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Mission: Impossible - Rogue Nation

Mission: Impossible - Rogue Nation

Ein Film von Christopher McQuarrie

Jeder neue „Mission: Impossible“-Teil ist auch immer eine Reise in den Kopf des verantwortlichen Regisseurs und seiner Vorstellung dieses eigentlich recht unverkrampften Universums. Unverkrampft, weil sich „Mission: Impossible“ niemals einem derartigen Fankult ausgesetzt sah, wie es zum Beispiel seit jeher beim „James Bond“-Franchise der Fall ist. Das verleiht der Reihe um IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise, „Minority Report“) einen gewissen künstlerischen Freiraum, ist man doch nicht permanent verfangen darin, astronomischen Erwartungshaltungen zu bestätigen und die rigorose Anhängerschaft mit aller Kraft zufrieden zu stellen. Und da kommen erneut die Regisseure ins Spiel: Dieser Umstand, dass für jeden „Mission: Impossible“-Film ein anderer Filmemacher das Zepter übernommen hat, weist ja schon einmal nicht unscheinbar darauf hin, dass man durchaus Interesse daran besitzt, die hochbudgetierte Serie immerzu mit verschiedenen Aus- und Eindrücken zu versehen. Und mit Christopher McQuarrie hat man nun erneut einen Künstler gefunden, der „Mission: Impossible“ mit „Rogue Nation“ durchaus adäquat in die fünfte Runde portiert.

Brian De Palma setzte im Jahre 1996 den inzwischen zum Klassiker avancierten Startschuss für die kinotaugliche Adaption des von Bruce Geller entwickelten „Kobra, übernehmen Sie!“-Formats. Es folgten John Woo („Hard Boiled“), J. J. Abrams („Star Wars VII – Das Erwachen der Macht“) un
d Brad Bird („A World Beyond“), der mit „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ nicht nur den womöglich besten Teil der Reihe in Szene setzte, sondern darüber hinaus auch einen der spaßigsten Sommerblockbuster der letzten Jahre aus dem Boden stampfte. Christopher McQuarrie also sah sich ein Stück weit in der Pflicht, die Klasse des Vorgängers nicht auf ganzer Strecke zu unterbieten und mindestens einen knackigen Agenten-Flic auf die Beine zu stellen, der sowohl Kurzweil generiert, als auch den Zuschauer über 120 Minuten an die prominent besetzen Charaktere und nicht nur an die bemerkenswerten Set Pieces zu fesseln. Und so viel sei an dieser Stelle schon einmal proklamiert: Aus „Mission: Impossible – Rogue Nation“ ist eine überaus gelungene Franchise-Weiterführung geworden.

Mission: Impossible - Rogue NationMission: Impossible - Rogue NationMission: Impossible - Rogue Nation

Gut, mit dem beschwingten Erfindungsgeist eines „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ kann dieser fünfte Teil nicht auf ganzer Linie mithalten, die pompöse Pre-Titel-Sequence aber steht programmatisch für den Rest des Filmes: Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ethan Hunt hängt spektakulär an der Außenhülle eines Militärflugzeuges, welches gerade im Begriff dazu ist, Mutter Erde weit unter sich zu lassen, und versucht sich daran, in den Innenraum des Fliegers einzudringen. Ob es dabei nun eigentlich darum geht, Nuklearwaffen aus den Händen gefahrenträchtiger Tschetschenen zu entwenden, tut in „Mission: Impossible – Rogue Nation“ nichts zur Sache. Es geht schlicht und ergreifend nur darum, wie Tom Cruise sich in der brenzligen Situation schlägt, wie er sich dort an die Schale des Flugzeuges klammert und ganz langsam abhebt – Vollkommen belanglos, wie dieses Manöver endet. Und genau dieser Aspekt, dass es niemals um das WAS, sondern im Endeffekt ausnahmslos um das WIE geht, thront ebenso als bestimmende Maxime über der „Mission: Impossible“-Serie.

