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Shrek - Der tollkühne Held

Shrek - Der tollkühne Held

Ein Film von Andrew Adamson, Vicky Jenson

Es war einmal vor langer, langer Zeit... ein großer böser Wolf, der von allen missverstanden wurde und eigentlich nur seiner Leidenschaft für Omas Nachthemden frönen wollte; ein magisches „Spieglein, Spieglein an der Wand...“, das sich in einem Zweitjob als Heiratsvermittler versuchte; ein grün gewandeter Franzose, Monsieur Robin Hood, der mit seinen Gefolgsleuten der gemeinsamen Leidenschaft des Stepptanzens nachging...
Das klingt seltsam vertraut und doch irgendwie fremd? Tja, dann hat "SHREK – DER TOLLKÜHNE HELD" entweder Einiges unabsichtlich durcheinander gebracht, oder deckt hier endlich eine Reihe lang verborgener Geheimnisse auf. Was auch immer die zutreffendere Erklärung sein mag – auf jeden Fall wird so ziemlich alles, was der Zuschauer über Märchen, Heldengeschichten, Kinderlieder und ihre Charaktere zu wissen glaubt, gehörig auf den Kopf gestellt. Und das auf höchst amüsanter Weise.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Oger Shrek genießt die Einsamkeit seines Sumpfes, die ihm das ewige Panikgeschrei und die Ablehnung erspart, welche er sonst wegen seines andersartigen Aussehens erdulden muss. Doch mit der Ruhe ist es urplötzlich vorbei, als der gemeine Lord Farquaad, Herrscher über das Land Duloc, alle Märchenwesen aus seinem Land verbannt. In ihrer Not ziehen sie sich in Shreks Sumpf zurück und richten sich teilweise sogar häuslich in Shreks Hütte ein. Der ist davon natürlich alles andere als begeistert, stapft entschlossen zu Farq
uaads Schloss und fordert diesen erzürnt auf, den Sumpf von den Eindringlingen zu befreien. Farquaad erklärt sich bereit, Shreks Forderung zu erfüllen. Unter einer Bedingung: Shrek soll Farquaad dazu verhelfen, die Prinzessin Fiona zu ehelichen. Dazu jedoch muss Shrek sie erst aus der Gefangenschaft in den Klauen eines Drachen befreien. Um je wieder seinen Sumpf in Ruhe und Frieden vorfinden zu können, willigt Shrek ein und macht sich mit einem ununterbrochen quasselnden Esel als unerwünschtem Reisegefährten auf den Weg, die Mission zu erfüllen...

Eine typische Märchengeschichte – das Erretten einer holden Jungfrau durch einen tapferen Krieger – wird hier in ein vollkommen neues Gewand gehüllt. Dabei nehmen die Filmemacher nicht nur altbekannte Geschichten und Figuren auf die Schippe, sondern spielen immer wieder gekonnt auf die große Konkurrenz auf dem Trickfilm-Mark, Walt Disney, an. Ob nun Lord Farquaads Schloss mit seinen animatronischen Infoständen oder den durch gespannte Seile in Wartereihen aufgestellten Einlass-Suchenden den Disneyland Themenpark nachahmt, die Figur des gemeinen Lord Farquaad angeblich auf dem Vorbild des Disney-Oberhaupt Michael Eisner, von welchem Jeffrey Katzenberg gefeuert wurde, bevor er zum Chefs von DreamWorks aufstieg, beruht, oder Prinzessin Fiona bei einem Duett mit einem Vögelchen ihren Gesangspartner durch einen allzu durchdringlichen Ton geradezu explodieren lässt und dabei ähnliche Szenen aus Disneys "Schneewittchen" und "Cinderella" parodiert – die Anspielungen sind eben so vielfältig wie witzig. So heißt es auch, dass der Film vor seiner Veröffentlichung von Anwälten geprüft und abgesichert wurde, weil mögliche Klagen von der Seite der Verulkten befürchtet wurden.

Es werden aber auch andere Filme liebevoll kopiert, etwa wenn Fiona in "Matrix"-Manier und schönstem Bullet Time-Effekt Robin Hoods Mannen abwehrt oder der Drachen sich mit Shrek und Esel auf dem Rücken gleich Fuchur in "Die Unendliche Geschichte" durch die Lüfte gleiten lässt. Außerdem gibt es Referenzen aufs Wrestling (Shreks Kampf mit den Wachen) und auf Dating-Shows (die Vorstellung möglicher Heiratskandidatinnen für Lord Farquaad durch den magischen Spiegel).

