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Men in Black 3

Men in Black 3

Ein Film von Barry Sonnenfeld

Nein, „geblitzdingst“ worden sind wir nicht. Aber doch: Um ein Haar wären die Aliens jagenden Gentlemen in Schwarz in Vergessenheit geraten. Da die „Men in Black“-Marke so lange auf Eis lag und Will Smith in den letzten Jahren beinahe exklusiv damit beschäftigt war, die Karriere seines Sohnes Jaden („Karate Kid“) zu unterstützen und zu fördern, konnte man, als ein dritter Teil angekündigt wurde, schon eine gesunde Portion Skepsis an den Tag legen. Die wichtigste Frage war wohl, ob die Buddy-Revuenummern und der spacige Überraschungs-Ei-Style überhaupt noch zeitgemäß seien. Die Frage muss mit einem Jein beantwortet, das Missionsziel aber dennoch als erreicht empfunden werden: „MIB 3“, wieder unter der Regie von Barry Sonnenfeld, ist kein Reboot im gängigen Sinne, das eine frische Politur benötigen würde, sondern wirkt wie eine verschollen gewesene Schatztruhe, deren Holzverkleidung immer noch Gold wert ist, wenn man sie erst mal entstaubt hat.

„Boris die Bestie“, ein unflätiger Außerirdischer mit zerstörerischen Absichten, türmt mithilfe seines „Fans“ Lily (Kurzauftritt von Nicole Scherzinger) aus seinem Hochsicherheitstrakt auf dem Mond Richtung Erde, und reist dort in die Vergangenheit, in das Jahr 1969, um Agent K (Tommy Lee Jones, in der jüngeren „Ausgabe“ Josh Brolin) zu töten, bevor der ihm ans Leder kann. Dessen Partner Agent J (Will Smith) schaut recht verdutzt, als man ihm eines Morgens in der „MIB“-Kommandozentrale auf einmal versucht klarzumachen, das
s K schon vor eben ziemlich genau 40 Jahren das Zeitliche gesegnet hat. Schließlich hat er am Vorabend doch noch mit seinem zu diesem Zeitpunkt noch quicklebendigen Kameraden telefoniert. Ein wenig verwundert ist J allerdings schon über seinen urplötzlichen Appetit auf Schokoladenmilch; man erklärt ihm, dass dies ein Indiz dafür sei, dass ein Bruch in der Zeitachse stattgefunden habe. Er beschließt, K in die Vergangenheit hinterherzureisen und dort Jagd auf Boris die Bestie zu machen, bevor es überhaupt zu der Konfrontation mit K kommt. Dazu muss er den Begriff „Zeitsprung“ in der Anwendung wortwörtlich nehmen…

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Wir schreiben die Ära nach 9/11, Fukushima und globalem Finanzcrash – und offenbar werden die Men in Black, die sich nach zehnjähriger Leinwand-Abstinenz beharrlich weigern, ihren verdienten Ruhestand anzutreten, dringender gebraucht als je zuvor, wenn die ungleichen Agenten J und K auch „nur“ als Gegengift für schleimige Bedrohungen aus den Unweiten des Alls einsetzbar sind. Ihre Schlagfertigkeit ist dabei auch anno 2012 noch ihre effektivste Waffe. Das Thema „Zeitreise“ ist als Rechtfertigungsgrund für einen dritten Aufguss dabei im ersten Moment etwas beliebig gewählt, zumal der eine oder andere beträchtliche Logik-Krater im Raum-Zeit-Kontinuum des Films klafft – und das nicht erst bei genauerem Hinsehen. Dennoch hält dieser Einfall einiges an komödiantischem Pulver bereit, das hier nach Herzenslust in den Orbit geschossen werden darf. Dazu gehört nicht nur eine Runde Bowling mit einem kopflosen extraterrestrischen Zeitgenossen oder das Philosophieren der Agenten darüber, wie erhellend es sein kann, vor zu erledigender Arbeit bei einem Stück Kuchen zur Besinnung zu kommen. Sonnenfeld platziert zwischen all dem Alien-Glibber kernige Spitzen auf die Rassendiskriminierung in den auslaufenden Sixties („Ja, ich habe das Auto gestohlen. Aber nicht, weil ich schwarz bin!“) und den Hippie-Lifestyle der Epoche („Make Love, Not War“ – Boris die Bestie entgegnet einem bekifft wirkenden Pärchen, dass er am liebsten beides tut). Wir treffen auf einen als Alien getarnten Andy Warhol (köstlich: Bill Hader), der Models der Künstlerszene ablichtet, während im Hintergrund „I`m waiting for the man“ der von ihm produzierten Velvet Underground läuft. Um dem Running Gag der Serie Rechnung zu tragen, werden auch diesmal aktuelle Stars wie Lady Gaga und Justin Bieber als Außerirdische entlarvt.

