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Evil Bong

Evil Bong

Ein Film von Charles Band

Was in Schulen unter dem Motto Drogenprävention läuft ist schon etwas seltsam. Man nehme nur mein altes Englisch-Buch: Einerseits wurde natürlich auf die Risiken hingewiesen, andererseits fanden sich aber auch alle geläufigen Slang-Ausdrücke für die verschiedensten Stoffe. Sonst weiß man ja am Ende nicht, was einem der nette Herr am Straßenrand gerade andrehen will: „No skunk for me, thanks“. Und natürlich gabs Auszüge aus dem Anti-Drogen-Roman Go, ask Alice - ein kollektives Trauma zahlloser SchülerInnen. Der Zeichentrick Cartoon All-Stars to the Rescue ist schon etwas unbekannter, und all jene, die ihn nicht kennen, mögen sich glücklich schätzen: eigentlich wollte ich Bugs Bunny nicht über Drogen reden hören. Fazit: Jede Menge Blödsinn. Insofern könnte man auch noch gleich Charles Bands Evil Bong in den Präventions-Curriculum aufnehmen, dämlich genug wäre er.

Der Film beginnt mit farbigem Rauch, sich drehenden Marihuana-Blättern und passender musikalischer Untermalung – der Windows Media Player ist ähnlich aufregend. Doch ich will mal nicht zu kritisch sein, denn im Vergleich zum restlichen Film ist das Intro ein wahres High-light, erreicht er doch nicht einmal die Klasse eines derart doofen Wortspiels. Gleich zu Beginn wird man gnadenlos und ohne jede Vorwarnung mit zwei der größten Schwächen des Streifens konfrontiert: den talentlosen Schauspielern und den schablonenhaften Charakteren, die sie zu verkörpern versuchen. Da wäre einerseits
der Nerd Alistair, der aus Geldmangel in der WG von Larnell unterkommen will. Der nimmt den Streber gerne auf und stellt ihn gleich seinen neuen Mitbewohnern vor, dem Surfer „Bachman“ und dem Möchtegern-Weiberheld Brett. Und damit ist eigentlich schon alles über die Charaktere gesagt, einzig auf ihre gemeinsame Leidenschaft soll noch verwiesen werden: große Überraschung, bis auf Musterschüler Alistair sind alles Kiffer.

Wäre Evil Bong eine stinknormale Teenie-Komödie unterster Schublade, dann hätten wir jetzt alles, was wir brauchen: eine Reihe von intrinsisch komischen Themen wie Sex, Drogen und Flüchen, dank Larnells Großvater sogar noch alte Leute. Da sich all diese Faktoren noch beliebig kombinieren lassen (ja, auch alte Leute + Sex), besteht also genügend Potential für jede Menge fader Gags ohne jeglichen Anspruch. Das alles reichte aber Regisseur Charles Band scheinbar nicht, also fügte er dem Klamauk-Einerlei noch eine ordentliche Portion (Billig-)Horror hinzu.

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Dieser tritt in das Leben unserer Protagonisten, als Larnell die geniale Idee hat eine laut Beschreibung verfluchte Bong zu ordern. Kaum, dass diese geliefert ist, ziehen sich die Jungs auch gleich ordentlich einen rein, und für Bachman wird es der vorerst letzte Trip: Im absoluten Drogenrausch wird sein Geist in die Bong gesogen, wo er von einer Stripperin verführt wird, deren mit Totenschädeln verzierter BH ihm anschließend das Blut aus dem Leib saugt, während eine Voodoo-Puppe dazu onaniert. Wenn die Polizei diesen Satz liest, muss ich wohl selber zum Drogentest.

Als seine Mitbewohner bemerken, dass Bach von ihnen gegangen ist, tun sie das, was wohl alle wahren Freunde tun würden: Sie überlegen, wie sie die Leiche loswerden können. Dabei zeigen sie sich denkbar einfallslos, viel mehr als in Nachbars Garten werfen kommt nicht. Nach langem hin und her schaffen sie den Kadaver erstmal in den Keller und beschließen eine richtig schöne Party zu schmeißen – im Film wirkt das irgendwie logischer als es sich liest, wenn auch nur eine Spur.

Zur Feier gesellen sich dann auch noch Bretts Aufriss Luan und deren Freundin Janett, die aus unerfindlichen Gründen auf Alistair abfährt. Herzstück der Fete ist - wer hätte das gedacht - die verfluchte Bong. Kaum haben alle außer Alistair davon geraucht, trifft der ehemalige Besitzer der dämonischen Wasserpfeife, Jimbo, ein und erläutert deren Geheimnis: Die Bong ist böse und entführt alle, die von ihr rauchen, in ihre Welt, um sie dort festzuhalten. Zeit für die nächste dramatische, vollkommen unerwartete Wendung: Der Nerd wandelt sich zum Helden und begibt sich in die rauschhafte Traumwelt, um seine Angebetete zu retten. Das schafft er natürlich, die böse Bong wird zerstört, und alle Freunde leben wieder – bis auf Jimbo, der sich für den Sieg opfert, aber das scheint niemanden zu stören, im Gegenteil. Kann ich aber auch irgendwie nachvollziehen. Ende gut, alles gut – oder? Scheinbar nicht ganz, denn 2009 wurde eine Fortsetzung mit dem Untertitel King Bong produziert. Ich schätze mal, dass die meiste kreative Energie in die Namensgebung geflossen ist, und sich auch das Sequel auf derart unterirdischen Niveau bewegt, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Zumindest solang ich nicht dafür bezahlen muss.

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Was soll man über einen Film, in der eine Bong Menschen tötet, groß sagen? Dass die Idee von Grund auf bescheuert und das Drehbuch ein klassisches Beispiel für „So nicht!“ ist? Dass in einer solchen Produktion natürlich auch keine guten SchauspielerInnen auftauchen? Dass der einfallslose, aber zumindest handwerklich solide Soundtrack noch das Beste an der Sache ist? Dass der Film also Alles in Allem ähnlich spannend ist wie eine schier endlose Aneinanderreihung rhetorischer Fragen? Am besten, ich verweise einfach nochmal auf den Namen des Regisseurs: Charles Band, unter anderem verantwortlich für einige Puppet Master Streifen (z.B. Produktion und Drehbuch des ersten Teils) und für das Skript zu Oblivion 2: Backlash. FilmkennerInnen sollte das als Warnung genügen, alle anderen müssen sich mit einem dezenten „Finger weg!“ begnügen.

Ein gutes hatte der Film dann aber doch: Drogen rühr ich bestimmt keine mehr an. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich geh mich betrinken, um dieses Machwerk zu vergessen.

Eine Rezension von Peter L.
(14. Dezember 2009)
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Daten zum Film
Evil Bong USA 2006
(Evil Bong)
Regie Charles Band Drehbuch August White
Produktion Talos Entertainment
Darsteller David Weidoff, John Patrick Jordan, Mitch Eakins, Brian Lloyd, Robin Sydney, Kristyn Green, Tommy Chong
Länge 86 min FSK ab 16
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