Neben all dem Jux widmet sich "SHREK – DER TOLLKÜHNE HELD" jedoch durchaus auch ernsteren Themen und zeigt eine moralisch belehrende Seite. Immerhin stellt sie eine Figur in den Mittelpunkt, die aufgrund ihres andersartigen Aussehens mit ständigen Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen hat. Abgesehen von Esel und Fiona, die Shrek mit seinem Namen ansprechen, sprechen (oder vielmehr schimpfen, grollen und kreischen in Panik) über ihn nur als „das Ding“, „Es“ oder gar „Monster“. Selbstverständlich wird diese Haltung im Film kritisiert. Nicht nur, dass wir Shrek als zwar teilweise grummeliges, im Grunde seines Herzens aber fürsorgliches und hilfsbereites Wesen kennen lernen; es ist auch bezeichnend, dass der Kuss der wahren Liebe Fiona letztendlich nicht in einen schönen Menschen, wie es ihre Umwelt und auch sie selbst erwartet hatten, sondern in einen Oger verwandelt.

Vor allem aber ist der Film unterhaltsam, witzig und mitreißend. Die Synchronisierung ist sowohl im Original als auch in der deutschen Fassung mehr als gelungen. Dabei stechen vor allem Eddie Murphy beziehungsweise sein angestammter, mittlerweile leider verstorbener Synchronsprecher Randolf Kronberg hervor. Die Rolle des ewig quasselnden Esels scheint den beiden ohnehin auf den Leib geschneidert zu sein. Die schiere Detailfülle (mit den mehr als 1000 phantastischen Figuren, die zu Beginn Shreks Sumpf besetzen, und den drei Dutzend individuell gestalteten Locations, welche die Filmwelt bereichern) ebenso wie die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere und der spritzige Soundtrack sorgen für enorme Lebendigkeit und jede Menge Spaß.

"SHREK – DER TOLLKÜHNE HELD" war der erste Film, der mit dem Academy Award in der 2002 neu eingeführten Kategorie Best Animated Feature ausgezeichnet wurde. Und auch beim Publikum war er ein riesiger Erfolg, wurde mehrfach in diverse Voting-Listen in Bereichen wie beste Animationsfilme oder Familienunterhaltung gewählt. Kritiker feierten den Film, da er mit seiner im Grunde recht simpel gestrickten Geschichte für junge Zuschauer geeignet ist, gleichzeitig aber auch viele seiner Gags an ein erwachsenes Publikum richtet und dieses damit ebenso unterhält. Das Produktions-Budget von $60 Millionen scheint also gut angelegt worden zu sein. Und als wenn sie den kommenden Erfolg bereits erahnt hätten, fingen die Macher noch während der Arbeiten zum ersten Teil damit an, die Vision einer Fortsetzung auszuarbeiten und umzusetzen, bis schließlich im Jahre 2004 ein freudiger Aufschrei durch die Welt tönte: "Der tollkühne Held kehrt zurück"!


Auch interessant:
"Shrek der Dritte" [2007]
"Für immer Shrek" [2010]

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(26. April 2007)
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Daten zum Film
Shrek - Der tollkühne Held USA 2001
(Shrek)
Regie Andrew Adamson, Vicky Jenson Drehbuch Ted Elliot, Terry Rossio, Joe Stillman, Roger S. H. Schulman
Produktion Jeffrey Katzenberg, Aron Warner, John H. Williams u.a. (DreamWorks Pictures)
Darsteller Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz, John Lithgow, Jim Cummings, Chris Miller, Conrad Vernon, Vincent Cassel, Val Bettin
Länge ca. 90 Min. FSK ohne Altersbeschränkung
http://movies.uip.de/shrek/
Filmmusik Harry Gregson-Williams; John Powell
Deutsche Sprecher Sascha Hehn (Shrek), Randolf Kronberg (Esel), Esther Schweins (Prinzession Fiona), Rufus Beck (Lord Farquaard), Detlef Bierstedt (Hauptmann), Michael Nowka (Zauberspiegel), Michael Pan (Monsieur Hood) u.a.
Kommentare zu dieser Kritik
Steff sagte am 12.07.2007 um 21:14 Uhr

Also ich war am Anfang wo der Film raus kam alles andere als begeistert. Es war so ein Film wo ich von Anfang an sagte, so nen Schwachsinn schau ich mir nicht an. Hatte totale Vorurteile bis ich Ihn zufällig mal im Fernsehen gesehen habe, dann war ich total begeistert, schon alleine wegen dem bekloppten Esel. Ich liebe einfach die Synchronstimme von Eddie Murphy. Und du hast Recht mit der armen Shrekfigur. Denn schließlich zählt in der heutigen Gesellschaft das Aussehen mehr als alles andere. Der erste Eindruck, der zweite und der dritte. Es dauert bei vielen Menschen sehr lange bis sie mal durch die äußere Hülle schauen und nach dem inneren suchen. Um so gößer die Freude diesen Film zu sehen!

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