Will Smith ist nach seiner kreativen Pause (sein letzter Film „Sieben Leben“ liegt vier Jahre zurück) wieder voll im Saft und präsentiert sich in bester „Der Prinz von Bel-Air“-Spiellaune. Tommy Lee Jones funktioniert immer noch hervorragend als stoffeliger Gegenpol zu Smith. Als etwas unglücklich erweist sich die Entscheidung, den Mittvierziger Josh Brolin (mit dem Jones schon in „No Country For Old Men“ zusammengespielt hat) in die Rolle des 29-jährigen Agent K schlüpfen zu lassen. Brolin als Schauspieler in allen Ehren – und er ist auch ähnlich grantelig wie Jones in der betagteren „K“-Version. Aber der Altersunterschied ist einfach zu unglaubwürdig, wenn man sich die herben Gesichtszüge Brolins betrachtet. Zudem ist die Art und Weise zu zeigen, wie die langjährige Freundschaft zwischen K und J über Umwege und den leicht debil dreinschauenden Zukunftsbummler Griffin (Michael Stuhlbarg) gedeiht, nicht plausibel genug. Auf „MIB 3“ prangt das Trash-Etikett – und der Film ist durchaus stolz darauf. Tonfall, Setdesign und Make-up heben die krassen Unterschiede zu aktuellen, entfernten Genre-Verwandten wie Ridley Scotts Quasi-„Alien“-Prequel „Prometheus“ oder den kühl-totalitären Tableaus des vermurksten „Total Recall“-Remakes hervor. Mehrarmige chinesische Köche, trompetende Heuschreckenartige oder Krabbenviecher in der Handinnenfläche eines Aliens wuseln durch die immer noch originelle „MIB“-Galaxie. Von Hochsicherheitsgefängnissen vor Ort, in denen aufgebrezelte Popsternchen ihre eigenen (außerirdischen) „Stars“ bewundern, haben Armstrong und Aldrin damals bei ihrem Start zum Mond vom Cape Canaveral aus sicher nichts ahnen können. Sonnenfeld tendiert gar nicht erst zu spekulativer Mythen-Rühererei und „Konstrukteurs“-Moral im Sinne eines Ridley Scott; die Aliens sind nicht auf`s Streitig-machen von Lebensraum aus, sie erfreuen sich an dem Reiz der Tarnung auf der Erde und halten die Erdlinge zum Narren. Daran hat sich auch bei „Men in Black 3“ nichts geändert.

Back in Black! Wo das Helden-Gipfeltreffen „Marvel`s The Avengers“ die Erwartungen an ein knackiges Frühsommer-Popcorn-Event enttäuscht hat, tritt das Comeback der Alien-Polizei klammheimlich an dessen Stelle – und sorgt damit zumindest für eine kleine Überraschung!

Eine Rezension von Christopher Michels
(07. Oktober 2012)
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Daten zum Film
Men in Black 3 USA 2012
(Men in Black 3)
Regie Barry Sonnenfeld Drehbuch Etan Cohen
Produktion Sony Pictures Kamera Bill Pope
Darsteller Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Bill Hader, Emma Thompson
Länge 106 Minuten FSK ab 12
Filmmusik Danny Elfman
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