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The Hunt for Gollum

The Hunt for Gollum

Ein Film von Chris Bouchard

Peter Jackson versorgte die Filmgemeinschaft ab dem Jahr 2001 mit der vielleicht großartigsten Fantasy-Trilogie aller Zeiten: der Verfilmung von Herr der Ringe, die zum Erstaunen vieler regelrecht exzellent geworden ist. Nicht nur erzeugte Peter Jackson damit einen grenzenlosen Fantasyboom sowohl auf dem Filmmarkt, als auch in den Bücherläden, auch legte er die Messlatte für Trickeffekte eine deutliche Stufe höher – die Animation des Gollum war und ist noch heute eine der technisch verblüffendsten Lösungen des modernen Kinos. Dazu kommt noch das fantastische Art-Design und das tolle Handwerk aus den WETA-Studios, und fertig war ein Blockbuster mit Seele, der zwar die Geschichte der Bücher und des Tolkienuniversums verkürzte, aber angemessen adaptierte.

Eine dieser Lücken, respektive eine vom Film ausgelassene Nebenhandlung, füllt jetzt der vorliegende „The Hunt for Gollum“. Der Titel sagt dabei schon viel über die Geschichte aus: Aragorn und seine Waldläufer suchen an der Grenze des Auenlandes nach Gollum, um den zukünftigen Ringträger zu beschützen. Dabei ist der Film jedoch keine offizielle oder inoffizielle Fortsetzung oder Ergänzung der Jackson-Filme, sondern ein Fanprojekt! Natürlich könnte man hier schon die erste skeptische Frage stellen: Warum sollte man ausgerechnet einem Projekt wie Herr der Ringe mit einem Fanfilm huldigen, da doch gerade die Vorlage (sowohl Buch als auch Film) enorme Ansprüche an Ausstattung, Tricktechnik und Landschaften legt. Doch
bereits an diesem Punkt zeigt sich, dass die Macher von „The Hunt for Gollum“ sich etwas bei ihrem Projekt gedacht haben: schon durch den Fokus auf die Waldläufer kann man sich die nötige Tricktechnik der Hobbits, Statistenmassen und Burgen sparen. Denn das ein oder andere Waldläuferkostüm sollte auch jeder engagierte Fanfilm auf die Reihe bekommen. Bleibt allerdings noch die Frage nach einem animierten (?) Gollum, oder wie dieses Problem sonst gelöst wurde...

Aber erst einmal zurück zur Handlung (minor spoilers): Nachdem Bilbo den Einen Ring von Gollum in seinen Besitz bekam, machte sich letzterer auf die Suche nach ihm. Die Waldläufer, die die Grenzen des Auenlandes bewachten, erhielten schließlich den Auftrag, Gollum zu finden, um Bilbo zu schützen. Damit verläuft die Filmhandlung in etwa parallel zum ersten Teil der Trilogie, als Gandalf das Auenland verlässt, um sich über die wahre Identität des Ringes klar zu werden. Doch nicht nur Gollum streunt durch das Grenzgebiete, auch eine Gruppe von Orks unter der Führung von Goblok macht die Wälder unsicher, so dass eine Konfrontation der verschiedenen Parteien quasi unausweichlich scheint. Das man bei einem Budget von schlappen 3000 Pfund (ja, dreitausend!) natürlich keine epischen Schlachten erwarten kann, versteht sich von selbst. Daher ist der Cast überaus übersichtlich ausgefallen. Dies schadet dem Film insofern jedoch nicht, da er sowieso nur knapp 40 Minuten dauert, und die Geschichte und der Scope dem ganzen durchaus angemessen ist (lässt man einmal das Budget und die Semiprofessionalität ausser acht). Daher schleichen sich auch wenig Längen ein, auch wenn streng genommen eigentlich nicht viel passiert in diesen 40 Minuten.
The Hunt for GollumThe Hunt for GollumThe Hunt for Gollum
Nichtsdestotrotz überzeugt „The Hunt for Gollum“ als enorm ambitioniertes Amateur-Projekt fast auf ganzer Linie. Die Ausstattung orientiert sich natürlich an Jacksons Filmen, was aber gut passt, da sich der Film eben als Ergänzung zur Kino-Trilogie, und nicht als Buchverfilmung versteht. Besonders hervorzuheben sind hier die Masken der Orks, die zwar nicht an die genialen Versionen der Filme heranreichen, aber auch nicht wie typische Gummimasken aus dem Halloween-Laden aussehen. Für den Amateurbereich mehr als angemessen! Ebensotoll ist dann die Kampfchoreographie, die neben einem Sinn für Geschwindigkeit und Ästhetik auch noch eine gesunde Portion Härte besitzt, ohne in deutschen Wald-und-Wiesen-Amateur-Splatter auszuarten. Der zwiespältigste Punkt auf der handwerklichen Seite ist dann aber sicherlich der Soundtrack: keine Frage, eine orchestralen Soundtrack hätte man bei dieser Preisklasse wahrscheinlich als letztes erwartet. Und doch gibt es ihn! Natürlich orientiert sich der Soundtrack ebenso stark am Vorbild Howard Shore wie der Rest des Films. Nur wenn bei einem Kampf auf der Lichtung Lux Aeterna nicht zitiert, sondern quasi schon schamlos geklaut wird, hinterlässt das irgendwie schon einen etwas bitteren Beigeschmack.

