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Gigant des Grauens

Gigant des Grauens

Ein Film von Bert I. Gordon

Bert I. Gordons Riesenmann-Streifen Teil 2: „Gigant des Grauens“ ist tatsächlich die einzige „echte“ („echt“ steht bewusst in Anführungszeichen) Fortsetzung, die Gordon jemals drehte. Seine Sci-Fi-Filme sind thematisch eigentlich alle miteinander verwandt – es geht normalerweise immer um Riesenwuchs bzw. irgendjemand/-etwas schrumpft – doch mit „War of the colossal beast“ (so der englische Titel) knüpft Gordon an seinen kleinen Hit von 1957 „Der Koloss“ an. Zumindest versucht er das, aber selbst eine eigene Fortsetzung zu einem eigenen Film bekommt Mr. BIG nicht wirklich hin; was durchaus bezeichnend ist. Aber selbst als eigenständiger Streifen (ich habe „Gigant des Grauens“ vor „Der Koloss“ gesehen, also genau in der umgekehrten Reihenfolge) ist dieser Film vor allem eins: langweilig!

Im ländlichen Mexiko verschwinden zunehmend Lastwagen – der Fahrer Miguel überlebt schwer traumatisiert. Recht schnell wird dem US-Militär um Major Baird klar: der riesenhafte Glenn Manning hat den Sturz vom Damm überlebt, wurde im Fluss nach Mexiko gespült (dass das geografisch unmöglich ist, ignorieren wir einfach mal) und lebt nun in den Bergen – man muss ihn wieder einfangen, um die Gefahr für Leib und Leben einzubinden! Überraschend einfach kann man den Riesen in Ketten legen und die USA zurückbringen. Doch Glenn Manning ist nicht nur riesengroß, sondern inzwischen schwer gezeichnet, komplett wahnsinnig und vor allem:
hungrig! Es kommt wie es kommen muss: Manning gelingt die Flucht, und wieder setzt das Militär alles daran, den Riesen unschädlich zu machen...

Was recht unmittelbar an „Der Koloss“ anzuknüpfen scheint, ist eher eine Fortsetzung im Geiste als ein direkter Nachfolger. Einerseits musste der Hauptdarsteller ausgetauscht werden (was dank des Make-Ups aber nicht sooooo auffällt), andererseits kennt Gordon seine eigenen Drehbücher scheinbar nicht. Da kommt in „Gigant des Grauens“ die Figur der Joyce Mannings vor, Glenn Mannings Schwester, die versucht, den Riesen zu stoppen – scheinbar dachte man nicht daran, dass im Vorgänger noch gesagt wurde, Manning hätte keine lebenden Verwandten! Und das Gegenmittel das existiert? Vergessen wir einfach mal. Oh, und dann war da noch der Plotpoint, dass das Herz nicht proportional zum Körper wächst, daher Manning nicht ausreichend mit Blut versorgen kann und unweigerlich explodieren (sic!) wird? Davon ist auch nie mehr die Rede.Quasi alle Darsteller wurden ausgetauscht, so dass der Film eher wie ein Alternativabenteuer des Riesen wirkt, als wie eine wirkliche Fortsetzung. Das ist schon arg schwach, Herr Gordon, und zeigt, wie wenig Herzblut in diesen Streifen investiert wurde.

