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Der Killer von Wien RSS 1.0


Der Killer von Wien

Der Killer von Wien

Ein Film von Sergio Martino

Julie Wardh(gespielt von der sexy Edwige Fenech) kehrt mit ihrem Ehemann in ihre Heimatstadt Wien zurück. Dort treibt gerade ein Serienkiller sein Unwesen, der es in giallotypischer Manier auf junge und hübsche Frauen abgesehen hat. Die ängstliche Julie verdächtigt ihren früheren Liebhaber Jean (Ivan Rassimov, bekannt u.a . aus „Die Viper“),zu dem sie einst ein sadomasochistisches Verhältnis hatte und der sie zu verfolgen scheint. Als sie auf einer Party den mysteriösen Playboy George(Kultsstar George „Jorge“ Hilton-bekannt aus „Massacre Time“ mit Franco Nero oder auch „Der Schwanz des Skorpions“ von Sergio Martino) kennen lernt, beginnt sie eine heiße Affäre-Doch das Morden um sie herum hört nicht auf….

Mit „Der Killer von Wien“ ist Regisseur Sergio Martino ein ganz großer Wurf gelungen. Ohne Übertreibung gehört der hier besprochene Film zu den Top 5 des Giallo und braucht sich selbst vor den Werken des Genreprimus Dario Argento nicht zu verstecken.
Denn selten wurde ein derartiger Film stillvoller umgesetzt als hier.
Das fängt bei der oben genannten großartigen Besetzung an, geht über die herausragende Musik von Komponistin Nora Orlandi(den Soundtrack verwendete Tarantino später für Kill Bill Vol 2)und endet bei dem tollen Skript, dass mit teils hypnotischen Bildern auf Zelluloid gebannt wurde.
Der Killer von WienDer Killer von WienDer Killer von Wien
Für den wendungsreichen Plot zeichnet sich Martinos Haus und Hof-Drehbuchautor Ernesto Gastaldi verantwortlich. Dieser schafft es den Zuschauer wirklich bis zuletzt(und damit meine ich tatsächlich bis in die letzte Minute des Films) zu fesseln und mit immer neuen Enthüllungen und Plot-Twists hinters Licht zu führen- Selbst Krimiveteranen und Kenner des italienischen Thrillers werden anhand der Dichte von Red Herrings(Filmjargon für falsche Fährten)die dem Zuschauer hier vorgesetzt werden, erstaunt sein.

Den Film sehr Hitchcock-like zu nennen ist nicht übertrieben, denn einen derart gefinkelten (und zugleich schlüssigen!)Plot sah man im Giallo-Genre selten. Martino wartet dann auch mit einem direkten Zitat aus einem von Hitchcocks meistzitierten Filmen auf: Strangers on a Train.

Doch natürlich handelt es sich um einen waschechten Martino-Film, weswegen der Sex und Sleaze-Faktor selbstredend nicht zu kurz kommt
Für dieses Gebiet hat er ja die gute Edwige, die oft unbekleidet durchs Bild geistern oder die im Film vertretene Männerwelt beglücken darf.
Der Killer von WienDer Killer von WienDer Killer von Wien

Doch auch abseits davon spielt Edwige die von (berechtigter) Paranoia geplagte Julie sehr überzeugend. Was man übrigens vom ganzen Cast behaupten kann.
Dazu passend sind die groovy Sets und Locations ebenfalls sehr stimmungsvoll und Wien mit seinem teils morbiden Flair ist natürlich, ähnlich wie Venedig, ein toller Schauplatz für einen Giallo.

Überhaupt hat man hier den Eindruck, dass hier nicht wie so oft einfach ein nur ein (Exploitation-)Film runtergekurbelt wurde sondern die Verantwortlichen sich echte Mühe gegeben haben - weswegen der Film auch Nicht-Italocinema Fans gefallen dürfte.

So ist „Der Killer von Wien“ wahrscheinlich Martinos bester Film (auch wenn er starke Konkurrenz durch des Regisseurs spätere Filme wie TORSO erhält) und zu Recht ein wahrer Kultfilm. Dank Koch Media kann man den Film auch hierzulande in einer dem US-Release in nichts nachstehenden Veröffentlichung genießen- wer also nur ein wenig am Genrekino aus Bella Italia interessiert sollte diesen Film wirklich mal anchecken. Bessere Gialli wird man nicht finden.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(19. Mai 2008)
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Daten zum Film
Der Killer von Wien Italien 1971
(Lo Strano vizio della Signora Wardh)
Regie Sergio Martino Drehbuch Ernesto Gastaldi
Produktion
Darsteller Edwige Fenech, George Hilton, Ivan Rassimov, Alberto De Mendoza
Länge 98 FSK 16
Kommentare zu dieser Kritik
Bastian TEAM sagte am 19.05.2008 um 22:23 Uhr

Der Film ist auf jeden Fall schon äußerst gelungen - bei den Top 5 stimm ich allerdings nicht ganz überein, bei Top 10 wär ich dabei. Finde schon, dass Argento und Bava noch eindeutig die Nase vorn haben. Richtig gepackt hat er mich übrigens auch eher in der zweiten Hälfte, die durchaus sehr unerwartet daherkommt.


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