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Polizeiruf 110: Mit anderen Augen

Polizeiruf 110: Mit anderen Augen

Ein Film von Buddy Giovinazzo

Mit argwöhnischem Unbehagen gegenüber der Wissenschaft kämpfen sehr viele Filme. Chemiker brauen meistens biestige Kampfstoffe zur Ausrottung der Menschheit zusammen, Lasertechniker werden schlagartig größenwahnsinnig und wollen die Weltherrschaft erringen oder im Hinblick auf die schlechte universitäre Bezahlung durch Globalerpressung in höhere Gehaltsstufen aufsteigen, und Psychologen sind alle selbst schwer therapiebedürftig. Für Hexenspuk hält auch diese Folge der alteingesessenen Krimireihe POLIZEIRUF 110 die Arbeit von Profilern, in Europa jüngst durch den Kriminalpsychologen Thomas Müller ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

Es hilft freilich wenig, daß der Profiler, der hier zur Klärung einer Mordserie in München - noch 'ne Leiche! - herangezogen wird, von Udo Kier gespielt wird, der bekanntermaßen immer unheimlich ist. Udo Kier könnte auch als Würstchenverkäufer, Busfahrer oder Unterhaltungssendungsanimateur auftreten - wir wüßten sofort, daß es jetzt gruselig wird. Mit weitaufgerissenen Augen stolpert er auch hier durch die Mordserie, starrt sein Umfeld in Grund und Boden und führt das Profiling - also die Erstellung eines psychologischen Täterprofils - als hellseherischen Hokuspokus auf, bei dem er auf Bäume klettert und in finsteren Leichenschauhäusern Visionen erleidet, die rot blubbernd über den Fernsehschirm wabern.

Natürlich t
riffen die Methoden des Profilers auf Unverständnis und Abneigung, und natürlich lernen sich er und die Kommissare Edgar Selge (einarmig) und Michaela May (eintönig) im Laufe der Handlung ein wenig kennen und schätzen. Geübte Krimiseher wissen freilich, daß nach intensivem male bonding in einer durchzechten Nacht zwischen Kier und Selge, in der der Profiler von seiner schlimmen Kindheit berichten darf, der merkwürdige Herr Kollege es nicht mehr bis ins Rentenalter schaffen wird. Plopp, und weg. Selge wird den nächsten Fall wieder ohne visionären Profiler lösen müssen.

Aber eigentlich hat er das hier auch schon gemacht: Nichts, aber auch gar nichts, was Kier beisteuern kann, dient der Lösung des Falls. Er findet durch eine Vision eine Leiche am Isarufer, kann aber keine Fakten liefern, die irgendwie zur Überführung des Täters (oder gar zur Spur eines Verdächtigen!) führen würden. Während Kier damit beschäftigt ist, unheimlich zu sein, frequentiert Selge die Münchner Nachtclubs und heftet sich schon bald auf die Fersen eines jungen Mannes, von dem wir schon bald sehen, wie abgrundtief ausgerenkt er doch im Kopf sein muß: Großes Tattoo am Rücken. Gestehen Sie endlich.

Regisseur Buddy Giovinazzo hat dereinst den dreckigen kleinen COMBAT SHOCK für die New Yorker Filmschmiede Troma inszeniert - und unter all seinem Siff fand sich eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Vietnamtrauma. Mittlerweile dreht Giovinazzo Fernsehfilme in Deutschland. Diese POLIZEIRUF-Folge hat er oberflächlich im Griff - er erzählt eine solide Serienkiller-Geschichte ohne große Originalität - aber sie hätte so viel mehr sein können. Laßt Udo Kier die Hauptrolle im Thomas-Müller-Biopic spielen. Das wird erst unheimlich.

Eine Rezension von Christian Genzel
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Daten zum Film
Polizeiruf 110: Mit anderen Augen D 2006
Regie Buddy Giovinazzo Drehbuch Christian Limmer
Produktion
Darsteller Edgar Selge, Michaela May, Udo Kier
Länge 90 FSK
Kommentare zu dieser Kritik
sagte am 19.12.2006 um 15:12 Uhr

P-110 ist in den letzten Jahren ziemlich abgerutscht. Die besten Ermittlerfiguren in dieser Serie kamen aus dem Osten, die Dorfbullen aus Volpe waren die besten aus dem Westen. Leider hat man in Volpe erst die Polizistin, die Andrea Sawatzki spielte, drehbuchtechnisch zerstört, bis dann die Filme irgendwann auch nichts mehr taugten. Buddy-G macht derzeit noch die interessanteren Polizeirufe, weshalb ich freundlicher mit ihm umgehen würde. Dass er mal nach Berlin ausgewandert ist, weil nach dem Fall der Mauer dort (hier?) die Musik spielen sollte, mag zwar stimmen. Aber wieso wählt er dann immer ältere Stücke? Naja, solange er nicht altbacken inszeniert. Die Selge-May-Polizeirufe sind reizvoller als der verbliebene kleine Rest, weil die Herren BG und Dominik Graf hier manchmal inszenieren.
Dass Buddy genauso wie Thomas Harris von Profilern nichts hält, konnte man in diesem P-110 sehr schön sehen.

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