen Zoten bezuschusst. Sollte so gar die Zukunft der Parodie aussehen? Ist dies wirklich der Wunsch der breiten Masse, die in den USA sogar „Date Movie“ zum veritablen Erfolg führte? Wenn ja, dann können wir nur unsererseits auf einen einsamen Helden aus der Zukunft hoffen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschheit zu retten. Vor lahmen Witzen und schlechten Persiflagen. Vielleicht ja als Re-Parody-Man, im schicken Latexanzug. Falls dies wider Erwarten nicht mit Superkräften zu bewerkstelligen sein sollte, könnte man sich ja immerhin noch über den ganz und gar lächerlichen Aufzug des kostümierten Clowns amüsieren. Schöne Idee, das.


Fazit: Auch wenn der Titelzusatz „Movie“ Schlimmeres suggeriert, darf insoweit Entwarnung gegeben werden: „SUPERHERO MOVIE“ siedelt sich nicht auf dem gleichen Level an wie die unsäglichen Seltzer/Friedberg-Produktionen. Dies hebt das Werk aber auch nur in ungleich höhere Sphären, zu (c)harm(e)los präsentiert sich die uninspirierte Nummernrevue aus schalen Witzchen, verpfefferten Pointen und einigen wenigen Lichtblicken. Dabei liefert das phantastische Superhelden-Genre mit seinem riesigen Fundus an interessanten Charakteren eigentlich eine perfekte Steilvorlage für eine grell-überspitzte Parodie der Sonderklasse. Schade. So aber bleibt Craig Mazins (Kurz-)Film ein lediglich drittklassiger, flügellahmer Vertreter seiner Zunft, der zu allem Überfluss seinen unstreitbar besten Witz ausgerechnet auf dem Filmplakat verortet: The greatest Superhero movie of all time! (not counting all the others) – Bitte jetzt lachen…



Eine Rezension von Stefan Rackow
(23. März 2011)
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Daten zum Film
Superhero Movie USA 2008
(Superhero Movie)
Regie Craig Mazin Drehbuch Craig Mazin
Produktion Dimension Films Kamera Thomas E. Ackerman
Darsteller Drake Bell, Sara Paxton, Christopher McDonald, Kevin Hart, Ryan Hansen, Leslie Nielsen, Marion Ross, Brent Spiner, Robert Joy, Pamela Anderson, Miles Fisher
Länge 82 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://www.superhero-movie.net/
Filmmusik James L. Venable
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