Die Tatsache der Notwendigkeit von Gollum als handelnde Person wird geschickt kaschiert und umgangen. Natürlich kann man nicht die gleiche Animationsqualität des Vorbilds erreichen. Andererseits müsste man dann wahrscheinlich einen kostümierten/geschminkten Darsteller benutzen, was aber erstens von der Vorlage abweichen würde, und zweitens wohl kaum überzeugend gelöst werden könnte – was ja letztlich auch einer der Gründe war, Gollum in der Filmtrilogie zu animieren. Hierbei geht „The Hunt for Gollum“ aber ausgesprochen gewitzt vor: sieht man Gollum lange Zeit nur im Dunkeln und/oder aus der Entfernung, gibt es bei Tageslicht eigentlich fast nur Bruchstücke und einzelne Körperteile zu sehen. Den Rest des Films verbringt er eigentlich in einem Sack, so dass man sich teure und aufwändige Animationsarbeit sparen konnte. Erst gegen Ende wagt man einen voll sichtbaren, animierten und sogar sprechenden Gollum; dieser ist von ähnlicher Qualität wie die restlichen (durchaus zahlreichen) CGI-Effekte: man sieht den meisten ihre Rechnerherkunft an, für einen Amateurfilm sind sie allerdings überragend und würden auch in jedem B-Movie wohl ihren Zweck erfüllen. Großes Lob!

Zuletzt versperrt sich der Film natürlich ähnlich wie „The Call of Cthulhu“ einer standardisierten Sternchenbewertung. Einen Film von Fans für Fans, von Amateuren und Semiprofis mit einer sozialen – sprich den normalen hier vertretenen Filmen zu vergleichenden – Bezugsnorm bei der Sternewertung wäre diesem gegenüber ungerecht. Eine individuelle Bezugsnorm hier anzulegen ist zu unübersichtlich und auch nicht wirklich sinnvoll. Insofern bleibt nur eine Empfehlung auszusprechen: natürlich für die Fans, andererseits aber auch für alle Leute, die sich gerne mal davon überzeugen möchten, was man mit schlappen 3000 Pfund und einer Menge Talent so auf die Beine stellen kann.

Für mich persönlich ist dann aber doch „The Call of Cthulhu“ der bessere Film. Er ist eigenständiger, konsequenter und klaut nicht so schamlos bei der Musikuntermalung ;)
Dafür hat The Hunt for Gollum natürlich den Vorteil, dass es ihn gratis im Internet zum anschauen gibt (siehe unten) – und das legal! Ein Reinschnuppern oder natürlich ganz schauen bei 40 Minuten Laufzeit lohnt sich auf alle Fälle!

Eine Rezension von David Kugler
(14. Mai 2009)
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Daten zum Film
The Hunt for Gollum Großbritannien 2009
(The Hunt for Gollum)
Regie Chris Bouchard Drehbuch
Produktion Kamera Jean Paul Frazer, Neill Phillips, Mike Ritchie, Stien Stie
Darsteller Adrian Webster, Gareth Brough
Länge ca. 40 Minuten FSK
http://thehuntforgollum.s3.amazonaws.com/index.html
Filmmusik Chris Bouchard, Adam Langston, Andrew Skrabutenas
Der Film ist kostenlos als HD-Version beispielsweise hier zu finden: http://thehuntforgollum.s3.amazonaws.com/player_film-hd.htm
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