Schon bei der Handlungszusammenfassung weiter oben ist deutlich zu erkennen: „Gigant des Grauens“ ist über weite Teile eine Version von King Kong. Leider scheint das Budget (oder die Motvation Gordons...) so arg beschränkt gewesen zu sein, dass mit der Gefangenschaft Mannings der Film quasi in Leerlauf schaltet. Einerseits präsentiert man uns Rückblenden zum Vorgänger, andererseits verbringt der titelgebende Gigant des Grauens die Mehrheit des Filmes angeketttet auf dem Boden liegend! Dass Gordon inszenatorisch wenig einfällt, um die endlosen Dialogszenen unterhaltsam zu gestalten, versteht sich dabei von selbst. Irgendwann kann der Gigant dann sich von seinen Tauen (!) losreißen und bricht aus, was zu einer kurzen – und vor allem grauenhaft getricksten – Zerstörungszene auf dem Flugplatz führt, nur um dann erneut gefangen genommen und diesmal in Ketten gelegt zu werden. Was für eine unfassbare Zeitverschwendung, die bis auf miese Tricks gar nichts gebracht hat!
Gigant des GrauensGigant des GrauensGigant des Grauens
Da Mannings auch die Fähigkeit zu Denken und zu Sprechen verloren hat (er sagt im ganzen Film ein einziges Wort), gibt es auch wenig Möglichkeiten, erneut die Aspekte des Riesenwuchses zu beleuchten. Einer der wenigen Lichtblicke – und überraschend lustig – ist dann die Szene, in der die Zuständigkeiten für den Giganten von Amt zu Amt weitergeleitet werden. Hat zwar mit dem Film rein gar nichts zu tun, ist aber recht witzig und bleibt daher noch am ehesten in Erinnerung. Ebenfalls ganz gelungen ist das Make-Up des zerstörten Gesichts. Make-Up, dass fehlende Gesichtspartien simuliert, ist deutlich schwerer als „Auswüchse“ umzusetzen. Dafür verantwortlich zeigt sich Jack Young (unter anderem an Apocalypse Now! beteiligt), und kann ihm Rahmen der Möglichkeiten der Produktion durchaus überzeugen. Kritisch wird es, wenn Mannings seinen Mund verzieht, dann wird manchmal deutlich, dass große Teile des zerstörten Kiefers einfach aufgemalt sind.

Gegen Ende – das große Finale findet dann bei einem Observatorium statt – präsentiert uns Gordon dann absolut hochnotpeinliche Dialoge zwischen einer besorgten Mutter und einem Polizisten; keine Ahnung wieviel die deutsche Synchronisation da versaubeutelt, aber das bereitet manchmal schon beim Hinhören körperliche Schmerzen. Die letzte Minute des großen Finales ist dann übrigens tatsächlich in Farbe (!) und tötet den Riesen endgültig ab, um uns weitere Fortsetzungen zu ersparen. Gordon nimmt hier allerdings den einfachen Ausweg und lässt den Riesen durch einen Starkstromschlag sich in Luft auflösen – wissenschaftlich ebenfalls äußerst bedenklich. Zu allem übel zieht sich der Film trotz einer Laufzeit von nur 65 Minuten auch noch ewig in die Länge; diesem Umstand wird vor allem dadurch nicht geholfen, dass der Film in der Mitte quasi erstmal komplett zum Stillstand kommt.

Und trotzdem hat der Film eine sehr schöne Veröffentlichung aus dem Hause Anolis in der „Rückkehr der Galerie des Grauens“ spendiert bekommen. Die Doppel-DVD enthält neben einem Audiokommentar von Dr. Gießen sage und schreibe 5 Filmfassungen! Die Normal-8 Fassung mit einer Laufzeit von knapp 3 Minuten ist übrigens ganz großer Sport.

Hilft aber auch alles nix: „Gigant des Grauens“ hat das Problem, was ein schlechter Film niemals sein sollte: er ist langweilig! Absolut öde inszeniert mag leider mit dem Teil wenig Freude aufkommen. Da hilft auch die sehr schöne DVD nicht viel. Schade.

Eine Rezension von David Kugler
(10. August 2012)
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Daten zum Film
Gigant des Grauens USA 1958
(War of the colossal Beast)
Regie Bert I. Gordon Drehbuch Bert I. Gordon, George Worthing Yates
Produktion Carmel Productions Kamera Jack A. Marta
Darsteller Sally Fraser, Roger Pace, Duncan 'Dean' Parkin
Länge 65:39 FSK 16
Filmmusik Albert Glasser
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