Mit Ving Rhames („Pulp Fiction“), Jeremy Renner („Kill the Messenger“) und Simon Pegg („Shaun of the Dead“) haben sich zudem genau die Sidekicks versammeln können, die auch in den anderen Episoden am deutlichsten auf den Zuschauer einwirken konnten. Allerdings sind es nicht die drei Herren, die hier wirklich ins Staunen versetzen dürfen, auch wenn sie – wie gewohnt – ihre Rollen fachgemäß ausfüllen und Tom Cruise die Bälle passgenau auflegen, sondern Castneuzugang Rebecca Ferguson. Die schwedische Schauspielerin, die zuletzt als Ergenia in Brett Ratners „Hercules“ vor der Kamera stand, glänzt in „Mission: Impossible – Rogue Nation“ als herrlich undurchsichtige Isla Faust (!). Woran man bei dieser Frau wirklich ist, weiß weder der Zuschauer, noch der die Selbstironie liebgewonnene Hauptakteur Ethan Hunt, dem die doppeldeutige Schlagfertigkeit der Dame gerne mal überdeutlich Paroli bietet. Schön ist vor allem, dass Isla Faust sich nichts verdienen muss, keine vom Drehbuch auferlegten Prüfungen zu bestehen hat, um unter Beweis zu stellen, dass sie „auch als Frau“ in dieser Männerdomäne bestehen kann.

Jetzt könnte man vielleicht die Frage stellen, worum es in „Mission: Impossible – Rogue Nation“ eigentlich geht. Aber wie gesagt: Es geht nicht um die Mission selbst, nicht um den Bezug zur heutigen Situation der Geheimdienste, es geht nur um die Mittel, die unsere Helden einsetzen, um – wie hier – dem ominöse „Syndikat“ das Handwerk zu legen. Dennoch, eine kleine Synopsis: Nachdem das IMF in Form von CIA-Direktor Alan Hunley (Alec Baldwin, „Departed - Unter Feinden“) aufgelöst wurde, waren die Methoden von Hunt und Co. in der letzten Zeit doch nicht immer mit überlegener Antizipation verbunden, weil das Halsbrecherische eben auch immer nach einem nicht unwesentlichen Maß an Glück verlangt, ist Ethan Hunt auf der Flucht, um simultan auf eigene Faust zu operieren. Alles dreht sich dabei um Unsummen vom elenden Mammon, um geheime Codes und natürlich – wie könnte es bei „Mission: Impossible“ anders sein – um das unbemerkte Eindringen in eine Hochsicherheitssystem, welches in „Rogue Nation“ einen flüssigkeitsgekühlten Safe in Marokko darstellt und Ethan Hunt zur adrenalingeladenen Unter-Wasser-Action bittet.

Mission: Impossible - Rogue NationMission: Impossible - Rogue NationMission: Impossible - Rogue Nation

Und Adrenalin ist ein gutes Stichwort: Die Set Pieces, mit denen „Mission: Impossible – Rogue Nation“ aufwartet, sind durchweg famos. Neben einer an Rasanz kaum zu überbietenden Autoverfolgungsjagd durch die verwinkelten Gassen Casablancas, in der sich auch mehrere Überschläge im Rückwärtsgang vollstrecken dürfen, bleibt vor allem eine herausragende Sequenz im Wiener Opernhaus im Gedächtnis: Ethan Hunt muss sich in der Obermaschinerie der Oper gegen mehrere Parteien von Kontrahenten zur Wehr setzen, die es allesamt auf den österreichischen Kanzler abgesehen haben, während auf der Bühne Giacomo Puccinis „Turandot“ zum Besten gegeben wird. Der impulsive Gesang der Oper wird zur narrativen Taktung der physischen Auseinandersetzung hinter den Kulissen. In luftigen Höhen und unter einer exzellenten audiovisuellen Prägung trägt sich ein bis ins letzte Detail durchkomponierter Kampf um Leben und Tod aus, begleitet, akzentuiert und ebenso angetrieben von der Arie Nessun dorma. Egal, wie man zu „Mission: Impossible – Rogue Nation“ stehen darf, selbst wenn man ihn in seiner Souveränität zu blutleer empfindet – diese prägnanten Minuten im Wiener Opernhaus sind durch und durch memorables Kino.

Auch interessant:
Mission: Impossible“ [1996]
Mission: Impossible II“ [2000]
Mission: Impossible III“ [2006]
Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ [2011]

Cover & Szenenbilder: © 2015 Paramount.

Eine Rezension von Pascal Reis
(10. August 2015)
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Daten zum Film
Mission: Impossible - Rogue Nation USA 2015
(Mission: Impossible - Rogue Nation)
Regie Christopher McQuarrie Drehbuch Christopher McQuarrie
Produktion Bad Robot Productions, Skydance Productions, TC Productions Kamera Robert Elswit
Darsteller Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Ving Rhames, Alec Baldwin, Rebecca Ferguson
Länge 131 Minuten FSK ab 12 Jahren
Filmmusik Joe Kraemer
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